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Döbeln Roßweiner Kleiderkammer: 78-Jährige managt das Geben und Nehmen
Region Döbeln Roßweiner Kleiderkammer: 78-Jährige managt das Geben und Nehmen
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00:35 15.03.2018
Warm anziehen ist derzeit noch angesagt für Rosmarie Schindler an ihrem Ehrenamts-Arbeitsplatz in der Roßweiner Kleiderkammer. In den Räumen der früheren Stadtsporthalle kann nicht geheizt werden. Quelle: Foto: Sven Bartsch
Rosswein

Kalt ist es derzeit an Rosmarie Schindlers Ehrenamts-Arbeitsplatz. Schon nach kurzer Zeit ist dem Besucher der Roßweiner Kleiderkammer die Kälte unangenehm die Beine hochgekrochen. Seit Februar ist wieder jeden Montag von 10 bis 12 und alle zwei Wochen mittwochs von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Im Vorraum der früheren Stadtsporthalle, die seit dem Hochwasser von der Stadt nur noch als Lagerfläche genutzt wird, gibt es keine Möglichkeit zu heizen. Deshalb kann das Angebot auch nicht zwölf Monate lang aufrecht gehalten werden. Ein Umstand, der die 78-jährige Ehrenamtlerin des DRK Döbeln-Hainichen ein wenig grämt.

Von November bis Ende Januar hat die Kleiderkammer zu. Und das, obwohl die Nachfrage auch in diesen Monaten groß ist. Vor Weihnachten hat Rosmarie Schindler deshalb auch schon mal extra geöffnet. „Das geht schon im September los mit den Anfragen.“

Obwohl es schon März ist, ist es auch jetzt eisig in den Räumen. Die sind im Vergleich zu denen im ehemaligen Domizil der Kleiderkammer im Schuldurchgang komfortabel, wie Rosmarie Schindler sagt. Vor drei Jahren ist die Kammer umgezogen. Mit der Größe der Räumlichkeiten ist sie zufrieden, auch, wenn sie eigentlich angesichts der vielen Dinge, die abgegeben werden, auch schon wieder zu klein sind. Vor allem Roßweiner bringen und holen Kleidung in der Kammer. Das Angebot wird rege genutzt. Vor allem im Sommer sei der Andrang groß. Jung und Alt bunt gemischt, weiß Rosmarie Schindler. Doch die Leute kommen auch aus Leisnig oder Hartha. Oder aus Döbeln, wo das DRK keine Kleiderkammer mehr hat. Nicht nur Kleider wandern in Roßwein von der gebenden Hand in die bedürftige. „Bettwäsche, Handtücher, Wischtücher sind auch sehr gefragt“, weiß Rosmarie Schindler. Was sie nicht annimmt, sind elektrische Geräte. Aber Kinderwagen und Ausstattung und vor allem auch Spielzeug sind gern gesehen. Auch Geschirr – wenn es vollständige Sets sind, kann man in der Kleiderkammer abgeben. Froh ist die 78-Jährige, wenn die abgegebene Kleidung ordentlich zusammengelegt ist. Das sei nicht selbstverständlich. „Manchmal bekommen wir auch nur zusammengeknülltes Zeug. Und wir haben hier unten keine Möglichkeit zu bügeln“, sagt sie.

Was sich Rosmarie Schindler, die montags auch noch die Ausgabe der Tafel in Roßwein managt, wünscht, sind mehr Regale und Kleiderständer. „Ich habe zum Beispiel gerade viele schöne Anoraks hier, die kann ich gar nicht ordentlich zeigen“, bedauert sie. Kleider, die gebracht werde, sortiert sie nach Größen ein. Auch Aussortieren gehört dazu – was in ein, zwei Jahren nicht abgeholt wurde, geht nach Hainichen. Wer sich etwas abholt, bekommt das kostenlos. Wer kann oder möchte, wirft einen kleinen Beitrag in eine Spendenbox.

Seit zehn Jahren, schätzt Rosmarie Schindler, betreut sie die Kleiderkammer in Roßwein. Viele sind dankbar, aber manche auch einfach „arrogant“. „Wem es nicht passt, was er hier bekommt, der muss auch nicht herkommen“, ärgert sie sich über solche Leute. Trotz ihres fortgeschrittenen Alters und der nicht immer leichten Rahmenbedingungen macht sie die Arbeit in der Kleiderkammer gern. Wie lange noch? „So lange es geht“, sagt sie und lacht.

Kleiderkammer Roßwein: Montags 10 bis 12 Uhr; Alle zwei Wochen (gerade Woche) mittwochs, 15 bis 18 Uhr (Annahme nur bis 17.30 Uhr.

Von Manuela Engelmann

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