Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Amtsgericht Döbeln: 900 Euro Geldstrafe für Attacke im Roßweiner Asylheim
Region Döbeln Amtsgericht Döbeln: 900 Euro Geldstrafe für Attacke im Roßweiner Asylheim
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:35 13.04.2016
Sachbeschädigung und Bedrohung lag dem 35-jährigen Iraner zur Last. Quelle: Archiv
Anzeige
Roßwein/Döbeln

Weil er im Roßweiner Asylbewerberheim randalierte, zwei Bewohner mit einem Messer und dem Tod bedrohte, soll der Iraner Reza B. eine Geldstrafe bezahlen. Strafrichter René Stitterich verurteilte den 35-Jährigen am Dienstag im Amtsgericht Döbeln wegen Sachbeschädigung in Tateinheit mit Bedrohung zu 90 Tagessätzen á zehn Euro – also insgesamt 900 Euro. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Es gibt zwei Versionen zu dem Vorfall, der sich zwischen ein und zwei Uhr morgens am 2. Juni 2015 zugetragen hat. Eine Version schilderten übereinstimmend die beiden Zeugen, die andere brachte Reza B. vor. Objektiv steht fest, dass jemand eine Tür eingetreten hat. Das belegen die Fotos in der Ermittlungsakte. Dass er nicht der Mann sei, der dafür verantwortlich war, sagt der 35-jährige Iraner. Er habe zunächst mit einem Afghanen diskutiert. Dieser sei der Meinung gewesen, schiitische Muslime wie Reza M. gehören umgebracht und das stünde so im Koran. Dann habe er die beiden Zeugen um Hilfe gebeten. Nicht, um ihn bei seinem Disput mit dem Afghanen zu helfen, sondern weil die Polizei kam und er weder Deutsch noch Englisch spreche.

Richter weist auf Beugehaft hin

Die Landsleute des Iraners schilderten die Geschehnisse allerdings anders „Er hat die Tür mit Kraft geöffnet und uns mit dem Messer bedroht. Ich habe ihn mit einem Stuhl geschlagen. Dabei ist das Messer auf den Boden gefallen“, berichtete die Dolmetscherin, was Zeuge Said S. ihr auf persisch berichtet hatte. „Haargenau das hat der Mann bei der Polizei erzählt“, würdigte Richter Stitterich diese Aussage. Zuvor hatte er den Mann zunächst eindringlich darauf hingewiesen, dass er in Gegenwart des Angeklagten aussagen müsse. Der Zeuge weigerte sich nämlich, dies zu tun, wohl aus Angst vor Reza B.. „Reizen Sie mich nicht, Beugehaft zu verhängen“, sagte Richter Stitterich schließlich zu dem Zeugen und dieser wurde gesprächiger. Konnte sich auf Nachfrage auch an die Todesdrohung erinnern. Sein Mitbewohner Ochmid P. schilderte den Vorfall genauso.

Angeklagter bezichtigt Zeugen der Lüge

„Aber sie waren doch mal befreundet?“ versuchte der Richter nach dem Grund für die Attacke zu fragen. „Ich bin Christ“, sagte Ochmid P. dazu auf den deutsch. Ansonsten sagte er in seiner persischen Muttersprache aus. Reza B. wiederholte in seinem letzten Wort seine Verschwörungstheorie, sagte, dass die Zeugen lügen. „Warum dürfen sie mich als psychisch krank beleidigen?“, übersetzte die Dolmetscherin. Said P. hatte nämlich gesagt, dass sich sein Landsmann ständig von anderen verfolgt fühle und dass er ihn nur betrunken oder verrückt erlebt habe.

„Ich sehe keinen Widerspruch in den Aussagen der Zeugen. Welchen Grund sollten sie gehabt haben, die Polizei zu holen, wenn nichts passiert war?“, sagte Richter Stitterich, als er das Urteil begründete. Reza B. und seine Landsleute leben nicht mehr in der Roßweiner Einrichtung sondern in anderen Asylheimen im Landkreis.

Von Dirk Wurzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Klosterbucher Revierförster Ronald Köllner hat jetzt viel zusätzliche Arbeit. Amanda heißt seine neue Deutsch-Drahthaar-Hündin. So niedlich und verspielt die Kleine auch ist, ein Jagdhund braucht nicht nur Erziehung, sondern auch eine spezielle Ausbildung. Die ist aufwendig.

12.04.2016

Ein Rettungswagen ist am Sonntag bei Pappendorf (Landkreis Mittelsachsen) mit einem Reh kollidiert. Am Auto entstand nach Angaben der Polizei ein Sachsschaden von 500 Euro. Verletzt wurde niemand.

12.04.2016

Mike Novak ist Jugendwart bei der Feuerwehr Zschaitz. Er hat zwei Kinder zu Hause, Tochter Anna-Lisa (19) und Sohn Alexander (16). Beide helfen ihm dabei, die Kinder in der Jugendfeuerwehr auszubilden. Sechs hat er zu Jahresbeginn dazubekommen. Die drei Nowaks wollen verhindern, dass die Jugendwehr wieder aufgelöst werden muss.

12.04.2016
Anzeige