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Alarm-SMS geht bei Döbelnern ins Leere: Hochwasserzentrale macht jetzt Druck

Mahnbriefe vom Ordnungsamt: Alarm-SMS geht bei Döbelnern ins Leere: Hochwasserzentrale macht jetzt Druck

Über die Stadtverwaltung lässt das Landeshochwasserzentrum Sachsen bei Döbelnern Alarm schlagen. Alle, die sich beim Hochwassernachrichten- und Alarmdienst registriert haben, müssen ihre Handy-Nummern aktualisieren.

Vor dem Eindruck der Katastrophe, wollte jeder die SMS-Warnsysteme haben, jetzt klemmt es an der Datenpflege. Die Landeshochwasserzentrale macht nun Druck.

Quelle: Montage: Sven Bartsch

Döbeln. Die Post kam im gelben Umschlag mit persönlicher Zustellung wie ein Bußgeldbescheid. Viele der über 50 Empfänger, vorrangig in Döbelns Innenstadt, dachten schon, dass sie einen Bußgeldbescheid wegen zu schnellen Fahrens in den Händen halten. Doch der Brief vom Ordnungsamt der Stadtverwaltung enthielt eine andere Botschaft.

Über die Stadtverwaltung lässt das Landeshochwasserzentrum Sachsen bei den Döbelnern Alarm schlagen, die sich beim Hochwassernachrichten- und Alarmdienst des Freistaates Sachsen angemeldet haben. Denn Tests im November haben ergeben, dass viele der Privatpersonen und Firmenvertreter schludrig mit der Datenpflege umgehen. In den Hochwasserjahren 2002 und 2013 hatten sich in Döbeln besonders viele Bürger bei dem vorwiegend für Behörden gedachten Warn- und Informationssystem angemeldet.

„Jetzt sind viele umgezogen, haben einen neuen Handyvertrag samt neuer Nummer oder haben es schlicht aus den Augen verloren, dass es neben den Rechten zur Teilnahme an den Warnsystem auch Pflichten bestehen“, sagt Döbelns Ordnungsamtsleiter Jürgen Müller. Das Landeshochwasserzentrum hatte bereits im Frühjahr die Stadtverwaltung um Mithilfe gebeten. Denn für Karteileichen sei das aufwendige System nicht gedacht.

Der Hochwassernachrichten- und Alarmdienst des Freistaates Sachsen informiert die angemeldeten Teilnehmer, gegliedert nach den Einzugsgebieten der Flüsse per SMS, wenn das Alarmsystem aktiviert wurde und dann mit weiteren SMS aufs Handy, wann welche Alarmstufe erreicht wird. Die Nutzer können sich dann auf den zugehörigen Seiten des Landeshochwasserzentrums einloggen und weitere detaillierte Informationen abrufen.

„Im November hatte jeder registrierte Nutzer eine Mail und eine SMS erhalten, mit der Aufforderung sich einzuloggen, seine hinterlegten Kontaktdaten zu pflegen und das Passwort alle 90 Tage zu ändern“, schildert Jürgen Müller. Im März gab es eine weitere SMS-Nachricht und Email mit allgemeinen Infos zu den Rechten und Pflichten. „Wir haben auch über unseren stadteigenen Hochwasser-SMS-Dienst die Information verschickt, dass sich die Nutzer des Landessystems kümmern müssen“, sagt Steffi Tauber, die im Ordnungsamt der Stadt das Hochwasserwarnsystem betreut.

Alle, die sich daraufhin immer noch nicht beim Landessystem eingeloggt haben bekamen jetzt vom Ordnungsamt Post. Darin war das Schreiben des Landeshochwasserzentrums enthalten. Erschrocken dürfte viele Empfänger die Geldbuße von bis zu 50 000 Euro haben, die angedroht wird, wenn die Kontaktdaten nicht unverzüglich aktualisiert werden. Das ließ viele der Ertappten richtig böse reagieren.

„Ich habe bei einigen wüsten Beschimpfungen aufgelegt“, sagt Steffi Tauber vom Ordnungsamt und ärgert sich. „Die Leute werden von uns und durch die Landeshochwasserzentrale auf ihre Versäumnisse hingewiesen, um sie genau vor diesen Bußgeldern zu bewahren. Dafür hagelt es Beschimpfungen. Das ist unglaublich“, so Steffi Tauber. Auch die beiden in dem Schreiben als Ansprechpartner für Rückfragen benannten Frauen bei der Landeshochwasserzentrale wissen jetzt dank einiger unflätiger Anrufer ziemlich genau, wo Döbeln ist.

Von Thomas Sparrer

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