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Alter Brunnen wieder wie neu

Burg Mildenstein Alter Brunnen wieder wie neu

Der Burgbrunnen von Mildenstein ist als solcher jetzt gut zu erkennen: Die Brunnenfassung ist aufgemauert, nur die Abdeckung und ein ordentliches Gitter fehlen noch. Dieses Jahr soll der Brunnen zur Besichtigung frei gegeben werden. Nächstes Jahr kommen die Archäologen und forschen weiter: Damit können sie vielleicht auch in die Burggeschichte schauen.

Die Brunnenfassung ist aufgemauert. Noch dieses Jahr sollen Besucher in die Tiefe schauen können.

Quelle: Foto: Steffi Robak

Leisnig. Jetzt steht dort schon ein richtiger Brunnen, wo zu Jahresbeginn lediglich ein Loch in einem Gewölbe im Burghofpflaster klaffte. Um den rund 40 Meter in die Tiefe reichenden Schacht ist mittlerweile eine Fassung aus Ziegelsteinen hochgemauert.

http://www.lvz.de/Region/Doebeln/Blick-nach-unten-in-den-Mildensteiner-Burgbrunnen

„Der Rand bekommt noch eine Abdeckung aus Porphyrplattensegmenten“, erläutert Jörg Nollau, technischer Leiter der Burg Mildenstein. Zudem soll in diesem Jahr noch ein ordentliches Gitter den Brunnen abdecken, wo momentan lediglich ein Rost das Loch abdeckt. Dann soll der Schacht noch eine Innenbeleuchtung bekommen, damit die Burgbesucher tatsächlich auch etwas erkennen, wenn sie nach unten schauen.

Noch dieses Jahr frei zur Besichtigung

„Ob die Beleuchtung dieses Jahr noch eingebaut werden kann, ist schwer zu sagen. Trotzdem ist geplant, dass in diesem Herbst, also noch innerhalb dieser Saison, der Brunnen zur Besichtigung ferigegeben werden kann“, sagt Nollau. Der Burgbrunnen sei für ihn das i-Tüpfelchen. Früher ein für die Burgbewohner überlebenswichtiges Bauwerk, war er Dreh- und Angelpunkt des Lebens auf der Burg.

Eine Gruppe von Dresdener Höhlen- und Karstforschern um Wim Wutzig und Hartmut Simmert hatten den Brunnen 1993 entdeckt. 2001 seilten sich Mitglieder der Gruppe erstmals in die Tiefe ab. Offiziell wurde der Brunnen im Februar dieses Jahres geöffnet. Rund 40 Meter reicht der Schacht in die Tiefe, jedoch ist es nicht ausgeschlossen, dass er bis rund 70 Meter nach unten reicht, bis auf die Sohle der Mulde.

Archäologen wollen nächstes Jahr forschen

Die Sanierungsarbeiten dauern nach Nollaus Worten an: Für dieses Jahr stellte das Sächsische Immobilien- und Baumanagement (SIB), ein Unternehmen des Freistaates Sachsen, 50 000 Euro für die Brunnensanierung in den Haushaltsplan ein. Nächstes Jahr fließen 100 000 Euro. Denn es ist geplant, weiter in die Tiefe zu graben. Davon verspricht sich Nollau zum einen weitere Befunde im Aushub.

Verfüllt worden sei er Brunnen vermutlich mit Bauschutt. Es könnten sich noch Zeitzeugnisse verschiedenster Art in dem Bauwerk befinden. In die weiteren Sanierungsarbeiten sind deshalb auch die Mitarbeiter des Landesamtes für Archäologie eingebunden. Erst wenn alle Arbeiten an dem Brunnen abgeschlossen sind, wird auch die jetzige Umhausung abgebaut.

Kaiser Rotbart als Auftraggeber im Gespräch

Die weiteren Ausgrabungen beziehungsweise archäologischen Befunde könnten Aufschluss geben, in welcher Zeit der Brunnen geteuft wurde. Den bisher feststellbaren Spuren nach zu urteilen wurden die Innenwänden mit Hammer und Schlegel ausgeschlagen. Die Schlegelspuren sind noch heute zu erkennen. Burgverwalter a.D. Bernd Wippert hatte zu Jahresbeginn die Vermutung angestellt, der Brunnen könne aus dem 12. Jahrhundert stammen. Zur damaligen Zeit gehörte die Reichsburg Leisnig Kaiser Barbarossa. Das Brunnenbauprojekt sei ein Millionen-Projekt gewesen. Das allein lasse bereits auf einen sehr vermögenden Auftraggeber schließen.

Von Steffi Robak

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