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Döbeln AZV Döbeln-Jahnatal: Millionen für Kanalbau
Region Döbeln AZV Döbeln-Jahnatal: Millionen für Kanalbau
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21:14 12.12.2011

Diese Investitionen werden zur Folge haben, dass sowohl das Anlagevermögen des Zweckverbandes wächst, als auch die Kreditverbindlichkeiten im nächsten Jahr auf über 25 Millionen Euro steigen. Obwohl es nur noch wenig Fördermittel zum Beispiel für den Kanalbau gibt, hält Verbandsvorsitzender Gunter Weber den Zeitpunkt nicht gerade für ungeeignet, Geld in die Abwasser-Infrastruktur zu stecken. "Die günstigen Zinsen sprechen dafür. Zurzeit liegen diese für uns bei zwei bis dreieinhalb Prozent", so Weber. Sie seien schon mal doppelt so hoch gewesen. Ausschlaggebend für die Investitionen ist aber nicht das billige Geld, sondern das überarbeitete Abwasserbeseitigungskonzept des Verbandes, mit dem auf die strengen europäischen Forderungen reagiert wird.

Die großen Batzen im Verbandsgebiet, zu dem die Stadt Döbeln und die Gemeinden Ostrau, Mochau, Zschaitz-Ottewig sowie Großweitzschen gehören, werden Kanalbauten in Choren, an der Kreisstraße Clanzschwitz-Pulsitz, in der Roßweiner Straße/Muldenstraße/Schillerstraße in Döbeln, in der Thomas-Müntzer-Straße und Technitzer Straße in Döbeln-Masten sowie in Lüttewitz bei Zschaitz sein.

Angestrebt wird, dass die Kläranlage in Döbeln-Masten eines Tages energetisch autark arbeitet. Das heißt, die für den Betrieb der Anlage benötigte Energie soll möglichst vor Ort erzeugt werden. "Eine Variante ist der Einbau eines Wärmetauschers in den Zulauf der Kläranlage. Die gewonnene Energie soll für die Heizung der Gebäude verwendet werden", erklärt der Geschäftsführer des Abwasserzweckverbandes (AZV), Hans-Jürgen Gemkow. Nächstes Jahr starten die Arbeiten dafür.

Die Kredite, die der Verband bereits aufgenommen hat und die er noch aufnehmen will, können problemlos bedient werden, erklärte Uwe Leinen vom Betriebsführer Oewa. Der Jahresüberschuss des Verbandes sinkt aber weiter. Betrug dieser im Vorjahr noch rund 267 000 Euro, sind für nächstes Jahr 100 000 Euro weniger anvisiert. Die Erlöse aus der Schmutzwasserentsorgung sind in diesem Jahr deutlich zurückgegangen. Ein Grund dafür ist die Produktionseinstellung von Signet Solar im Gewerbegebiet Fuchsloch. Hingegen konnte durch erbrachte Leistungen für Dritte bei der Fäkalschlammannahme der Erlös gesteigert werden. So werden beispielsweise in der Döbelner Kläranlage Produktionsrückstände der Wein- und Sektkellerei Ostrau entgegengenommen und behandelt.

Der Döbelner Oewa-Niederlassungsleiter Frank Lässig erklärte, dass es in diesem Jahr in den Kläranlagen Döbeln-Masten, Ostrau und Westewitz keine Überschreitung der Grenzwerte gab, die in der Abwasserverordnung verankert sind. Das Problem der perflourierten Tenside - deren Konzentration im Klärschlamm der Döbelner Anlage war durch Einleitung aus Metallbetrieben viel zu hoch - sei mittlerweile gelöst. Der Klärschlamm müsse also nicht mehr als teurer Sondermüll entsorgt werden.

❏ Das Investitionsvolumen des Abwasserzweckverbandes (AZV) Döbeln-Jahnatal soll im nächsten Jahr bei 4,575 Millionen Euro liegen. Das Anlagevermögen wird von derzeit 67,47 Millionen Euro auf 70,32 Millionen Euro anwachsen. Die Kreditverbindlichkeiten betragen jetzt 22 Millionen Euro und steigen 2012 auf 25,1 Millionen Euro.

❏ Die Länge des Kanalnetzes beträgt im Verbandsgebiet 276 Kilometer. Die Gesamt-Kapazität der Kläranlagen ist mit rund 46 500 Einwohnerwerten konstant geblieben. Die Zahl der Kunden im Zweckverband beträgt 7300. Die Zahl der Kunden, für die die Abwasserentsorgung zentral erfolgt, ist gestiegen. Der Anschlussgrad liegt jetzt bei 57 Prozent. Die Abwassermenge ist in der Kläranlage Döbeln um zehn Prozent auf 1,8 Millionen Kubikmeter zurückgegangen.

❏ Die Höhe der offenen Forderungen des Verbandes - also von den Kunden noch nicht bezahltes Abwassergeld - beträgt im Verbandsgebiet 37 252 Euro (Stand Oktober 2011). Im Zusammenhang mit der Finanz- und Wirtschaftskrise lässt die Zahlungsmoral laut Geschäftsführer Hans-Jürgen Gemkow nach. Firmeninsolvenzen tragen zu den offenen Forderungen bei.

Olaf Büchel

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