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Aladin-Prozess: Verteidiger wollen flüchtigenZeugen Marwan H. im Irak aufspüren lassen

Aladin-Prozess: Verteidiger wollen flüchtigenZeugen Marwan H. im Irak aufspüren lassen

Der neu aufgelegte Aladin-Prozess am Landgericht Dresden brachte in dieser Woche einige Überraschungen. Nicht nur, dass manche Zeugen jetzt anders aussagen, als bei der ersten Verhandlung am Landgericht Chemnitz.

Das Verteidigerteam bestehend aus dem Waldheimer Rechtsanwalt Enrico Brand und seinem Dresdner Kollegen Prof. Endrik Wilhelm glaubt, jetzt einen Weg gefunden zu haben, Marwan H. ausfindig zu machen und am Ende in den Zeugenstand vor die Dresdner Schwurgerichtskammer bringen. Jener Marwan H. gilt als Mittäter und als wichtiger Zeuge. Er hatte sich nach den tödlichen Schüssen auf Bistro-Betreiber Jamal Al Mortada im November 2011 in den Irak abgesetzt.

 

Was hatte die Chemnitzer Schwurgerichtskammer im ersten Prozess nicht alles versucht, Marwan H. nach Deutschland zu holen, ihn zumindest telefonisch zu vernehmen. Am Ende vieler Hauptverhandlungstage griff die Vorsitzende Richterin Simone Herberger zum Telefonhörer und wählte eine Nummer im Irak, die ihr Franziska D. gegeben hatte. Franziska D. ist die Ex-Freundin des Mordopfers und war zeitweise mit Marwan H. liiert. Auch wegen ihr soll Marwan laut Staatsanwaltschaft gemeinschaftlich mit dem Angeklagten Ayman Mahmoud E. den Mord an Mortada begangen haben.

 

Den Ansatzpunkt, wie Marwan H. zur deutschen Justiz kommen könnte, haben die Anwälte Brand und Wilhelm im Gespräch mit dem Gerichtsdolmetscher herausgefunden. "Wir haben uns mit ihm unterhalten und er sagte uns, dass es im Irak eine Art Sicherheitsbüro gibt. Dort müssen Einreisende ihre Adresse angeben", berichtet Rechtsanwalt Brand. Eine Frucht dieses Gespräches ist nun ein Beweisantrag, den die Verteidiger gestern stellten und über den die Dresdner Schwurgerichtskammer unter Vorsitz von Richterin Birgit Wiegand noch befinden muss. Am Ende könnte, so stellt es sich die Verteidigung vor, die Staatsanwaltschaft Marwan H. über das irakische Sicherheitsbüro ausfindig machen und ihn Interpol in Gewahrsam nehmen lassen. Auf diesem Weg könnte er in den Zeugenstand in Dresden gelangen.

 

Im aktuellen Verfahren in Dresden hörten die Prozessbeteiligten zuletzt andere Zeugenaussagen, als in Chemnitz. Achmed S., der Hauptbelastungszeuge, setzte auf seine einstige Aussage gewissermaßen noch eins drauf und sagte nun, dass der Angeklagte in Tschechien nicht nur die Waffe, sondern auch noch einen Schalldämpfer gekauft habe. Dabei lässt sich laut Waffen-Gutachter ein solcher gar nicht an der Ceska-Pistole montieren, die beim Mord an Mortada zum Einsatz kam und die der Angeklagte in Tschechien gekauft haben soll.

 

Hat Achmed S. seine Angaben ergänzt, so hat sie Wolfgang G. geändert. Der Betrüger und Steuerhinterzieher saß gemeinsam mit dem Angeklagten in der JVA Zwickau, Ayman Mahmoud E. als Untersuchungshäftling. Im Chemnitzer Aladin-Prozess sagte G., der Angeklagte hätte ihm gestanden, die Pistole in die Mulde geschmissen zu haben. Wolfgang G. sagt jetzt, dass im Ayman Mahmoud E. gesagt habe, er werde verdächtigt, habe aber mit dem Mord nichts zu tun. Einen Anwalt sollte ihm Wolfgang G. empfehlen. Anders als beim Prozess in Chemnitz ist G. inzwischen wieder ein freier Mann. Damals räumte er schließlich auf die beharrlichen Nachfragen des Rechtsanwaltes Enrico Brand ein, sich mit seinem vermeintlichen Wissen über den Döbelner Bistro-Mord an die Behörden gewandt zu haben, um Hafterleichterungen zu bekommen oder vorzeitig entlassen zu werden.

Dirk Wurzel

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