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Döbeln Ätzende Säure statt leckerem Eis – Langes Wochenende für die Feuerwehren
Region Döbeln Ätzende Säure statt leckerem Eis – Langes Wochenende für die Feuerwehren
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17:11 30.07.2018
Am Freitag brannten erneut mehrere hundert Quadratmeter Wald bei Hochweitzschen. Quelle: Feuerwehr Döbeln
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Döbeln

Fahrlässige Brandstiftung ist die Ursache des Balkonbrandes vom Sonnabendabend in der Westfälischen Straße in Döbeln-Nord. Das hat der Brandursachenermittler der Polizei am Sonntagmorgen nach dem Brand festgestellt. Was sich genau entzündet hatte, dazu machte die Polizeidirektion Chemnitz keine Angaben. Zum Glück war bei dem Feuer am Sonnabend niemand verletzt worden. Auch die Schäden blieben weitgehend auf den Balkon der Wohnung und die Wohnungseingangstür begrenzt. Hausbewohner hatten um kurz nach 20 Uhr die Rettungsleitstelle informiert, weil es auf dem Balkon des Wohnblockes brannte. Die Feuerwehren Döbeln, Limmritz und Ebersbach rückten in großer Besetzung an. Atemschutzgeräteträger öffneten die Wohnungstür gewaltsam, weil der Mieter nicht anwesend war und löschten den Brand recht schnell. Zuvor waren bereits die Hausbewohner in Sicherheit gebracht worden. Das Haus wurde danach von der Feuerwehr belüftet. Vorsorglich waren auch die Schnelleinsatzgruppe des Deutschen Roten Kreuzes und der Organisationsleiter des DRK mit angerückt, da bei Wohnhausbränden immer unklar ist, ob und wieviele Menschen versorgt werden müssen. Zum Glück ging die Sache am Sonnabend glimpflich ab.

Für die Freiwillige Feuerwehr Döbeln war dies am Sonnabend bereits der 244. Einsatz in diesem Jahr. Es wird als Rekordjahr in die Geschichte der Wehr eingehen. Bereits am Vorabend, am Freitagabend, hielten sich die Döbelner Feuerwehrleute in Bereitschaft. Denn in Hochweitzschen stand wieder einmal ein Waldstück in Flammen. Die Wehren aus Großweitzschen, Westewitz, Mockritz, Gallschütz, Hartha, Wendishain, Gersdorf und Leisnig waren gemeinsam mit der Polizei im Einsatz gegen die Flammen. Die Döbelner standen als Ablösung in Bereitschaft, konnten aber wieder abziehen, nachdem die anderen Wehren die Flammen in den Griff bekommen hatten. Mehrere hundert Quadratmeter Waldfläche waren verbrannt.

Der mittlerweile 245. Einsatz der Döbelner Feuerwehr war am Sonntag ein Gefahrguteinsatz. Anwohner am Körnerplatz hatten am Sonntag einen herrenlosen Koffer mitten auf dem Körnerplatz beobachtet. Sie riefen die Polizei. Die Beamten fanden in dem Koffer eine unbekannte Flüssigkeit in einer Flasche, bei der es sich der Aufschrift nach um Salpetersäure handeln sollte. Sicherheitshalber zogen die Beamten gegen 15 Uhr die Döbelner Feuerwehr hinzu.

„Wir hatten uns gerade im Venezia ein Eis bestellt, als der Alarm losging. Aber so ist das manchmal bei der Feuerwehr“, sagt Heiko Hentzschel, der am Sonntag bei der Freiwilligen Feuerwehr Döbeln den Leitungsdienst inne hatte. Mit Flatterband sperrte die Feuerwehr das Areal um das Karl-Marx-Denkmal, wo der Koffer gefunden wurde ab. Mit Atemschutz bargen die Kameraden den Inhalt des Koffers und übergaben ihn an die vom Landkreis Mittelsachsen hinzugerufene Firma Becker Umweltdienste. Diese nahm das Fläschchen in sichere Verwahrung. Salpetersäure wirkt auf Haut, Atemwege und Schleimhäute ätzend. In hoher Konzentration wirkt die Säure brandfördernd. „Wir haben die Flüssigkeit gesichert. Es lief nichts aus“, so Einsatzleiter Heiko Hentzschel.

„Die Flüssigkeit und deren Herkunft werden nun noch genauer untersucht“, sagt Steve Berger von der Pressestelle der Polizeidirektion Chemnitz. Ein Ergebnis, ob es sich um Salpetersäure handelt stand dabei gestern Nachmittag noch aus.

Salpetersäure ist einer der wichtigsten Grundstoffe der chemischen Industrie. Sie dient unter anderem zur Herstellung von Düngemitteln, zum Fettlösen sowie zum Beizen von Metall.

Von Thomas Sparrer

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