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Aktionstag Inklusion und Sucht in Hartha

Gemeinsam leben Aktionstag Inklusion und Sucht in Hartha

Der Aktionstag „Gemeinsam leben“ geht dieses Jahr in Hartha über die Bühne. Auf dem Parkett der Hartharena sind verschiedene Sportarten zu erleben, wie sie von Menschen mit einer Behinderung ausgeübt werden können. Dazu gehören Bogenschießen und Fußball. Um für das Thema Sucht eine gewisse Sensibilität zu entwickeln, sind Schüler eingeladen.

Am Aktionstag „Gemeinsam leben in Mittelsachsen“ steht unter anderem das Thema Inklusion im Mittelpunkt.

Quelle: dpa

Hartha. Der nächste Aktionstag „Gemeinsam Leben in Mittelsachsen“ wird in der Hartharena stattfinden. Er dreht sich um die Themen Inklusion und Sucht und soll verschiedene Bevölkerungsgruppen ansprechen. Die Schüler der Waldheimer, Leisniger und Harthaer Oberschulen sind am 21. Juni dazu eingeladen, zudem die Harthaer Gymnasiasten. An den einzelnen Informationsständen haben aber auch Angehörige von Suchtbetroffenen die Möglichkeit, sich in einem größeren Rahmen nach Unterstützung umzusehen.

Die Initiatoren des Aktionstages, der zum zweiten Mal stattfindet, kommen vom Landratsamt Mittelsachsen. Der Vorsitzende des Behindertenbeirates Sven Jeschke gehört dazu, ebenso der Psychiatriekoordinator Matthias Gröll. Über 20 Einrichtungen, Institutionen, Vereine und Schulen sind in die Vorbereitung mit eingebunden. Darunter sind das Diakonische Werk, das Jobcenter und die Agentur für Arbeit, Suchtberatungsstellen, aber auch Sportler wie beispielsweise Bogenschützen.

Für Sucht und Inklusion sensibilisieren

Es gibt Stände, die zum Mitmachen und Ausprobieren einladen – von der Mixbar der Suchtberatungsstelle bis zum Rollstuhlparcours. Organisiert wird der Tag durch die Stadt, den Landkreis in Form des Behindertenbeirates und des Gesundheitsamtes sowie der Initiative für Demokratie Mittelsachsen. Die erste Ausgabe fand im vergangenen Jahr in Freiberg statt. „Wir möchten mit dem Tag die Bevölkerung für die beiden Themen Sucht und Inklusion sensibilisieren – denn Behinderung kann eine Folge von Suchterkrankungen sein. Wir zeigen welche Angebote es gibt, welche Bedürfnisse vorhanden sind und wie aktiv trotz Behinderung das Leben sein kann“, so der zweite Beigeordnete Jörg Höllmüller. Er wird den Tag ab 9 Uhr gemeinsam mit Bürgermeister Ronald Kunze eröffnen.

„Es handelt sich hier um zwei wichtige Themenfelder und wir hoffen auf eine breite Resonanz, Schulen aus der Umgebung haben bereits ihre Teilnahme zugesagt. Darüber hinaus sind alle Interessierten eingeladen in die Hartharena zu kommen, denn es ist ein generationsübergreifender Tag“, erklärt Harthas Bürgermeister. Kunze weiter: „Die Themen Sucht und Behinderung gehören unmittelbar zusammen, auch wenn das im Allgemeinen ignoriert oder zumindest heruntergespielt wird.“ In der Gesellschaft sei bisher noch völlig ungenügend angekommen, dass gerade Menschen mit einer Behinderung Anerkennung verdienen und auch benötigen.

An alkoholfreier Mixbar ins Gespräch kommen

Im vergangenen Jahr sind die Suchtberatungsstellen in Mittelsachsen und das Fachkrankenhaus Bethanien Hochweitzschen am häufigsten auf Grund von Alkoholkonsum aufgesucht wurden - dicht gefolgt von illegalen Drogen. Das geht aus der entsprechenden Statistik hervor, die demnächst veröffentlicht wird. „Dies hat sich in den vergangenen Jahren stetig entwickelt“, erklärt der Psychiatriekoordinator des Landkreises Matthias Gröll. Daher sei eine frühe präventive Arbeit wichtig. Unter anderem stellen sich die Suchtberatungsstellen aus Döbeln und Freiberg mit einer alkoholfreien Mixbar vor. „Dabei kommt man ganz leicht ins Gespräch und kann auch Hemmnisse abbauen, eine Beratungsstelle aufzusuchen“ erläutert Gröll. Außerdem wird mit sogenannten Rauschbrillen gezeigt, welche Auswirkungen der Konsum von Alkohol hat.

Nach Unfall geht das Leben trotz Behinderung weiter

Ähnlich ist es im Bereich Behinderung. „Es soll dargestellt werden, wie viele Arten der Behinderungen es gibt, an welchen Punkten wir Hilfe benötigen beziehungsweise wir damit auch umgehen und letztendlich Berührungsängste nehmen“, so der Vorsitzende des Behindertenbeirates Sven Jeschke. Unter anderem wird Blindenfußball und Völkerball im Rollstuhl gespielt, ein Bogenschießverein für Behinderte präsentiert sich sowie der Blindenverband, die Regenbogenschule Döbeln oder die Alphabetisierungsstelle Chemnitz. „Wir möchten deutlich zeigen, dass es nach einer Diagnose oder einem Unfall mit dem Leben trotz Behinderung weiter geht und wie viele Möglichkeiten und Perspektiven es gibt“, so Jeschke weiter. Unter anderem sind unter diesem Aspekt Reha-Zentren, die Arbeitsagentur, das Jobcenter und die Behindertenwerkstatt der Diakonie in Hartha vertreten. Diese sorgt auch für das Catering. Finanziell gefördert wird der Tag durch den Lokalen Aktionsplan „Toleranz ist ein Kinderspiel“. Jörg Höllmüller betont, dass der Tag fortgesetzt wird. Entsprechende Gespräche mit möglichen Austrägern laufen.

Von Steffi Robak

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