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40 Kissen: Ex-Waldheimerin näht für das Museumshaus

Bunt und gemütlich 40 Kissen: Ex-Waldheimerin näht für das Museumshaus

Ulrike Bergmann lebt längst nicht mehr in der Region, doch bis heute unterstützt sie ihre Geburtsstadt. Für das Kulturzentrum und Museum schmiss die 89-Jährige die Nähmaschine an und fertigte 40 Kissenbezüge aus Handarbeit an. Leiterin Katja Treppschuh freut sich über das Engagement der Seniorin.

Katja Treppschuh macht es sich gemütlich: Für das Museum- und Stadthaus nahm die Leiterin 40 Kissenbezüge in Empfang.
 
 

Quelle: Sven Bartsch

Waldheim/Hamburg.  Ein buntes Kissenmeer hat Katja Treppschuh auf dem Boden ausgebreitet. Jede Hülle hat ein individuelles Design und andere Motive – vom Segelboot über Schafe und Hunde bis hin zu Blumen und Schmetterlingen. Und so wie es aussieht, sitzt es sich darauf ziemlich gemütlich. Die 40 Kissenbezüge sind gerade erst aus Hamburg eingetroffen. Genäht hat sie in monatelanger Handarbeit eine 89-jährige ehemalige Waldheimerin.

Sitzmöglichkeiten für neues Domizil

Ulrike Bergmann ist gleich ganz euphorisch, als wir sie am Telefon in ihrem heutigen Domizil in Norderstedt bei Hamburg am Telefon erreichen. „Ich verfolge immer noch alle Entwicklungen in Waldheim ganz genau über die Zeitung, die ich abonniert habe. Als ich las, dass für die museumspädagogischen Angebote im neuen Museums- und Stadthaus Kissen erwünscht wären, habe ich sofort zum Hörer gegriffen und Frau Treppschuh meine Hilfe angeboten“, erzählt die 89-Jährige. Katja Treppschuh, die das Waldheimer Kulturzentrum und Museum leitet, war sofort begeistert. „Im neuen Domizil am Niedermarkt werden wir natürlich bestuhlte Räume haben, aber bei Führungen mit Schulklassen und Kindergruppen eignen sich Kissen immer sehr gut, um sich zwischendurch auf dem Boden auszuruhen. Das Angebot von Frau Bergmann kam wie gerufen. Ich freue mich über diese reizende Idee, die so berührend den Wunsch anderen etwas Gutes zu tun in farbenfrohe Handarbeit übersetzt.“

Früher hat Ulrike Bergmann das Museum und die Kultur in Waldheim durch Geldspenden unterstützt – im hohen Alter kann sie das nicht mehr und suchte nach neuen Wegen zu helfen. In ihrer neuen Heimat, in der sie seit Ende der 80er Jahre lebt, trifft sie sich einmal pro Woche mit anderen Damen zum Nähzirkel. „Wir unterstützen das SOS-Kinderdorf bei uns in der Nähe, bessern für die Kinder Kleider aus. Da meine Enkelin den Bereich Raumtextilien in einem Einrichtungshaus hier leitet, habe ich bei ihr nach Stoffen für die Waldheimer Kissen gefragt. Ihr Chef kam dazu und war sofort begeistert von der Idee. Er hat mir dann einen riesigen Sack voller Stoffe übergeben“, berichtet Ulrike Bergmann.

Zehn Wochen Handarbeit

Etwa zehn Wochen hat sie an den Bezügen genäht – viele sind in Patchwork-Technik entstanden. „Ich habe mir Zeit genommen, damit auch jedes Kissen ganz individuell schön wird. Nähen ist mein Hobby, das hält mich jung“, sagt die studierte Pädagogin, die früher in Döbeln als Leiterin einer Betriebsakademie tätig war.

Katja Treppschuh kann nun einen weiteren Punkt abhaken auf ihrer langen Vorbereitungsliste für den Umzug des Museums und der Touristeninfo aus der Gartenstraße in den Niedermarkt 8. Zurzeit erarbeiten sie und Verena Schneider gemeinsam mit dem Gestalterbüro Helmstedt/Schnirch/Rom die museale Neukonzeption der Georg Kolbe-Sammlung für das Obergeschoss und der Stadtgeschichte für das Dachgeschoss. „Eine große Anzahl von Ausstellungsobjekten, wie beispielsweise die alten Innungsladen der Waldheimer Tuchmacher und Weberinnungen oder auch ein wertvolle Pergamenturkunde der Weberinnung von 1478 müssen fachgerecht restauriert werden, bevor sie ausgestellt werden können. Wir sind also für jede Unterstützung in Form von Spenden dankbar.“

Von Skadi Hofmann

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