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Döbeln 61 Millionen Euro Schaden
Region Döbeln 61 Millionen Euro Schaden
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22:30 12.06.2013
Die Firma LFT wurde von der Stadt Döbeln bereits mit der Reparatur der Schäden an der stadteigenen Ritterstraße beauftragt. Diese wird als innerstädtische Umleitung gebraucht. Gewerbetreibende haben auf dem Spannband Dank und Forderungen formuliert. Quelle: W. Sens

Damit will der Freistaat Sachsen den möglichen Bedarf an Fördermitteln im Landes- und Bundeshaushalt begründen.

Die unvorstellbare Zahl von 46,6 Millionen Euro an Flutschäden 2013 hat die Stadt Döbeln am Mittwoch an die Landesdirektion weitergeleitet. "Es ist nur eine vorläufige Zahl. Einige Schadenshöhen basieren noch auf Schätzungen", sagt dazu Stadtpressesprecher Thomas Mettcher. Mehr als die Hälfte der Summe machen mit 24,2 Millionen Euro die Schäden der Döbelner Gewerbebetriebe aus. Im Stadtgebiet waren 502 Gewerbebetriebe vom Ein-Mann-Unternehmen bis zum Industriebetrieb wie die Albert Polenz KG oder die Kelterei Sachsenobst betroffen.

Allein 13 Millionen Euro an Schäden ermittelten Döbelner Wohnungsvermieter, Wohnungsgesellschaften und Genossenschaften an ihrem Immobilienbestand. Alle hatten bis Dienstag im Rathaus ihre Schäden angemeldet. Bis in die späten Abendstunden saßen Mitarbeiter des Technischen Bereiches und der Kämmerei über den Daten, um sie zusammenzurechnen und für die Landesdirektion aufzubereiten.

Die größten Flutschäden bei der Stadt sind am Theater und im Volkshaus zu beklagen, wo beispielsweise die Technikräume und die Bowlingbahn im Erdgeschoss zerstört wurden. Bei den Döbelner Wirtschaftsbetrieben entstanden am Stadtbad und am Freibad ein Millionenschaden.

Die Döbelner Zahlen 2013 liegen aber noch unter denen der Jahrhundertflut 2002. Damals betrug die Gesamtschadenssumme für Döbeln 154 Millionen Euro, wobei hier allein 70 Millionen Euro Schäden bei den Gewerbetreibenden und der Industrie zu beklagen waren. Nicht zuletzt konnte durch ein deutlich verbessertes Warnsystem und ein funktionierendes Krisenmanagement in Döbeln und den anderen Gemeinde des Altkreises vieles noch geräumt und gerettet werden. So etwa viel Waren in den Geschäften oder auch parkende Autos.

In Roßwein beziffert Bürgermeister Veit Lindner die Schäden auf sieben bis zehn Millionen Euro. Darin enthalten sind sowohl kommunale Gebäude und Straßen als auch Privatleute und Unternehmer.

Leisnigs Bürgermeister Tobias Goth schätzt den vorläufigen kommunalen Schaden durch das Hochwasser auf fünf Millionen Euro. "Das sind lediglich die ersten Schätzungen zu infrastrukturellen Schäden an öffentlichen Gebäuden, Straßen und den Gewässern erster Ordnung", so Goth. Die Schäden der Privathaushalte sind in dieser ersten Leisniger Bilanz noch nicht berücksichtigt.

"1,9 Millionen Euro haben wir als erste Schadensbilanz aus Waldheim gemeldet", teilte Waldheims Bürgermeister Steffen Blech (CDU) mit. In dieser Summe seien alle derzeit erfassten Schäden in Privathaushalten, bei Unternehmen und am kommunalen Eigentum erfasst. "Der Alltag hat in Waldheim schon wieder Einzug gehalten. Aber Sie dürfen nicht hinter die Fassaden der überfluteten Häuser schauen. Dort ist noch sehr viel zu machen", sagte Blech. Gerade in der Niederstadt hat es wieder einige schwer erwischt. Bereits vor einige Tagen stellte Waldheims Bürgermeister klar, dass diese Flut vor allem Privatleute in Waldheim schädigte. Die Zerstörungen an kommunalen Straßen und Plätzen sei überschaubar.

In den Gemeinden rund um Ostrau haben insbesondere die Starkniederschläge am vergangenen Wochenende für Schäden durch Überflutungen gesorgt. "Unsere Schadenssumme, die wir hinsichtlich des Hochwassers melden, beläuft sich auf rund 500 000 Euro", berichtete Christoph Petrik vom Hauptamt der Gemeindeverwaltung Ostrau.

Das Landratsamt Mittelsachsen nannte gestern noch keine Zahlen zu den Flutschäden im Landkreis. Behördensprecher André Kaiser verweist auf Freitag, wenn das Amt die Schadenshöhe bekannt geben will.

red

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