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Döbeln Waldheim zahlt Leisnig halbe Million Euro
Region Döbeln Waldheim zahlt Leisnig halbe Million Euro
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18:43 09.11.2018
Steht bald mit seiner Abwasserklärung alleine da: Die Kommune Leisnig. Ein Eigenbetrieb ist geplant. Quelle: Streffi Robak
Leisnig

Leisnig bekommt vom Abwasserzweckverband Untere Zschopau noch eine halbe Million Euro. Dann sind die Verbände zum 31. Dezember 2018 geschiedene Leute. Hartha hat keinen Grund mehr, im Leisniger Verband zu verbleiben. Die Harthaer Ortsteile um Gersdorf sollen laut Entscheidung des Harthaer Stadtrates nicht mehr unter Regie des Leisniger Zweckverbandes stehen, sondern zum Verband „Unter Zschopau“ wechseln.

Hartha ist dort von Beginn an Mitglied. Harthas Bürgermeister Ronald Kunze dazu:„Damit haben wir jetzt den Stand, den der Harthaer Stadtrat vor mehr als zwei Jahren schon so haben wollte.“

Bereits als der zuletzt parteilose Gerald Herbst noch Harthas Bürgermeister war, beschloss der Harthaer Rat, die Dörfer um Gersdorf sollen mit vom Zweckverband „Untere Zschopau“ betreut werden. Um nicht allein zurück zu bleiben, schlug Leisnig als Altnative eine große Fusion vor. Danach wäre die Abwasserklärung von Döbeln-Jahnatal, Hartha, Leisnig sowie Waldheim, also fast des gesamten Altkreises Döbeln, in eine Hand gelegt worden. Auch Roßwein hätte perspektivisch eingegliedert werden sollen.

Döbeln und Waldheim folgten diesem Fusionsgedanken von Leisnigs Bürgermeister Tobias Goth (CDU) von Beginn an nicht. Die Kommunen und ihre Verbände, in denen jeweils die Bürgermeister an der Spitze stehen, wollten sich in eine große Fusion nicht hineinzwingen lassen. Mit dem Harthaer Austritt aus dem Leisniger Verband steht die Kommune nun allein da. Der Verband ist überflüssig. Am Donnerstag war das Prozedere rund um Harthas Austritt und Leisnigs Verbandsauflösung Thema im Leisniger Stadtrat. Die Ratsmitglieder votierten einstimmig mit ja. In der Zweckverbandsversammlung am Freitag stimmten Leisnig und Hartha in persona beider Bürgermeister sowohl für Austritt und Auflösung.

Damit ist nun alles bereit, damit zum Jahreswechsel neue Strukturen wirken. Vorher war per Vertrag unter anderem der finanzielle Ausgleich zu regeln.

Immerhin ließ der Abwasserverband Leisnig in den Dörfern rund um Gersdorf in den vergangenen Jahren mehrere Gruppenkläranlagen neue bauen. Michael Tecklenburg, der für den AZV Leisnig die Geschäfte führt, spricht von zu übernehmenden Vermögenswerten in Höhe von 2,3 Millionen Euro. Zu übernehmen sind zudem rund 1,8 Millionen Euro an Krediten. Da der Restbuchwert für die Anlagen höher ist als die Verbindlichkeiten in Form von Krediten, gleicht der Waldheimer Verband die Differenz mit einer Zahlung aus.

In welcher Rechtsform die Abwasserklärung von Leisnig künftig organisiert sein soll, ist unklar. Leisnig würde gern einen Eigenbetrieb gründen. Die Rechtsaufsichtsbehörde beim Landkreis Mittelsachsen geht diesen Weg nicht unwidersprochen mit. Sie verlangt die Abwägung zusätzlicher Varianten, etwa einer GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) oder der Variante, die Abwasserentsorgung direkt in den Haushaltsplan der Kommune einzugliedern.

Von Steffi Robak

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