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Döbeln Airbag-Zulieferer schließt Werk in Mockritz
Region Döbeln Airbag-Zulieferer schließt Werk in Mockritz
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19:53 29.10.2018
Zum Jahresende 2019 schließen die Tore bei Joyson Safety Systems. 101 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. Quelle: Sven Bartsch
Mockritz/Aschaffenburg

Es ist ein Schock für die 101 Mitarbeiter am Mockritzer Standort des Airbag-Zulieferers Joyson Safety Systems: Zum Jahresende 2019 schließt das Werk im Gewerbegebiet. Alle Jobs fallen weg, die beiden Hallen werden leergeräumt.

Das sagte der Unternehmenssprecher der deutschen Vertretung in Aschaffenburg, Andreas Bartelt, der DAZ. „Der Standort wird gänzlich geschlossen. Im Juli werden 40 Prozent der Mitarbeiter entlassen, weitere 50 Prozent im Oktober und die verbleibenden zehn Prozent am Jahresende 2019“, erklärte Bartelt den technischen Ablauf.

Mockritz einer von vier Standorten

In Mockritz werden Gasgeneratoren für Airbags in Fahrzeugen produziert. Erst im April dieses Jahres hatte Joyson den Standort vom vorherigen Besitzer Takata übernommen – damals mit 110 Mitarbeitern. Im März 2017 hatte der damals schwer angeschlagene Takata-Konzern bereits 150 Mitarbeiter an den Standorten Mockritz und Freiberg entlassen. Nun folgt für Mockritz das endgültige Aus.

Grund dafür sei eine Neuordnung des Geschäftsbereiches Gasgeneratoren. „Durch die Übernahme von Takata sind wir ein großes Unternehmen mit mehr als 50 000 Mitarbeitern weltweit geworden. Allein in Europa haben wir für das, was in Mockritz produziert wird, vier Standorte. Und davon ist Mockritz der kleinste“, erklärte Bartelt.

Beschäftigte überrascht und enttäuscht

Da es nicht möglich gewesen sei, diesen Standort in einen anderen zu integrieren, habe man sich zur kompletten Schließung entschlossen. Die Maßnahme stelle dabei in keiner Weise eine Bewertung der Qualität und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter dar, betonte Bartelt.

Für die Beschäftigten kam die Nachricht überraschend, wenn auch nicht ganz aus heiterem Himmel. „Nachdem der Standort im letzten Jahr schon verkleinert worden war, sind Aktivitäten in diese Richtung nicht neu. In diesem Ausmaß war das den Beschäftigten im Vorfeld aber nicht bekannt“, sagte Bartelt. Innerhalb der Belegschaft, die am Freitag über die Schließung informiert wurde, herrsche Enttäuschung, bis zu einem gewissen Grad aber auch Gefasstheit.

Bewerbungen für andere Standorte möglich

Man wolle den Beschäftigten die Möglichkeit geben, sich an anderen Joyson-Standorten zu bewerben. „Grundsätzlich werden bei uns intern alle Stellen ausgeschrieben. Die Kollegen können sich darauf bewerben. Bei gleicher Eignung werden interne Bewerber auch externen vorgezogen. Allerdings wird das nur schwer für alle 101 Betroffenen gehen“, sagte Bartelt.

Was mit dem Betriebsgelände im Gewerbegebiet geschieht, ist derzeit noch unklar. Bartelt stellte klar, dass der Standort nicht an einen Mitbewerber der Gasgeneratorenproduktion verkauft werde. Alle Maschinen und sonstige Ausrüstung der Hallen nimmt Joyson mit. Dem Unternehmen gehören sowohl Gebäude als auch Grundstück in Mockritz. Wenn sich ein Interessent dafür finde, werde man auch über einen Verkauf verhandeln, sagte Bartelt.

Gemeinde hofft auf Neu-Interessenten

Im ansonsten bis auf ein kleines gemeindeeigenes Grundstück komplett verkauften Gewerbegebiet Mockritz reißt der Weggang von Joyson eine große Lücke. „Es ist schlimm, dass so viele Leute aus der Region ihre Arbeit verlieren. Es wäre schön, wenn es so wäre, dass sich bald ein neuer Interessent für das Grundstück fände“, sagte Großweitzschens Bürgermeister Jörg Burkert (Freie Wähler) der DAZ.

Von Sebastian Fink

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