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Alte Möbelfabrik muss Gewerbegebiet Döbeln-Süd weichen

Besuch in der Mondlandschaft Alte Möbelfabrik muss Gewerbegebiet Döbeln-Süd weichen

Die Stadt lässt das Gelände der ehemaligen Möbelwerke in Döbeln-Süd zum Gewerbestandort umkrempeln. Die Arbeiter der Firma Becker-Umweltdienste sind auch bei schlechtem Wetter fleißig.

Riesige Schuttberge lagern auf dem Gelände der ehemaligen Möbelwerke, das die Stadt zum Gewerbegebiet umwandeln lässt.

Quelle: Sven Bartsch

Döbeln. Auf dem Gelände des künftigen Gewerbegebietes Süd laufen die Erdarbeiten auf Hochtouren. Die Gebäude sind mittlerweile alle abgerissen. Riesige Berge aus zerkleinertem Ziegelschutt und großen Betonbrocken geben dem Areal den Anschein einer Mondlandschaft. Oder den eines künftigen Braunkohle-Tagebaus.

„Im Januar kommt der Baugrundgutachter und errichtet ein Testfeld“, sagt Martin Berger, Bauleiter bei Becker-Umweltdienste, die die Stadt mit den Abriss- und Planierarbeiten beauftragt hat. Am Freitag sahen sich Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU) und Döbelns Baudezernent Thomas Hanns auf dem künftigen Geberbegebiet um. Dem Regen und Schlammm mit Schirm und Gummistiefeln trotzend.

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Eindrucksvoll ist die Abrisslandschaft auf dem Gelände der ehemaligen Möbelwerke in Döbeln. Bald soll hier ein neues Gewerbegebiet entstehen.

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Weil das Gelände ordentlich Gefälle hat, müssen die Arbeiter drei terrassenartige Plateaus anlegen, auf denen die Gewerbebetriebe dann ihre Betriebsstätten errichten. Für die Terrassen nehmen die Becker-Leute auch das vorhandene Abbruch-Material, also zerkleinerten Ziegel- und Betonschutt, plus neues Mineralgemisch. Darum rückt demnächst eine Brecheranlage auf dem Baufeld an, um die Betonbrocken der Fundamente der Hallen des ehemaligen Möbelwerkes klein zu machen.

Der Baugrundgutachter berechnet dann anhand seiner Untersuchungsergebnisse, wie das Gemisch zusammengesetzt sein muss, damit die Mitarbeiter von Becker-Umweltdienste einen standfesten Baugrund für die Firmen schaffen können, die sich im Gewerbegebiet Süd ansiedeln wollen. „Bis März soll diese Maßnahme abgeschlossen sein“, sagt Baudezernent Thomas Hanns. Wenn die Plateaus fertig sind, können die Planer die Erschließungsstraße mit Wendehammer planen. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) plant zudem eine neue Kreuzung etwa 450 Meter unterhalb der derzeitigen Einmündung der Waldheimer Straße auf die B 169. Diese soll letztendlich auch das neue Gewerbegebiet Döbeln-Süd erschließen. Deshalb hält die Stadt einen kleinen Teil der Fläche frei, damit das Lasuv später Baufreiheit hat. Das Gewerbegebiet ist insgesamt 36 Hektar groß, die Nutzfläche beträgt 25 Hektar.

Es kostet insgesamt 2,2 Millionen Euro, die Fläche des ehemaligen Möbelwerkes zu erschließen. Die Abbruch- und Planierarbeiten schlagen mit 1,3 Millionen Euro zu Buche. Diese Summe hat Döbeln vorgeschossen, weil es mit dem Vorhaben endlich beginnen wollte. Das Fördergeld dafür fließt nämlich erst später in die Stadtkasse.

Ein Teil ist aber schon jetzt eingetrudelt, wie Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer berichtet. Baudezernent Thomas Hanns hat die Zahlen genau im Kopf: Der aktuelle Bauabschnitt kostet etwa 560 000 Euro. Der Freistaat Sachsen hat dazu jetzt 280 000 Euro dazugegeben.

Es war ein langer und steiniger Weg, bis sich im Döbelner Süden die endlich die Bagger drehen konnten. Nicht nur wegen des Fördergeldes. Die Stadt musste die Besitzverhältnisse des ehemaligen Möbelwerkes bereinigen. Bevor sie Eigentümer des Grundstückes werden konnte, galt es, ein nie beendetes Konkursverfahren zu beenden. Umsonst wird dieser Aufwand nicht sein. Nach wie vor gibt es Interessenten für den Standort, sagt Thomas Hanns.

Von Dirk Wurzel

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