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Döbeln Altenhof: Nabu pflanzt Linde am Mühlen-Weg
Region Döbeln Altenhof: Nabu pflanzt Linde am Mühlen-Weg
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11:51 06.04.2018
Linden können ein weit ausladendes Blätterdach bilden und damit aus weiter Entfernung als Wegmarke dienen. Quelle: privat
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Klosterbuch/Altenhof

Das Flurstück „An der Linde“, am Mühlweg zwischen Altenhof und Klosterbuch, soll seinem Namen wieder alle Ehre machen: Am Sonnabend wird dort eine Sommerlinde neu gepflanzt. Die Aktion initiiert die Regionalgruppe Lößhügelland des Naturschutzbundes (Nabu). Dabei sein kann jeder, der Freude daran hat, jungen Bäumen eine Chance zu geben. Ab 10 Uhr heißen die Nabu-Mitglieder interessierte Unterstützer willkommen.

Pflanzort an der Kreuzung

“Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn die Öffentlichkeit von der Aktion Notiz nimmt“, sagt Angelika Leonhard, stellvertretende Vorsitzende der Regionalgruppe Lößhügelland. Der Pflanzort liegt an der Kreuzung vom Mühlweg und dem Weg, der von der Tautendorfer Schäferei nach Altenhof führt. An dieser Stelle hatte es Jahrhunderte lang eine Linde gegeben.

Würdige Nachfolgerin gesucht

Der Baum, der am Sonnabend gepflanzt wird, soll deren würdiger Nachfolger werden. Denn als so genannte Wegelinde hatte die früher dort stehende Linde durchaus eine Bedeutung. über derartige Dinge weiß Klaus Friedrich aus Hartha bestens Bescheid.

Weg der Mönche zum alten Hof

Auf dem Vorwerk Tautendorf bei Klosterbuch, welches sich vor Zeiten im Besitz des Klosters Buch befand, betrieben die Zisterzienser Mönche langjährig Schafzucht, weshalb das Gut auch „Schäferei“ genannt wurde. Von hier führte ein von den Mönchen viel begangener Weg nach Altenhof – dem „alten Hof“ - dem ältesten Besitztum des Klosters.

Linde gab der Flur ihren Namen

Er begann am Vorwerk, der Schäferei, verlief durch den „Rothen Grund“ hinauf zum „Mühlen-Weg“. Dabei handelt es sich um den Weg von Klosterbuch nach Eichardt beziehungsweise Wollsdorf. Er kreuzte diesen und führte auf der Hochfläche nach Altenhof. Wo der Mönchspfad den Mühlen-Weg überquerte, stand bis in die 1980er Jahre eine mächtige, uralte Linde. Aufgrund ihres Standorts am Wege, auf der Höhe, an einer Flurgrenze, kann diese als Wege-, Höhen- beziehungsweise Grenzlinde gelten. Sie gab dem angrenzenden Flurstück den Namen „An der Linde“.

Lebensraum vieler Tierarten

Wie Friedrich weiter schreibt, wurden Wegelinden zu dem Zweck gesetzt, als weithin sichtbare Markierung an Wegekreuzungen, Wegeabzweigungen, Wegegabelungen, Wegekurven und Wegeränder zu dienen. Die Menschen, die damals ausschließlich zu Fuß unterwegs waren, nutzten diese zur Orientierung. Die Bäume sollten zudem schützten vor Sturm, Regen, Hagel, Staub sowie greller Sonne und waren Lebensraum vieler Tierarten.

Bedeutsame Aussichtspunkte

Unter Höhenlinden verstand man Linden, die frei an exponierten Stellen von Hochflächen und Bergregionen standen. Sie stellten wichtige Markierungspunkte dar, prägten in entscheidendem Maße das Bild der Landschaft und waren häufig bedeutsame Aussichtspunkte.

Von Steffi Robak

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