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Alte Post in Roßwein hat neuen Investor – mit altem Konzept

Immobilie Alte Post in Roßwein hat neuen Investor – mit altem Konzept

Das Gebäude der ehemaligen Post in Roßwein wartet noch immer auf eine dauerhafte Nachnutzung. Jetzt hat es die Döbeln GmbH gekauft. Nach wie vor ist ein Arzt-Zentrum im Gespräch.

Das Gebäude der ehemaligen Post in Roßwein wartet noch immer auf eine dauerhafte Nachnutzung. Nach wie vor ist ein Arzt-Zentrum im Gespräch.

Quelle: DAZ-Archiv

Roßwein. Es war für viele Stadträte, die schon 2012 in der Versammlung saßen, ein kleines Déjà-vu, als sie sich in der jüngsten Sitzung am Donnerstagabend die Pläne der Grundbesitz Döbeln GmbH für die Alte Post anhörten. Damals hatte die Hausverwaltung Giebichenstein aus Halle/Saale als Investor vorgesprochen und die Einrichtung eines Ärzte- und Gesundheitszentrums mit mehreren Praxen, Physiotherapie, Apotheke und Sanitätshaus in Aussicht gestellt. Drei Jahre später war noch immer nichts passiert und die Post zum dritten Mal zum Verkauf ausgeschrieben.

Der Unterschied diesmal: Immobilienverwalterin Gaby Zemmrich, selbst Stadträtin in Waldheim (SPD) und für die Grundbesitz Döbeln GmbH als Projektmanagerin engagiert, brachte sehr konkrete Ablaufpläne vor. Und das Unternehmen hat bereits zwei solcher Gesundheitszentren in Döbeln und Nossen ins Leben gerufen. Der bekannten Phrase "Wir möchten das Haus mit Leben füllen" folgten klare Ansagen: "Es soll einen Allgemeinarzt und einen Kinderarzt geben, dazu Sprechstunden abwechselnd für Orthopädie, Gefäßchirurgie und Innere Medizin", sagte Zemmrich. Neue Ärzte würden das allerdings nicht sein. Stattdessen werden bereits niedergelassene Ärzte umziehen. Das sei allein wegen der Anzahl kassenärztlichen Zulassungen in der Region Roßwein/Döbeln nicht anders möglich. Auch mit einer ortsansässigen Physiotherapie-Praxis sei bereits über einen Einzug verhandelt worden. Man wolle keine Konkurrenz für bestehende Roßweiner Einrichtungen werden. Dazu sollen Ergotherapie und Logopädie kommen.

Im Dachgeschoss ist die Einrichtung von zwei altersgerechten Wohnungen geplant, von denen eine für ein künftiges Hausmeister-Ehepaar reserviert wird, die auch an Wochenenden und Feiertagen Ansprechpartner für Mieter und Kunden sein sollen. Um die Barrierefreiheit zu gewährleisten, werde ein Fahrstuhl mit sechs Haltepunkten eingebaut. "Die unterschiedlichen Höhen im Gebäude machen es schwierig, das anders zu lösen. Das wird sehr teuer, aber ist ein Muss", sagte Zemmrich. In die ehemalige Paketannahmestelle soll ein Sanitätshaus einziehen, das gesondert über eine Rampe oder ein Hubfahrzeug barrierefrei zu erreichen sein soll. Der Innenhof werde begrünt als Pausenfläche für Mitarbeiter und Patienten, die Einfahrt für Rettungsfahrzeuge bleibe jedoch bestehen.

So weit, so bekannt. Doch die konkrete Planung ist bereits weit fortgeschritten. "Wir arbeiten mit dem Architekten Michael Thiel aus Ziegenhain zusammen. Er hat für uns schon die Zentren in Nossen mit vier Praxen und in Döbeln mit elf Praxen umgesetzt. Mit dem Denkmalschutz ist ebenfalls schon gesprochen worden", sagte Zemmrich. Da es bereits intensive Gespräche mit künftigen Mietern gegeben habe, sei die Angelegenheit äußerst dringend. "Wenn Sie uns Ihre Zustimmung geben, können wir nächste Woche den Bauantrag stellen. Die Bearbeitung dauert etwa drei bis vier Monate. Wir wollen im zeitigen Frühjahr, sobald es die Witterung zulässt, starten und dann bis zum 31. März 2017 fertig sein", stellte sie klar. Angesichts der ob solcher Deutlichkeit ungläubig blickenden Stadträte fügte sie hinzu: "Wir setzen uns immer sportliche Ziele, sonst wird es nur noch später."

Aufkommende Fragen wurden schnell ausgeräumt. So werde der voraussichtliche Parkplatzbedarf von 20 Stellflächen durch den neuen Parkplatz am Schuldurchgang abgesichert, da dieser bisher tagsüber nur wenig benutzt werde. Fördermittel habe das Unternehmen für den Umbau nicht eingeplant. Diese seien höchstens für barrierefrei zugängliche Toiletten verfügbar. Zemmrich rechne mit einer siebenstelligen Investitionssumme, die das Döbelner Unternehmen allein stemmen will. Dagegen sind die 10.000 Euro Kaufpreis, die durch die einstimmige Zustimmung der Räte zum Verkauf an die Stadt fließen, das geringere Problem. Die Verwaltung hat sich allerdings auch dieses Mal abgesichert. Wird innerhalb von drei Jahren das Umbauprojekt nicht zumindest begonnen, gibt es ein Rückkaufrecht zum selben Preis

Sebastian Fink

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