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Albert Schweitzer telegrafierte: "Alles Gute!" nach Roßwein

Albert Schweitzer telegrafierte: "Alles Gute!" nach Roßwein

Roßwein. Wo früher Gesellschaften tanzten und feierten, werden heute Kinder mit Lernschwäche unterrichtet - so kurz könnte man die Geschichte der Albert-Schweitzer-Lernförderschule in Roßwein zusammenfassen.

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Damals und heute: Bis 1964 war das Gebäude in Kadorf ein Ballsaal und Gasthof namens Feldschlößchen (Bild unten), das aber zuletzt nicht mehr als solches genutzt wurde. Dann wurde das Haus mit Hilfe von Eltern und Lehrern zur Schule umgebaut, die inzwischen um einen Anbau erweitert wurde. Roßweiner Förderklassen gab es auch schon vorher, jedoch hatten sie bis dahin kein eigenes Schulhaus.

Quelle: Archiv Seidler/ Repro: Sebastian Fink

Doch da diese inzwischen 50 Jahre währt, gibt es weitaus mehr zu berichten, über die größte Einrichtung ihrer Art im Altkreis Döbeln. Gleich eine ganze Festwoche wird ab Montag zum runden Geburtstag gefeiert (Programm siehe Infokasten rechts).

 

Den Blick zurück hat Schulleiterin Birgit Saupe schon geübt in den letzten Wochen. Ein ganzes Album hat sie voller alter Fotografien auf großem, glänzenden Papier in schwarz-weiß. Hier ist noch zu sehen, wie die heute in freundlichem gelb-orange erstrahlende Schule einst als großer Gasthof mit Ballsaal ausgesehen hat. "Feldschlößchen hieß die Gaststätte früher und hatte einen großen Ballsaal", weiß Saupe und auch, dass 1964 der Gedanke entstand, die bis dahin heimatlose Förderschule in das inzwischen ungenutzte Gebäude einziehen zu lassen. "Die Hilfs- oder Sonderschule, wie man es damals nannte, gab es schon länger in Roßwein, aber einen festen Platz hatte sie nie. Sie war überall mal mit untergebracht, erst in der Ober-, dann in der Ingenieursschule", erzählt sie.

 

Mit Hilfe von Eltern und Lehrern wird der Gasthof 1964 umgebaut und noch im selben Jahr können die Schüler hier einziehen. Zugleich meldete sich der Namensgeber persönlich per Telegramm in Roßwein. "Er wurde angefragt, ob sein Name für die Schule verwendet werden dürfte und er schickte ein Telegramm, in dem er der Schule dies erlaubte und ihr alles Gute wünschte", berichtet Saupe.

 

50 Jahre später ist aus dem einstigen Gasthof eine voll sanierte und moderne Lernförderschule geworden, die 186 Schülern und insgesamt mehr als 30 festen und freien Lehrern Platz bietet. "Wir haben optimale Bedingungen hier. Aus heutiger Sicht war es die ideale Entscheidung, die Schule hier einzurichten. Die Unterrichtsräume, die Außenanlagen, die Lage - es gibt sogar für jede Altersgruppe einen eigenen Pausenhof", schwärmt die Schulleiterin.

 

Mit ihrer Kapazität ist die Schule größer als die in Döbeln und Waldheim und hat ein Niveau, das sich bundesweit nicht verstecken muss. "Wir haben den Förderschwerpunkt Lernen bis zum neunten Schuljahr. Darüber hinaus bieten wir einen Hauptschulabschluss an. Kinder die dafür in Frage kommen, lernen von der siebenten bis zur zehnten Klasse zusammen, so dass wir Kinder vom ersten bis zehnten Schuljahr bei uns haben", erklärt Saupe. Seit 1993 wurden Haus und Umgebung grundhaft saniert und durch einen Anbau erweitert. Zuletzt kamen die neuen Pausenhöfe und eine Überdachung für den Taxiabholplatz dazu. Ab Montag soll die neue Internetseite freigeschaltet sein, die zunächst über einen Link auf der Roßwein-Homepage zu finden sein wird. Es sind solche kleinen Details, die die Schule zu einer besonderen Einrichtung machen. "Wir wollen eine Schule haben, die eine Wohlfühlatmosphäre hat. Das ist die Grundlage dafür, dass die Kinder gut lernen", betont Saupe.

 

Darum könne die Schule mehr Kinder als jetzt auch kaum verkraften. Das Einzugsgebiet reicht bis Mochau, Striegistal, Hainichen und Nossen. Nur Förderschulzentren in Großstädten sind noch größer. "Wir nutzen unsere Kapazität voll aus. Wir hatten mal 203 Schüler, aber das hat dann keinen Spaß mehr gemacht. Wir wollen jedes Kind und seine Eltern kennen können", meint die Schulleiterin. Mit diesem Credo fahren sie und ihre Kollegen gut - davon kann sich jeder beim Tag der offenen Tür am kommenden Donnerstag überzeugen.

Sebastian Fink

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