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Airbuszulieferer Cotesa wird in Mochau zur Jobmaschine

Im ehemaligen Signet-Solarwerk: Airbuszulieferer Cotesa wird in Mochau zur Jobmaschine

100 neue Arbeitsplätze auf rund 12.000 Quadratmetern reinster Hallenfläche: Beim Airbus-Zulieferer Cotesa im Gewerbegebiet Fuchsloch in Mochau ist noch viel Platz für neue Technologien. Neben der Produktion von Flugzeugteilen siedelte das Unternehmen im ehemaligen Signet Solar Werk auch noch ein Forschungsinstitut an.

Cotesa-Gründer Jörg Hüsken mit einer der rund 140 Formen für die Airbusteile in der riesigen ehemaligen Signet-Solar-Halle in Mochau.
 

Quelle: Sven Bartsch

Döbeln.  100 neue Arbeitsplätze auf rund 12 000 Quadratmetern reinster Hallenfläche. – Beim Airbus-Zulieferer Cotesa im Gewerbegebiet Fuchsloch in Mochau ist noch viel Platz für einen weiteren Werksausbau und spannende neue Technologien. Neben der Produktion von Flugzeugteilen aus Faserverbundwerkstoffen siedelte das Unternehmen aus Mittweida im ehemaligen Signet Solar Werk jetzt auch noch ein Forschungsinstitut an. Das Institut für Konstruktion und Verbundbauweisen gGmbH (KVB) war früher an der Technischen Universität Chemnitz angesiedelt und hat seinen Hauptsitz jetzt im neuen Döbelner Ortsteil Mochau. Die 22 Ingenieure und forschenden Mitarbeiter des Instituts erweitern das Spektrum der Cortesa und entwickeln Faserverbundkunststoffteile für andere Kunden. „Das Institut ist so eine Art Spielwiese zum Ausprobieren neuer Technologien. Innerhalb unserer Serienfertigung wäre so etwas nicht möglich. Deshalb ist die KVB ein eigenes Unternehmen mit Sitz in Mochau“, erklärt Jörg Hüsken, Gründer und einer der beiden geschäftsführenden Gesellschafter der Cotesa GmbH.

In den vergangenen Monaten hat die Cotesa GmbH mehr als sechs Millionen Euro in den Ausbau des Werkes Mochau investiert. Damit ist die Aufbauphase abgeschlossen. Bis Mitte 2018 sind zusätzliche Erweiterungen geplant. Denn das Werk soll für die Region eine Jobmaschine mit bis 400 Mitarbeitern werden Dafür werden später noch zusätzliche Sozialräume gebraucht. Die gesamten Anlagen sowie die von Signet Solar eingebaute Klimatechnik wurden umfassend überholt und den betriebsspezifischen Bedürfnissen angepasst. „Dieses Werk in seiner Dimension ist für uns ein Glücksfall“, so Hüsken.

„Die auffälligste Maschine im neuen Mochauer Werk ist der große gelbe Autoklav – im Prinzip eine Mischung aus Schnellkochtopf und Backofen“, sagt Jörg Hüsken, Sprecher der Geschäftsführung und Gründer des Unternehmens. „Er ist das Herzstück unserer Produktion. In seinem Inneren findet die Aushärtung aller gefertigten Bauteile statt“, so Hüsken weiter. Ende August wird der „Zwillingsbruder“ geliefert, um noch mehr Kapazität bereitzustellen. Mit mehr als zehn Metern Länge und einem Durchmesser von dreieinhalb Metern haben beide nahezu das gleiche Volumen wie alle sieben Autoklaven, die Cotesa am Hauptsitz in Mittweida betreibt.

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Produktion im ehemaligen Signet-Solar-Werk wird hochgefahren / Forschungsinstitut zieht mit ein

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In Mochau wird erstmalig ein völlig neues Tätigkeitsfeld für die Firma beginnen: Die Lackierung von Luftfahrtteilen ist ein Novum in der Unternehmensgeschichte. Das erste große Kundenprojekt in Mochau sind die Rumpfverkleidungen der Airbus A320-Familie. „Diese Bauteile werden komplett montagefertig mit allen Anbauteilen nach Hamburg ins Airbuswerk geliefert“, sagt Jörg Hüsken. Bei rund 650 Flugzeugen dieses Typs jährlich und einem Umfang von 30 Bauteilen sind das in Summe rund 20 000 herzustellende Einzelteile. „Bei einer Größe von drei bis sechs Quadratmetern pro Bauteil wird dafür viel Platz benötigt. Den gibt unsere Produktionshalle in Mochau jetzt her. In Mittweida wären wir mit diesem Auftrag an unsere Grenzen gestoßen“, erklärt er weiter. Damit wird die Produktionskapazität in Mochau Ende 2016 dennoch erst zur Hälfte ausgelastet sein. Weitere Projekte sind in Vorbereitung, die das Werk füllen. Besonders die Roboteranlage zur Erzeugung von vorgeformten Fasergelegen eröffnet hier neue Möglichkeiten der Fertigung. „Der wichtigste Teil beim Aufbau eines neuen Werks sind unsere Mitarbeiter“, so Jörg Hüsken. „Bis heute haben wir mehr als 100 neue Kolleginnen und Kollegen in Mochau eingestellt und sind immer noch auf der Suche nach Menschen, die Spaß an einer Tätigkeit in der Luftfahrtindustrie haben.“ Das Unternehmen geht davon aus, dass der Standort bis Mitte 2018 vollständig ausgelastet sein wird. Bei einem Auftragsvorlauf von mehr als acht Jahren bei den Flugzeugherstellern sind die Perspektiven sehr gut. Zudem kommen Faserverbundwerkstoffe auch in der Automobilindustrie in Fahrt. Cotesa baut bereits Carbon-Sichteile etwa für den Bugatti Veyron und fertigt aktuell in Mittweida pro Woche 180 Kardanwellen aus Carbon für den AMG GT. Die nächste Generation solcher Aufträge mit größeren Serienstückzahlen soll künftig in Mochau gefertigt werden.

Hintergrund Cotesa:

Die Cotesa GmbH wurde im Jahr 2002 gegründet und fertigt Hochleistungskomponenten aus Faserverbundwerkstoffen unter anderem für Europas größten Flugzeughersteller Airbus. Aktuell sind am Standort Mittweida rund 500 Mitarbeiter und in Mochau mehr als 100 Mitarbeiter beschäftigt. Auch beim Joint Venture Unternehmen Eissmann Cotesa GmbH, das Sichtcarbonteile für die Automobil- und Sportwagenindustrie herstellt, sind etwa 100 Beschäftigte eingesetzt. Damit ist die Cotesa-Gruppe größter Arbeitgeber in Mittweida. Der Jahresumsatz ist seit 2010 von acht auf mehr als dreißig Millionen Euro gewachsen. Die Mitarbeiterzahl hat sich seitdem mehr als verdreifacht. Mit der Eröffnung des Werks in Mochau werden weitere Wachstumsschritte abgesichert. Zu den Kunden zählen neben Airbus selbst auch dessen Zulieferer wie FACC in Österreich, Airbus Helicopters, Moog oder die DIEHL-Gruppe, über die zum Teil auch Bauteile an den weltgrößten Flugzeughersteller Boeing geliefert werden.

Von Thomas Sparrer

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