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A 14: Konflikte nicht ausgeschlossen

A 14: Konflikte nicht ausgeschlossen

Bald ausgedient hat offenbar die Brücke der Autobahn 14 über die Mulde bei Grimma, über die Kraftfahrer aus der Region Döbeln am schnellsten Leipzig erreichen.

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Neubau wird vorbereitet: Auf 350 Meter Länge überspannt die Brücke der A 14 bei Grimma das Muldental. Doch das Bauwerk ist verschlissen und muss ersetzt werden. Derzeit laufen Voruntersuchungen für den Ersatzneubau.

Quelle: Andreas Röse

Region Döbeln/Grimma. Während das Bauwerk in jüngster Zeit mehrmals und aufwendig repariert wurde, verfolgt der Freistaat schon seit mehreren Jahren Pläne für einen Neubau (die DAZ berichtete). Jetzt wurde die Stadt Grimma um Stellungnahme im Rahmen der Voruntersuchungen gebeten.

Die Brücke befindet sich zwischen den Anschlussstellen Mutzschen und Grimma etwa am Kilometer 47 und ist 350 Meter lang. Sie gilt als technisch verschlissen. Als sie vor rund 40 Jahren gebaut wurde, war an 43 000 Fahrzeuge in 24 Stunden nicht zu denken, erst recht nicht an Schwerverkehr in heutigen Dimensionen. Den Prognosen zufolge wird die Verkehrsbelastung weiter zunehmen.

Schon 1997 wurde die Fahrbahn erneuert, 2005 erhielt die Brücke einen neuen Korrosionsschutz. 2009 wurden bei Routinekontrollen Schäden an den Fugen zwischen den Betonteilen entdeckt, die auf zwei Stahlträgern liegen und die eigentliche Fahrbahnplatte bilden. 2010 und 2011 wurden diese Schäden für rund 500 000 Euro repariert. Der damalige Sprecher des Autobahnamtes Sachsen, Burkhard Zscheischler, sagte schon im August 2010: "In zehn Jahren sollten wir eine neue Brücke haben."

Zu dem Zeitpunkt waren die Planungen längst angelaufen. In einer Machbarkeitsstudie von 2007 wurden fünf Varianten für einen Neubau betrachtet. Darunter war eine, bei der die neue Brücke rund 500 Meter flussabwärts gerückt wäre. Diese und andere Modelle wurden verworfen, nunmehr geht es um einen Ersatzneubau im jetzigen Baufeld. Das entnimmt Jochen Lischke, Leiter des Stadtentwicklungsamtes Grimma, den Unterlagen der Voruntersuchung, die der Stadt zugestellt wurden. Voraussichtlich soll zunächst eine Behelfsbrücke direkt neben das vorhandene Bauwerk gestellt werden, über die während des Baus der Verkehr fließt. Statt der jetzigen fünf Doppelpfeiler soll die neue Brücke nur vier bekommen, von denen keiner mehr im Wasser stehen wird.

Bestandteil der Voruntersuchungen sind ausgiebige Umweltbetrachtungen. Demnach leben an und rund um die Brücke 90 durch europäisches Recht geschützte Tierarten, darunter 74 Vogelarten, Biber, Flussotter und 14 Arten von Fledermäusen.

"Erstaunlich, wie reichhaltig die Tierwelt hier in unserer Region ist", sagt Lischke. Die Planer würden ausgiebig beschreiben, wie die Tiere während des Bauzeit und vor allem des Abrisses der vorhandenen Brücke von dieser weggelockt werden sollen. Es sei nicht auszuschließen, dass in dieser Problematik Zündstoff liegt für eine Konfrontation mit Umweltverbänden. Allerdings, meint Lischke: "Die Brücke muss ja gebaut werden, man kann nicht die Autobahn sperren."

Während die Umweltbetrachtungen zwei Ordner für sich einnehmen, werde der Mensch als Schutzgut eher kläglich behandelt, stellt Lischke fest. Gerade mal eine einzige Seite in den Unterlagen habe er gefunden, die sich mit Lärmschutz befasse. Wobei der Schluss gezogen wird, dass Schutzmaßnahmen an der Brücke nicht erforderlich sind. Was Bewohner der Gegend offenbar anders sehen. Der Grimmaer Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) hat nach eigener Darstellung Mails von Bürgern bekommen, die auffordern, den Lärmschutz nicht außer Acht zu lassen. Laut Berger wolle man das in die Stellungnahme der Stadt aufnehmen.

In den Unterlagen werden keine Aussagen über die zu erwartenden Kosten für den Brückenbau getroffen. Auch zu dessen Zeitpunkt ist nichts zu erfahren. Berger spekuliert über den Bautermin: "Das passiert vermutlich nicht vor 2017 oder 2018."

André Neumann

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