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Döbeln Agrargeschichte wird in Littdorf lebendig
Region Döbeln Agrargeschichte wird in Littdorf lebendig
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12:00 16.05.2016
Über ein Jahr lang haben die Leute vom Heimatverein Niederstriegis des Gabelheuwender restauriert und rot-weiß angestrichen. Nun zeigen sie diese historische Landmaschine neben vielen anderen vor ihrem Museum in Littdorf. Quelle: Dirk Wurzel
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Littdorf

Vorm Heimatmuseum des Heimatvereins Niederstriegis steht jetzt ein kleiner Park historischer Landmaschinen. Zum Beispiel Grubber, Pflüge und ein Kartoffelschleuderradroder. Dieses Gerät, vom Pferd oder Traktor gezogen, buddelt die Erdäpfel mit V-förmigen Pflugscharen aus und rotierende Gabeln werfen die Knollenfrüchte neben die Zeile, wo sie die Feldarbeiter aufsammeln mussten.

Welthandel hat schon früher funktioniert

Der Hingucker An der Schnauder ist aber der Gabelheuwender, den die Heimatfreunde im letzten Jahr restauriert haben. Rot und weiß angestrichen thront er quasi über den anderen Ackergeräten. „Die Farbgebung liegt daran, dass der Heuwender ein Fahr-Gerät ist. Die Firmenbarben dieses Unternehmens waren rot-weiß“, erläutert Heimatvereins-Vorsitzender Andreas Klößer. Er und seine Mitstreiter begrüßten am Sonnabend einige Gäste, die sich die Landmaschinen und das Museum anschauten, dessen schier unermesslicher Fundus von historischer Kleidung bis zu alten Radio- und Fernsehapparaten reicht. Im Garten wiederum ist sogar Technik aus Übersee zu bestaunen. Den großen Balkenmäher hat eine Firma namens Mc Cormick mit Sitz in Chicago in den Vereinigten Staaten hergestellt, die Deichsel trägt das Firmenschild des Döbelner Unternehmens Findeisen und Unterdorfer. Man sieht: Schon früher hat der Welthandel funktioniert – ganz ohne TTIP. Viele der landwirtschaftlichen Geräte hat Herr Schneider, Spitzname „Mecke“, aus Hermsdorf bei Döbeln den Niederstriegiser Heimatfreunden gestiftet, die ihm sehr dankbar dafür sind.

Nähmaschinen noch im Klassenzimmer

Im Inneren des Museums soll sich demnächst auch einiges ändern. „Wir haben soviele Fernseher und Radios. Dafür reicht der Platz im Obergeschoss nicht mehr aus“, sagt Andreas Klößer. Darum sollen die historischen Dudel- und Flimmerkisten ins Dachgeschoss umziehen. Dann wandern die Nähmaschinen ins „Fernsehzimmer“, denn derzeit beeinträchtigen sie rein optisch das Ensemble des historischen Klassenzimmers mit alten Schulmöbeln und anderen Unterrichtsutensilien früherer Tage. Auch auf dem Döbelner Heimatfest werden die Niederstriegiser Heimatfreunde vertreten sein – mit Exponaten aus dem Museum und ihrer Schauschmiede. Eine Delegation der Stadt Döbeln hat sich bereits An der Schnauder umgeschaut. Wie Andreas Klößer sagt, will der Verein mit Schmiede-Zeug, Möbeln und historischer Garderobe aushelfen.

Von Dirk Wurzel

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