Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Altbürgermeister Karl-Heinz Teichert mit neuem Buch über die DDR
Region Döbeln Altbürgermeister Karl-Heinz Teichert mit neuem Buch über die DDR
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:55 04.12.2018
Waldheims Ex-Bürgermeister Karl-Heinz Teichert hat ein neues Buch über die DDR von 1945 bis zur Wende geschrieben. DAZ Quelle: André Pitz
Waldheim

Nachdem Waldheims Altbürgermeister Karl-Heinz Teichert aus dem Amt schied, fing er damit an, die Welt zu bereisen. Zahlreise Reisegeschichten hat er in seinem letztes Jahr erschienen Buch „Rund ist die Welt“ festgehalten. Doch es gab auch eine Zeit, in der es nicht so einfach möglich war, das Land zu verlassen und die Welt zu erkunden. Dem schob das SED-Regime der DDR den Riegel vor. Wie sich das Leben zu dieser Zeit in Waldheim abspielte, beschreibt Karl-Heinz Teichert nun in seinem neuen Buch „Waldheim – als die Schornsteine noch rauchten“.

Dokumente einer anderen Zeit

„Der Titel spielt natürlich auch indirekt auf die Zeit an, in der es bei uns noch richtig verquarzt war“, erklärt der Altbürgermeister. „Wenn wir eine Inversionswetterlage hatten, war alles mit Rauchgasen gefüllt.“ Verklärt ist Teicherts Sicht auf die Zschopaustadt deshalb nicht – nur persönlich gefärbt. Das Buch setzt bereits nach dem Kriegsende 1945 und damit vier Jahr vor Gründung der DDR ein. Damals war Teichert sechs Jahre alt und interessierte sich bereits sehr dafür, was eigentlich um ihn herum passiert. „Ich habe schon immer viel gesammelt“, beteuert der Altbürgermeister. Bis heute hortet er zahlreiche Schätzen, die alle ihre eigene Geschichte erzählen – eine Auswahl auch in Teicherts neuem Buch. So zeugt alleine seine Briefmarkensammlung von einem Land im Umbruch. „Mein Vater hat mir nach der Währungsreform von 1948 Post geschickt“, erinnert Teichert. „Auf die Briefe musste er dann das zehnfache des vorher üblichen Portos kleben, weil das Geld zwar umgestellt war, es aber noch keine neuen Briefmarken gab.“

In seinem Buch gewährt Karl-Heinz Teichert Einblick in eine vergangene Zeit. Quelle: André Pitz

Auch alte Dokumente wie etwa ein Rentenbescheid, oder die Papiere einer Trabant-Bestellung sind im Buch verewigt. „Heute sagen viele der Trabi hat 8 oder 9.000 Mark gekostet. Dabei waren es 12.000. Und dann kamen noch 338 Mark für Rollgurte dazu. Die waren Pflicht und hätten eigentlich zur Ausstattung des Autos gehören sollen.“

DDR gerät in Vergessenheit

Mittlerweile glaubt Teichert, dass die DDR in Vergessenheit gerät. „Wenn ich es nicht aufgeschrieben hätte, wäre vieles verloren“, glaubt das ehemalige Stadtoberhaupt mit Bezug auf Waldheim. Für sein Buch schöpfte Teichert nicht nur aus seinem privaten Fundus, sondern zapfte mit Hilfe ehemaligen und zwischenzeitlich verstorbenen DAZ-Fotografen Jürgen Kulschewski auch das Archiv von Günther Hunger, der seit 1971 immerhin 40 Jahre für verschiedene Ausgaben der Leipziger Volkszeitung fotografierte, an.

„Es war ein schwieriges Thema“, resümiert Teichert die Arbeit am Buch. „Aber ich habe bereits ein gutes Echo bekommen und glaube deshalb, alles richtig gemacht zu haben.“ Wer sich selbst davon überzeugen möchte, kann am Donnerstag im Waldheimer Stadt- und Museumshaus vorbeikommen. Um 15.30 Uhr liest Karl-Heinz Teichert dort aus „Waldheim – als die Schornsteine noch rauchten“. Das 220 Seiten starke Werk kann bei DierBooks am Obermarkt, im Stadt- und Museumshaus sowie im Post- und Lotto-Laden am Niedermarkt für 19,95 Euro erworben werden. Am Sonnabend findet zudem um 15.30 Uhr eine Signierstunde in der Buchhandlung DierBooks statt.

Von André Pitz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Auf der A 14 ist ein Lastzug verunglückt. Dem Fahrer war wohl übel geworden. Darum hat er die Kontrolle über den Lkw verloren, sagt die Polizei.

04.12.2018

Einen tierischen Transport erledigten Polizisten neulich in Döbeln. Sie fingen einen Labrador ein, der wohl abgehauen war. Zunächst sah es nach einem längeren Aufenthalt im Tierheim aus. Aber es kam zum Glück anders.

04.12.2018

Zwei Vereinsbusse des Roßweiner SV rollen nahezu nonstop. Ohne Sponsoren gäbe es vor allem im Nachwuchsbereich Probleme.

04.12.2018