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Abthaus von oben dicht und sicher

Kloster Buch Abthaus von oben dicht und sicher

Jetzt kann im Abthaus des Klosters Buch niemandem mehr die Decke auf den Kopf fallen: Dach und Tragwerk sind für 320 000 Euro saniert. Dies hat die Ostdeutsche Sparkassenstiftung mitfinanziert, und zwar aus dem Erlös der PS-Lotterie. Stiftungsgeschäftsführer Friedrich-Wilhelm von Rauch überzeugte sich jüngst persönlich vom Stand der Sanierung.

Restaurator Thomas Schmidt (rechts) erläutert die Besonderheiten im ersten fertig gestellten Museumsraum des Abthauses.

Quelle: Fotograf Sven Bartsch

Leisnig. Dank der Unterstützung von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung fällt beim Förderverein Kloster Buch niemandem die Decke auf den Kopf – wobei das bis vor Kurzem durchaus hätte geschehen können. Nicht etwa, weil es den sieben Mitarbeitern langweilig geworden wäre. Stattdessen zeigt sich vor zwei Jahren bei der Dachsanierung vom Abthaus: An der Tragwerkskonstruktion hängen sämtliche Balken in der Luft.

Unter anderem die Stiftung fördert die Sanierung an dem 700 Jahre alten Gebäude. „Den Verein hätte das sonst die Existenz gekostet“, schätzt der Restaurator Thomas Schmidt ein. Der Minkwitzer, mit der fachlichen Begleitung der Sanierung beauftragt, erläutert am Freitag dem Stiftungsgeschäftsführer Friedrich-Wilhelm von Rauch den Stand der Sanierung. Der erste von zwei künftig zu musealen Zwecken bestimmten Räumen wird vorgestellt, vom Fußboden bis zur Decke in neuem alten Glanz.

Freistaat verkauft Kloster und behält Land für sich

Fördervereinvorsitzender Heiner Stephan beschreibt, wie die Stadt Leisnig einst zum Kloster kam und wie sich Kommune sowie Förderverein bemühen, das frühere Zisterzienserkloster zu erhalten. Für eine D-Mark hatte die Stadt das vormalige volkseigene Gut einst dem Freistaat Sachsen abgekauft – Heiner Stephan damals als Leisnigs Bürgermeister. Jetzt ist er es als Vereinvorsitzender, der den Pferdefuß dieser Aktion nicht los wird: Die einst zum Kloster und später zum volkseigenen Gut gehörende landwirtschaftliche Fläche behält der Freistaat für sich, kassiert aus der Bewirtschaftung die Pacht – wobei dieses Geld durchaus für die Sanieren der Kloster-Bausubstanz dringend nötig wäre. Der Freistaat lässt sich in dieser Beziehung allerdings nicht erweichen.

Schwarze Zahlen noch zu knapp für Eigenmittel

„Mit dem Förderverein schreiben wir zwar niemals rote Zahlen“, schildert Stephan in der Gesprächsrunde mit Friedrich-Wilhelm von Rauch sowie Vertretern der Kreissparkasse Döbeln wie Reingard Pöhnitzsch und Uwe Krahl vom Vorstand. Jedoch seien die schwarzen Zahlen lediglich vierstellig, resultieren großenteils aus den monatlichen Bauernmärkten. „Das Problem ist: Von 6000 Euro Einnahmen pro Jahr lassen sich nicht die geforderten Eigenmittel aufbringen für ein Projekt wie die Abthaussanierung“, sagt Stephan.

Stiftung hat Auge auf Brennpunkt der Reformation

Mittlerweile, so bestätigt Vereinskassiererin Sonja Jäschke, seien verschiedene Förderstellen auf das Kloster, den Förderverein, die hier ehrenamtlich Aktiven sowie die Arbeit der Angestellten um Rica Zirnsack aufmerksam geworden. Fördermittel flossen beispielsweise aus der Integrierten Ländlichen Entwicklung, von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz oder vom staatlichen Museumswesen für diverse Vorhaben. Auch Bund, Land und Landkreis unterstützen dort, wo sie können.

Aus dem Sanierungsfonds für die Behebung von Hochwasserschäden habe das Kloster profitiert, so Stephan: „Mancher archäologischer Fund würde jetzt noch in der Erde und den Mauern schlummern, hätte das Wasser hier nicht so große Löcher gerissen, durch die wir in die Geschichte schauen konnten.“ Nun sei der neue Ausstellungs- und Präsentationsraum mit Objekten zu füllen. Die Sanierung des Zimmers mit der bemalten Balkendecke hatte 80 000 Euro gekostet, Tragwerk sowie Deckung des Abthausdaches 320 000 Euro. Nach von Rauchs Worten fördere die Ostdeutsche Sparkassenstiftung derartige Flaggschiffprojekte mit besonderer Brisanz für die Region. Das Kloster Buch sei zusammen mit dem Leisniger Stadtgut ein reformationsgeschichtlicher Brennpunkt.

Von Steffi Robak

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