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Döbeln Achtung Schulfest-Virus: Das steckt jeden an
Region Döbeln Achtung Schulfest-Virus: Das steckt jeden an
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17:15 05.07.2015
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Als dann der Gummiring endlich drauf war, brauchte Veit Lindner nur vier Schläge - und der kühle Gerstensaft floss in Strömen. Die Roßweiner Schützen gaben noch laute Böllerschüsse vom Rathausbalkon und das 44. Schul- und Heimatfest war gestern Nachmittag eröffnet.

Zuvor war auf der Marktbühne vom Bürgermeister und den 1. Sächsischen Fahnenschwingern aus Niederlungwitz die neue Roßwein-Fahne geweiht worden. In den Roßweiner Farben rot und weiß und mit dem Roß als Wappentier ließ Fähnrich René Lorenz die Flagge gekonnt durch die Luft segeln, um sie immer wieder sicher aufzufangen.

Bei der Festveranstaltung im Rathaussaal ging Bürgermeister Lindner (parteilos) auf die nun schon 178-jährige Tradition des Schul- und Heimatfestes ein. "Es ist kein Fest, das administrativ angeordnet wird, sondern das die Bürger selbst vorbereiten, ausgestalten und zum Teil selbst finanzieren", sagte Lindner, der vom "Schulfest-Zauber" sprach.

Auch diesmal entfaltet sich dieser Zauber, trotz zunächst bremsender Wirkung durch drei Punkte, die Lindner aufzählte. Dazu gehören die Ausgleichsbeiträge, die die Grundstückseigentümer in der Innenstadt für die Stadtsanierung zahlen müssen; der zwar lange erhoffte, sich aber im Schulfestjahr als hinderlich erweisende Ausbau der Staatsstraße und der regelmäßig demonstrierende Pegida-Ableger, "der eher für Probleme sorgte. Zum Glück nahmen sich die Verantwortlichen in den letzten Tagen zurück".

Helga Frankenstein (80) erhielt die Ehrenbürgerwürde der Stadt Roßwein. Die überraschte und sehr bewegte Gleisbergerin wurde damit für ihre Verdienste bei der kulturellen Entwicklung ihres Heimatortes ausgezeichnet. Die Stadträte Uwe Hachmann, Siegfried Barth, Peter Krause, Bernd Handschack und Steffen Zaspel sowie die Ortschaftsräte Erich Lommatzsch und Eugen Kunze bekamen die Roßweiner Ehrenmedaille für 25-jährige Ratsmitgliedschaft.

Schon am frühen Morgen war die ganze Stadt auf den Beinen. Letzte Handgriffe beim Schmücken der Straßen, Aufbau kleiner und größerer Bühnen, Platzieren der Bierwagen und Imbissstände und vieles mehr gab es noch zu erledigen. "Phänomenal. Das Virus namens Schulfest hat wieder um sich gegriffen", lobte Bürgermeister Lindner die Straßengemeinschaften und insgesamt 34 Straßenbürgermeister für ihren Einsatz und ihre Originalität beim Herausputzen der Stadt. Er und mehrere Stadträte waren ab 9 Uhr unterwegs - übrigens mit zwei amerikanischen Straßenkreuzern vom Typ Pontiac - um rund 30 Straßen abzunehmen.

"Ich bin von der Lommatzscher Straße angenehm überrascht. Ich hätte gar nicht gedacht, dass hier noch so viele Leute wohnen. Es ist die längste Straße und sie sieht toll aus", sagte Stadtrat Uwe Hachmann. Ganz deutlich sei der Zusammenhalt einzelner Straßengemeinschaften zu spüren. Wichtig, so Hachmann, sei, dass ein Straßenbürgermeister die Fäden in der Hand hat. In der Döbelner Straße tauschten die Bewohner noch am Vormittag die bereits verwelkten Fichten gegen neue, grüne aus. "Bei uns hatten die Bewohner die Bäumchen bis gestern in den Hausfluren oder Höfen im Wasser stehen", erklärte Andrea Krondorf, Straßenbürgermeisterin vom Oberstadtgraben, weshalb die (Straßen)-Rand-Fichten dort noch so frisch aussehen. Am Kreuzplatz hat sich Günther Zeugfang wieder ganz besonders ins Zeug gelegt und zur Freude der jüngsten Besucher in einer Häuserlücke ein kleines Märchenland geschaffen - inklusive Hexenseilbahn.

"Es ist schon was Wahres dran, am Schulfest-Virus, bemühte auch Stadtrat Peter Krause dieses Gleichnis. "Erst wird geschimpft. Dann wird gedroht. Und wenn der Erste angefangen hat zu schmücken, dann machen alle mit."

Nicht nur wegen zahlreicher Tipps zum Fest und zum Programm am Wochenende lohnt sich ein Blick auf die Homepage der Stadt Roßwein. Über diese gelangt man auch zu den Liveübertragungen der Wahl der Schulfestkönigin und des Festumzuges: www.rosswein.de

Olaf Büchel

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