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Döbeln Ärger wegen Töllschützer Schweinezucht
Region Döbeln Ärger wegen Töllschützer Schweinezucht
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21:08 18.01.2012
Hier sollen in Töllschütz Schweine gezüchtet werden. Quelle: W. Sens

Anwohner Rene Naumann gibt zu bedenken: "Wenn ich was von 180 Schweinen höre, die hier gehalten werden sollen, dann habe ich Angst wegen Geruch, Lärm und Viehzeug." Seine Frau wird noch deutlicher und fragt Ortsvorsteher Frank Tänzer: "Wollen Sie daneben wohnen?" Der gibt unumwunden zu, dass es ihm auch unangenehm wäre, sieht das Ganze aber rational: "Da ist ein großer landwirtschaftlicher Betrieb im Entstehen. Das sichert uns, dass der Hof nicht verfällt. Das Ortsbild wird dadurch auch nicht gestört."

Der Technische und Umwelt-Ausschuss der Gemeinde Ostrau hatte in der Sitzung am Dienstag über Zustimmung oder Ablehnung des Nutzungsänderungsantrages der Familie Kupfer zu entscheiden. Die Mehrheit stimmte dem Antrag zu. Im Vorfeld der Sitzung hatten sich einige Gemeinderäte auf dem Müllerschen Gut umgesehen. "Da gab es erstaunte Reaktionen ob der vorbildlichen Tierhaltung. Die Familie Kupfer achtet auf saubere Boxen mit frischem Stroh", erklärt Roland Stieber, der mit der Planung und Antragsstellung beauftragt ist. Allerdings heißt auch er nicht gut, was den Tierhaltern zur Last gelegt wird. In einer Nacht- und Nebelaktion hätten sie ihre Schweine in Töllschütz "noteingestellt", weil es im bisherigen Stall im Stadtgut nur noch Ärger gab. "Das war nicht mehr auszuhalten, dort hat man uns große Schwierigkeiten gemacht. Einige unserer Sauen waren schon am auspacken, wir mussten reagieren. Mit dem Veterinäramt war alles abgesprochen", sagt Mandy Kupfer auf Nachfrage der DAZ.

Die 35-Jährige ist nicht unerfahren im Umgang mit Tieren: "Wir haben schon seit 19 Jahren Schweine. Am Anfang waren mein Mann und ich absolute Quereinsteiger, es war nur Hobby." Aus dem Hobby wollen sie nun aber konsequent den Beruf machen und damit die Lebensgrundlage für ihre fünfköpfige Familie schaffen. "Wir wissen, dass es hier in der Region weder Ferkel noch Schlachtsauen gibt, der Bedarf aber da ist. Auch aus dem Ort haben uns schon Anwohner gefragt." Mit der Schweinezucht wollen Kupfers behutsam vorgehen. Im Moment haben sie 54, mehr als 180 Tiere sollen es nicht werden auf dem Hof. Es gehe nicht um Profit, sondern um eine vernünftige Lebensgrundlage. "So geben wir unseren Sauen, nachdem sie geferkelt haben, sicher viel längere Erholungsphasen als es reine Zuchtbetriebe machen. Unsere Zuchttiere haben auch alle Namen. Das heißt, dass die nicht in den Kochtopf kommen", erzählt Mandy Kupfer. Überhaupt seien Schweine sehr saubere und vor allem intelligente Tiere. Deshalb bekommen die Spielzeug in die Ställe, das sei Pflicht.

Sollte das Bauordnungsamt des Landkreises den Nutzungsänderunsantrag der Familie Kupfer genehmigen, kämen auf die Tierhalter mit Sicherheit einige Pflichten zu. "Es werden garantiert Auflagen erteilt. Darüber sind sie sich im Klaren", sagt Roland Stieber. Zunächst gehe es aber nur um den Stall und die Tierhaltung, nicht um Baumaßnahmen. Von einem Bauanttrag könne keine Rede sein.

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