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Döbeln Ärger um Gersdorfer Gasthaus: Wirt und Kaufinteressent im Clinch
Region Döbeln Ärger um Gersdorfer Gasthaus: Wirt und Kaufinteressent im Clinch
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08:42 07.10.2016
Das „Gasthaus Simon“ ist mittlerweile etwas eingeschlafen. Aus einem potenziellen Kauf wurde nun nichts. Quelle: DAZ-Archiv
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Gersdorf

Dennis Herzberg stellte sich schon als neuer Nachbar vor, doch der Traum vom eigenen Gasthof ist geplatzt. Am vergangenen Wochenende sollte die Eröffnung des neuen, alten Gasthauses in Gersdorf sein. Und auch wenn alles schon unter Dach und Fach schien, bleibt das Gasthaus Simon in den Händen von Gerd Simon. Dennis Herzberg, Leipziger Miet-Koch, reiste bereits mit vollen Umzugskartons in Gersdorf an. Für seine neuen Nachbarn gab er Anfang September eine kleine Einzugsfeier. Ein Vertrag wurde nie unterschrieben, es gab lediglich mündliche Absprachen.

Erst Pachtvertrag, dann Mietkauf

Anfang des Jahres inserierte Gerd Simon seinen Gasthof im Internet. „Wir betreiben das Gasthaus seit zwei, drei Jahren nur noch auf Sparflamme“, erklärt der Wirt. Mit 75 Jahren will er eigentlich abschließen. Als Dennis Herzberg sich meldete, ging alles ganz schnell. Anfangs war ein Pachtvertrag angedacht, doch Gerd Simon legte den Herzbergs einen Mietkauf nahe – zu den gleichen monatlichen Konditionen (600 Euro fürs Gasthaus, 400 Euro für die Wohnung). Dennis Herzberg willigte ein – nach wie vor mündlich.

Währenddessen packten er und seine Familie schon Kartons. Gerd Simon gab ihnen den Schlüssel zum Vorrichten. Gerd Simon: „Ende September sollte die Familie einziehen. Plötzlich sind sie viel früher in die Wohnung eingerückt, ohne das ein Vertrag unterschrieben wurde.“ Wenig später, am 8. September, lud Dennis Herzberg seine neuen Nachbarn ein. Missverständnisse innerhalb verschiedener Absprachen zu Küchen- und Getränkenutzung sorgten für Unmut. Das Hin und Her brachte Dennis Herzberg dazu, vorerst auszuziehen. Er schloss seine schon mitgebrachten Sachen in zwei Zimmer ein.

Zahlungsfähigkeit bezweifelt

Am 16. September sollte das letzte Gespräch vor dem Notartermin stattfinden. Doch das verlief anders als geplant, denn Gerd Simon brachte plötzlich Bedenken ein und zweifelte an der Zahlungsfähigkeit des potenziellen Käufers. „Normalerweise übernimmt der Käufer die Kosten für den Notar. Doch wenn der nicht zahlen kann oder will, holen sie es sich beim Verkäufer, was in dem Fall ich gewesen wäre“, erklärt der 75-Jährige. Warum Gerd Simon solche Zweifel an der Liquidität von Dennis Herzberg hatte, bleibt offen. Ein Grund könnte der geplatzte Investoren-Deal sein, den der Leipziger anfangs verkündete. Gerd Simon zog seinen Ratenkauf-Vorschlag daraufhin zurück, brachte wieder den anfänglichen Pachtvertrag ins Spiel. Doch das wollten die Herzbergs nun nicht mehr. Beide Seiten konnten sich nicht einigten und entschieden sich gegen ein Geschäft.

Von Stephanie Helm

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