Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln 70 Fahrer auf dem Weg zum kalkulierten Totalschaden
Region Döbeln 70 Fahrer auf dem Weg zum kalkulierten Totalschaden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:00 28.10.2018
Wer Stock-Car fährt, der muss auch schrauben können. Quelle: Bartsch
Hartha

Sollte Hartha irgendwann einmal zur Umweltzone erklärt werden, dann müssen sich die Rennsportfans vom MSC Hartha echt Gedanken machen – oder sich bei den Ingenieuren von VW und Co besonders raffinierte Testsoftware besorgen. Doch bis es soweit ist, werden auch weiterhin einmal jährlich die Stock-Cars über die Rennstrecke am Heegweg röhren – so wie nun erneut am vergangenen Wochenende.

„70 Fahrer sind dabei“, weiß Stephan Schäfer, Vorsitzender des MSC. Für die Organisation des Rennwochenendes sei diese Zahl optimal. „Damit können wir in jeder Klasse genügen Runden pro Lauf – acht am Sonnabend und zehn bei den Finalläufen am Sonntag – einplanen“, sagt Schäfer im Container der Rennleitung, während draußen auf der Strecke die Schrottboliden um jeden Zentimeter Vorsprung vor der Konkurrenz kämpfen.

Den Kampf um die Krone trugen die Rennfahrer in fünf Klassen aus – über 1600, bis 1600, bis 1300 und unverbaut bis sowie ab 1500 Kubikzentimeter. Obendrauf kämpften die Frauen unter sich und es gab sogar eine Trabi-Klasse, die mit unverkennbarem Sound, offenen Heckpartien, eingebauten Überrollbügeln und leicht schräg stehenden Hinterreifen ihren ganz eigenen Charme auf die Rennstrecke brachten. Auf so einen Trabant Modell „Stock-Car“ hätte man wohl zu DDR-Zeiten vergeblich gewartet.

Doch die DDR gibt es nicht mehr, die Grenzen sind offen und so hat auch der Trabi seinen Weg in die weite Welt gefunden – mindestens bis in die Schweiz. Denn einen Rennfahrer zog es mit seinem ostdeutschen Gefährt von Zürich aus an den Heegweg. „Der Großteil der Teilnehmer kommt aber aus Sachsen und anderen ostdeutschen Bundesländern“, erklärt Stephan Schäfer. Auch Marcel Witt aus Benndorf bei Frohburg ging in Hartha in der Klasse über 1600 Kubikzentimeter an den Start – jedoch mit wenig Glück im ersten Lauf.

Bitte mal ein bisschen Platz machen. Quelle: Bartsch Bartsch

Beim Ausfahren aus einer Kurve verlor sein Auto an Bodenhaftung, rollte aufs Dach, schlitterte so noch ein paar Meter weiter und blieb schließlich an der aufgeschütteten Streckenbegrenzung liegen. „Mir ist nichts passiert“, sagt Witt später im Fahrerlager, wo er mit seinem Team bereits an seiner Unfallkarre schraubt. „Wir richten ihn wieder her so gut es geht und sind guter Hoffnung, dass er dann auch wieder fährt.“

Denn ohne fahrendes Auto keine Chance auf den Finallauf, den Witt ins Auge gefasst hat. Bei allem rennsportlichen Ehrgeiz steht jedoch der Spaß im Vordergrund. „Ich bin über Freunde, die selbst in einem Team gefahren sind, zum Stock-Car gekommen“, berichtet der Benndorfer. „Daraus wurde dann eine Leidenschaft“.

Die Feuerwehr sichert die Strecke ab. Quelle: Sven Bartsch

Mit Leidenschaft sind im Geschäft des kalkulierten Totalschadens offenbar die meisten dabei. Im Fahrerlager stehen Stock-Car an Stock-Car, Wohnwagen an Wohnwagen. Es wird zusammen gegrillt, gelacht, angestoßen, gefachsimpelt und natürlich geschraubt – und daran tut auch der eisige Wind keinen Abbruch.

Auch viele Besucher ließen sich davon nicht unterkriegen und wohnten dick eingepackt dem Spektakelt bei – die Heegweg Veteranen mit Campingstühlen und Decke, um keine Runde zu verpassen.

Mit den Rennbedingungen zeigten sich sowohl Marcel Witt und Kollegen sowie die Rennleitung zufrieden. „Durch die Trockenheit war die Vorbereitung nicht so aufwendig wie sonst, das Gras stand einfach nicht so hoch“, sagt der MSC-Chef. „Heute Morgen haben wir die Strecke noch etwas gewässert und machen das auch immer wieder, wenn sie trockengefahren ist.“

In die Siegerslisten trugen sich unter anderem Sebastian Anker und Sven Borchert aus Hartha (Kategorie Trabi) Roman Petters aus Waldheim (ü 1600 ccm) und Sebastian Wenzel aus Hartha (bis 1300 ccm) ein.

Von André Pitz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Konzentration, Koordination und Schnelligkeit – das waren am Sonnabend zum großen Stadtfinale des Kindersprint-Wettbewerbes der VR-Bank Mittelsachsen gefragte Eigenschaften.

28.10.2018

Zwei Vereine, eine gemeinsame Leidenschaft: Kaninchenzucht – das unterstrichen am Wochenende die Rassekaninchenzüchter vom S837 Döbeln-Pommlitz und der S94 Döbeln mit der gemeinsamen Vereinsschau im Alten Gasthof Jeßnitz. 14 Aussteller präsentierten insgesamt 157 Tiere aus 15 verschiedenen Rassen.

28.10.2018

Mit eigenen Arbeiten und denen ihrer Schüler zog Kunstlehrerin Ute Philipp aus Mockritz gestern Abend jede Menge Publikum zur Ausstellungseröffnung ins Roßweiner Rathaus.

27.10.2018