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Döbeln Amtsgericht Döbeln: 600 Euro Geldstrafe für Asylheim-Randalierer
Region Döbeln Amtsgericht Döbeln: 600 Euro Geldstrafe für Asylheim-Randalierer
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12:24 29.04.2016
Das Amtsgericht Döbeln sprach am zweiten Verhandlungstag das Urteil gegen einen 33-jährigen Palästinenser: 60 Tagessätze Geldstrafe wegen Sachbeschädigung. Der Mann hatte nach Ansicht des Gerichtes im August 2015 im Döbelner Asylheim randaliert. Quelle: Wolfgang Sens
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Döbeln

Ein tüchtiger Polterabend ereignete sich am 12. August 2015 im Döbelner Asylheim an der Friedrichstraße. Jemand hatte fünf Fensterflügel aus den Angeln gerissen und in den Hof geworfen. Strafrichterin Magdalena Richter ist überzeugt, dass Rami D. der Randalierer ist. Sie sprach den 33-Jährigen Palästinenser am Donnerstag im Amtsgericht Döbeln der Sachbeschädigung in zwei tatmehrheitlichen Fällen schuldig und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen á zehn Euro. Rami D. war zudem nach Ansicht des Gerichtes am 15. Oktober 2015 mit Hammer und Meißel auf eine Informationstafel losgegangen.

Für die fliegenden Fensterflügel gab es keine direkten Tatzeugen. Richterin Richter gelangte zum einen durch die Zeugenaussage eines Heimbewohners zur Überzeugung, dass Rami D. für den Glasbruch verantwortlich war. Der Mann hatte zwischen den Polizisten und D. übersetzt, wo dieser die Geschichte mit den Fensterflügeln einräumte. Allerdings war er da betrunken. Zum anderen räumte D. die Taten in seinem letzten Wort als Angeklagter indirekt ein, als er um Entschuldigung bat und sagte, er sei alkoholisiert gewesen.

Mit Anwalt besser dran?

Das wäre nicht geschehen, wenn der Angeklagte einen gewieften Strafverteidiger oder eine gewiefte Strafverteidigerin an seiner Seite gehabt hätte. Die Verteidigung hätte ihrem Mandanten wohl geraten, eisern zu schweigen. Hätte den Wert des Geständnisses vor der Polizei in Frage gestellt, von dem der Dolmetscher erzählt hatte. Betrunkene reden ja immer viel. Selbst ein mittelmäßiger Vertreter der Advokatenzunft hätte mit einer cleveren Fragetechnik den möglichen Täterkreis erweitert und am Ende eventuell einen Teilfreispruch herausgeschunden. Wie gesagt: Direkte Tatzeugen gab es nicht und eine eiserne Regel aller Rechtsstaatlichkeit lautet: „In dubio pro reo – im Zweifel für den Angeklagten.“ Aber grau ist alle Theorie – denn in der Praxis spielt sie in diesem Fall keine Rolle. Rami D. nahm das Urteil nämlich an und auch Staatsanwalt Thomas Fischer verzichtete auf Rechtsmittel. Das Urteil ist rechtskräftig.

Um eine Strafe für die demolierte Infotafel wäre Rami D. sowieso nicht herumgekommen. Ein Wachmann hatte ihn nämlich dabei beobachtet, wie er das schwarze Brett mit Hammer und Meißel bearbeitete. „Ich rief: Was soll das? Da kam er auf mich zu und sagte: Keine Polizei“, berichtete der Mann im Zeugenstand. Das Werkzeug habe nicht von ihm gestammt.

Zehnmal mit Geldstrafen vorgeahndet

Die Richterin hielt Rami D. zu Gute, dass er mit den Sachbeschädigungen keine besonders schweren Straftaten begangen habe. „Zu ihren Lasten muss man ihre einschlägige Vorstrafe werten“, sagte sie. Rami D. hat zehn Einträge im Bundeszentralregister, alle wegen kleiner Delikte, überwiegend Diebstahls. Aber auch eine gemeinschädliche Sachbeschädigung hat er schon auf dem Kerbholz. Die Amtsgerichte in Chemnitz, Berlin-Tiergarten und Döbeln ahndeten Rami D.´s Verfehlungen bisher allesamt mit Geldstrafen.

Um einen Teil der Verfahrenskosten wäre Rami D. auch bei einem Teilfreispruch im aktuellen Prozess nicht herumgekommen. Seine Rechtsvertretung hätte er auch selbst bezahlen müssen. Ohne Anwalt dürfte es für ihn am Ende also billiger geworden sein.

Von Dirk Wurzel

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