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Döbeln Als das Armaturenwerk einen Kindergarten baute
Region Döbeln Als das Armaturenwerk einen Kindergarten baute
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00:21 15.09.2017
Rolf Prill und Heike Koßmann mit einem alten Bauplan des Kindergartens. Quelle: Sven Bartsch
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Rosswein

Der Kindergarten Unter den Linden wird am 7. Oktober 50 Jahre alt. Zum Jubiläum ist eine Festwoche geplant und die Leiterin Heike Koßmann hat recherchiert, wer noch etwas über die Anfangszeit der Kindereinrichtung erzählen kann. Dabei stieß sie auf den Roßweiner Rolf Prill, der maßgeblich am Bau beteiligt war.

Der heute 78-Jährige stieg nach seinem Studium an der Roßweiner Ingenieurschule 1963 im Armaturenwerk ins Berufsleben ein. Durch einen einsetzenden Bauboom wechselte er in die Investabteilung des Betriebes und war dort sowohl für den Neubau einer Werkshalle als auch für die Errichtung des Kindergartens Unter den Linden verantwortlich, der als Betriebskindergarten gebaut wurde. „Familiengründungen zwischen dem 20. und 25. Lebensjahr waren damals die Regel und Kinder gehörten einfach dazu. In den meisten Familien gingen beide Partner arbeiten, um sich einen gewissen Wohlstand leisten zu können. Der Frauenanteil in den Betrieben – auch im Armaturenwerk – war hoch und für die Betreuung der Kinder wurden Kindergärten dringend gebraucht“, berichtet Rolf Prill, wie die Idee für die Einrichtung entstand. Hauptinitiator war der damalige Technische Direktor des Armaturenwerkes, Wolfgang Böttcher. Als die Finanzierung stand, das übergeordnete Kombinat Magdeburger Armaturenwerk seine Unterstützung zusagte und alle Genehmigungen vorlagen, konnte es 1965 mit dem Bau los gehen. Denn mittlerweile war auch ein geeigneter Standort gefunden. Es handelte sich um einen alten Schrottplatz Unter den Linden. Dieser wurde an die Stadtbadstraße verlegt und somit das Baufeld geschaffen. Der Architekt für den Kindergarten war Ernst Käseberg aus Döbeln. Rolf Prill: „Es war sein letztes größeres Objekt und er hat mit viel Freude ein wahres Kinderparadies geschaffen.“ Prill selbst hielt als Koordinator für den Bauablauf engen Kontakt zu Käseberg, aber auch zum ausführenden Baubetrieb BMK-Süd Leipzig und zu den eingebundenen örtlichen Handwerksbetrieben. Engpässe beim Material gab es laut Prill nicht: „Wenn so ein Projekt einmal beschlossen war, dann mangelte es an nichts.“ Eine Besonderheit war, dass das Armaturenwerk die künftige Leiterin der Kita, Wiltraud Gwiadowski, bereits während der Bauphase einstellte. So konnte diese an den Bauberatungen teilnehmen und bei der Gestaltung der Räume und der Anlagen ein Wörtchen mitreden.

Am 7. Oktober 1967 war es dann so weit – der Kindergarten Unter den Linden wurde feierlich eröffnet. „Ich hätte damals nicht gedacht, dass ich 50 Jahre später dieses Jubiläum miterleben kann“, sagt Rolf Prill. Kita-Leiterin Heike Koßmann bestätigt, dass vor 50 Jahren ein sehr zweckmäßiger und trotzdem heller und freundlicher Bau entstanden ist, der immer noch den Anforderungen gerecht wird. „Genial ist nach wie vor, dass jede Gruppe ihren eigenen Sanitärtrakt hat.“ Am Grundriss und der Aufteilung der Räume hat sich deshalb auch nichts im Laufe der Jahre geändert. „Die Außenanlagen sind noch schöner geworden“, sagt Rolf Prill.

Mittlerweile besucht nun schon die dritte Generation von Familien die Kindertageseinrichtung unter den Linden, die sich heute in Trägerschaft der Volkssolidarität befindet und über 90 Plätze in Krippe und Kindergarten verfügt. Heike Koßmann hat die Eltern der zurzeit betreuten Mädchen und Jungen dazu aufgerufen, in den Familienalben nach alten Fotos von der Einrichtung Unter den Linden zu suchen. Heraus gekommen sind zahlreiche, liebevoll gestaltete Collagen, die vom Wandel der Zeit künden, aber auch davon, dass die Knirpse in dem Kindergarten immer gut behütet waren. Die Aufnahmen und die erklärenden Texte sind im Erdgeschoss des Gebäudes ausgestellt.

Den runden Geburtstag möchten die Kinder und Erzieherinnen der Einrichtung natürlich gebührend feiern und sich dazu Gäste einladen. Vom 4. bis zum 7. Oktober gibt es eine Festwoche, bei der unter anderem Kino im Kindergarten, eine Wanderung auf den Hartenberg, eine offene Kita für alle, eine besondere Überraschung für die Kinder und eine Festveranstaltung für geladene Gäste auf dem Programm stehen. Bei letzterer wird auch Rolf Prill dabei sein und von seinen Erinnerungen an den Kindergartenbau berichten.

Von Olaf Büchel

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