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Döbeln Am Döbelner Geyersberg entsteht pflegeleichter Urnenhain
Region Döbeln Am Döbelner Geyersberg entsteht pflegeleichter Urnenhain
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00:19 19.05.2017
Die Architekten Hans van Doorn und Henry Zache, Joachim Beyer, Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer, LFT-Geschäftsführer Reinhard Fischer und Gerold Münster, Mitgeschäftsführer der Krematorium GmbH beim Baggerbiss.  Quelle: Foto: Sven Bartsch
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Döbeln

Am Döbelner Krematorium wurde gestern Nachmittag der erste Baggerbiss für einen neuen Urnenhain vollzogen. Insgesamt 650 000 Euro investiert die Krematorium Döbeln GmbH in den nächsten Jahren in das Gelände unterhalb des Krematoriums. In insgesamt vier Bauabschnitten sollen im Endausbau bis zu 810 Urnengrabkammern entstehen. Der nun gestartete erste Bauabschnitt kostet runde 400 000 Euro und soll bis zum 18. Oktober fertig gestellt werden. Er beinhaltet 310 Bestattungsplätze. Diese sollen ab 2018 belegt werden. Im nächsten Jahr begeht das Krematorium nämlich sein 80-jähriges Bestehen.

„Die Entwicklung der Friedhofs- und Bestattungskultur sowie der Bedarf an würdevollen, aber auch pflegeleichten Trauerstätten macht es nunmehr erforderlich, einen neuen Urnenhain zu errichten“, sagt Joachim Beyer, Geschäftsführer der Krematorium Döbeln GmbH. Hintergrund der Entscheidung für die neue Anlage erhebliche Mittel zu investieren, sind Veränderungen in der Gesellschaft und in den Familien. „Die Verstorbenen sollen an ihrem Heimatort begraben werden. Doch die Angehörigen leben meist im ganzen Land verstreut. Deshalb brauchen wir heute Grabanlagen, die möglichst eine individuelle Erinnerungsstätte sind, aber keine Pflege benötigen“, so der Geschäftsführer.

Döbelns Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU) ist froh, dass sich die Krematorium Döbeln GmbH um diese Neuanlage kümmert. „Eine würdevolle Bestattung gehört zu unserer Kultur. Doch es ist auch wichtig, diese Bestattungskultur den heutigen Gegebenheiten anzupassen“, so Egerer. Die Stadt Döbeln ist Eigentümer des Krematoriums und des Urnenfriedhofes am Geyersberg. Sie hat die Bewirtschaftung und Pflege der Anlagen in die Hände der Krematorium Döbeln GmbH gelegt.

Seit 2011 existieren für den neuen Urnenhain erste Skizzen. Gezeichnet hat sie Hans van Doorn von der auf Friedhöfe spezialisierten Firma Memodes _Raum zum Gedenken. Nachdem 2016 der Beschluss zum Bau der Anlage fiel entwarfen Hans van Doorn und der Großweitzschener Architekt Henry Zache gemeinsam den neuen Urnenhain. Ausführen wird den Bau die Tiefbaufirma LFT Straßen- und Tiefbau aus Ostrau, welche die Ausschreibung mit fünf beteiligten Unternehmen gewonnen hatte.

Um eine für den Neubau der Anlage notwendige Zufahrt errichten zu können, mussten die Planer und Bauherren aber noch ein paar Hürden nehmen. Zum einen musste für den Bau der Zufahrt die Gedenkstätte für sowjetische Kriegsgefangene am Eingang des neuen Urnenhaines umverlegt werden. Mit Genehmigung der russischen Botschaft wurden die 23 Urnen vom Verein Deutsche Kriegsgräberfürsorge umgebettet. Die Gedenkstätte wird in Abstimmung mit der russischen Botschaft neu gestaltet und in den neuen Urnenhain integriert. Auch einige Urnen aus dem sogenannten Waldheim-Grab mussten versetzt werden. In diesem  wurden 23 nach den Waldheimer Prozessen im November 1950 hingerichtete Gefangene bestattet.

Die Anlage wird von 25 Kebons oder Kolumbarien genannte Urnensäulen eingerahmt. Diese gibt es seit 2008 auf den Urnenfriedhof am Krematorium. Die Kolumbarien bieten eine individuelle Alternative zu einer Gemeinschaftsgrabanlage. Hinter einer Grabplatte mit eigener Beschriftung könnten je Familie zwei Urnen bestattet werden. In die Böschungen werden so genannte InTalud-Urnenkammern integriert, die ebenfalls Platz für jeweils zwei Urnen haben. Die Mitte der Anlage bilden Subterra genannte Erdurnenkammern. Jede dieser Grabstätten ist individuell, die Bepflanzung und Pflege entfällt jedoch. 

Von Thomas Sparrer

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