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Döbeln Alte Döbelner Lenin-Schule wird zu Wohnungen und Sozialstation umgebaut
Region Döbeln Alte Döbelner Lenin-Schule wird zu Wohnungen und Sozialstation umgebaut
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18:00 11.12.2015
Nur noch eine bauliche Hülle ist die alte Leninschule in Döbeln-Ost Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln.

In der ehemaligen Leninschule in Döbeln-Ost sollen 18 barrierearme Wohnungen und in den beiden Untergeschossen eine Sozialstation sowie verschiedene soziale Angebote einziehen. Das kündigten gestern Stefan Viehrig und Lothar Folkmer vom Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Fortschritt an. Am Vorabend hatte der Stadtrat dem Verkauf des knapp 10 000 Quadratmeter großen Geländes samt der alten Schule zum Preis von 128 000 Euro zugestimmt. Seit 2006 interessiert sich die Genossenschaft für die ehemalige Schule, die zuletzt bis Mitte der 90-er Jahre als Außenstelle des Lessing-Gymnasiums genutzt wurde. Weil seitdem die Schülerzahlen drastisch gesunken sind, steht das alte Plattenbau-Schulhaus leer. Es wurde bereits komplett ausgeräumt, Kabel und Rohre entfernt. Nur die bauliche Hülle steht noch und die war lange zum Abriss vorgesehen. Ein geförderter Abriss kommt für die WGF aber nicht in Frage. Die ausgereichten Fördermittel hätten zur Bedingung, dass auf der Abrissfläche zehn Jahre nicht neugebaut wird.

Die Genossenschaft plant das aus drei Segmenten bestehende Gebäude um ein Segment zu verkleinern. Mit Keller hat die Schule fünf Geschosse. In den oberen Etwagen sollen die Ein- bis Dreiraum-Wohnungen entstehen. Die Bewohner können dann, wie es ihre Lebenssituation notwendig macht aus verschiedenen Dienstleistungsangeboten wählen. „Das Wohnkonzepte könnte für ältere Menschen eine Alternative zum Pflegeheim sein. Die Idee passt in die beiden Projekte Chemnitz Plus und ,Das Döbelner Modell’, das wir mit dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen verfolgen“, sagt WGF-Vorstand Stefan Viehrig. Im Rahmen von Chemnitz Plus arbeitet die WGF aktuell auch eng mit dem Deutschen Roten Kreuz zusammen. Das DRK ist deshalb gerade Verhandlungspartner und potenzieller Betreiber der Sozialstation in dem Gebäude. Die Planungen werden jetzt angeschoben. Bis 2017 soll sich in der Leninschule einiges bewegen.

Doch die Genossenschaft hat noch mehr vor. Das 10 000 Quadratmeter-Grundstück rund um die alte Schule soll in den nächsten zehn Jahren weiter bebaut werden und zu einem Bindeglied zwischen den beiden Wohngebieten Döbeln-Ost I und II werden. „Im Projekt Chemnitz Plus geht es darum Konzepte zu entwickeln, um moderne Wohnungsgrundrisse anzubieten, die wir in unserem Bestand nur begrenzt bieten können“, so Viehrig. Die Genossenschaft plant daher, künftig auch neue Wohnungen zu bauen. Viehrig dazu: „Die Stadt Döbeln entwickelt sich weiter und wir entwickeln uns mit.“ Der Leerstand im Bestand der WGF ist deutlich auf aktuell 2,6 Prozent gesunken. Ziel der Genossenschaft ist es neben dem Angebot von bezahlbarem Wohnraum für jedermann, künftig auch individuellere und gehobenere Wohnungen zu deutlich höheren Preisen anbieten zu können. Somit will man etwa Führungskräften von Unternehmen oder auch den 190 Mitarbeitern des Landesrechnungshofes, wenn dieser 2019 nach Döbeln umzieht, entsprechende Wohnungsangebote unterbreiten können. Nachfrage gibt es für teurere Wohnungen schon jetzt reichlich. Deshalb plant die WGF auch den Bau kleiner individuellere Wohnhäuser im Neubaugebiet „Sonnenterrassen“ in Döbeln-Nord.

Im Rahmen des Chemnitz-Plus-Projektes hat die Genossenschaft allerdings auch den Altersdurchschnitt vieler Mieter im Blick. Deshalb hat sie die ehemalige Kaufhalle in Döbeln-Ost gekauft. Da wo bis auf weiteres ein Autoteile-Handel untergebracht ist, wird mittelfristig die neue Geschäftsstelle der Wohnungsgenossenschaft ebenerdig und barrierefrei entstehen. Die jetzige Geschäftsstelle auf vier Etagen in der Blumenstraße 71 wird dann perspektivisch zu Wohnungen umgebaut.

Von Thomas Sparrer

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