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Amtsgericht Döbeln: 900 Euro Geldstrafe für Attacke im Roßweiner Asylheim

Mit Messer bedroht Amtsgericht Döbeln: 900 Euro Geldstrafe für Attacke im Roßweiner Asylheim

Ein Vorfall im Roßweiner Asylbewerberheim hat am Dienstag das Amtsgericht Döbeln beschäftigt. Einem 35-jährigen Iraner lag zur Last, eine Tür eingetreten und seine Landsleute mit einem Messer und dem Tod bedroht zu haben. Er bestritt das. Aber der Richter glaubte ihm nicht.

Der Angeklagte bestritt die Tat. Aber die Zeugen sagten übereinstimmend aus, dass er die Tür zu ihrem Zimmer eingetreten und sie mit einem Messer bedroht hatte.

Quelle: dpa

Roßwein/Döbeln. Weil er im Roßweiner Asylbewerberheim randalierte, zwei Bewohner mit einem Messer und dem Tod bedrohte, soll der Iraner Reza B. eine Geldstrafe bezahlen. Strafrichter René Stitterich verurteilte den 35-Jährigen am Dienstag im Amtsgericht Döbeln wegen Sachbeschädigung in Tateinheit mit Bedrohung zu 90 Tagessätzen á zehn Euro – also insgesamt 900 Euro. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Es gibt zwei Versionen zu dem Vorfall, der sich zwischen ein und zwei Uhr morgens am 2. Juni 2015 zugetragen hat. Eine Version schilderten übereinstimmend die beiden Zeugen, die andere brachte Reza B. vor. Objektiv steht fest, dass jemand eine Tür eingetreten hat. Das belegen die Fotos in der Ermittlungsakte. Dass er nicht der Mann sei, der dafür verantwortlich war, sagt der 35-jährige Iraner. Er habe zunächst mit einem Afghanen diskutiert. Dieser sei der Meinung gewesen, schiitische Muslime wie Reza M. gehören umgebracht und das stünde so im Koran. Dann habe er die beiden Zeugen um Hilfe gebeten. Nicht, um ihn bei seinem Disput mit dem Afghanen zu helfen, sondern weil die Polizei kam und er weder Deutsch noch Englisch spreche.

Richter weist auf Beugehaft hin

Die Landsleute des Iraners schilderten die Geschehnisse allerdings anders „Er hat die Tür mit Kraft geöffnet und uns mit dem Messer bedroht. Ich habe ihn mit einem Stuhl geschlagen. Dabei ist das Messer auf den Boden gefallen“, berichtete die Dolmetscherin, was Zeuge Said S. ihr auf persisch berichtet hatte. „Haargenau das hat der Mann bei der Polizei erzählt“, würdigte Richter Stitterich diese Aussage. Zuvor hatte er den Mann zunächst eindringlich darauf hingewiesen, dass er in Gegenwart des Angeklagten aussagen müsse. Der Zeuge weigerte sich nämlich, dies zu tun, wohl aus Angst vor Reza B.. „Reizen Sie mich nicht, Beugehaft zu verhängen“, sagte Richter Stitterich schließlich zu dem Zeugen und dieser wurde gesprächiger. Konnte sich auf Nachfrage auch an die Todesdrohung erinnern. Sein Mitbewohner Ochmid P. schilderte den Vorfall genauso.

Angeklagter bezichtigt Zeugen der Lüge

„Aber sie waren doch mal befreundet?“ versuchte der Richter nach dem Grund für die Attacke zu fragen. „Ich bin Christ“, sagte Ochmid P. dazu auf den deutsch. Ansonsten sagte er in seiner persischen Muttersprache aus. Reza B. wiederholte in seinem letzten Wort seine Verschwörungstheorie, sagte, dass die Zeugen lügen. „Warum dürfen sie mich als psychisch krank beleidigen?“, übersetzte die Dolmetscherin. Said P. hatte nämlich gesagt, dass sich sein Landsmann ständig von anderen verfolgt fühle und dass er ihn nur betrunken oder verrückt erlebt habe.

„Ich sehe keinen Widerspruch in den Aussagen der Zeugen. Welchen Grund sollten sie gehabt haben, die Polizei zu holen, wenn nichts passiert war?“, sagte Richter Stitterich, als er das Urteil begründete. Reza B. und seine Landsleute leben nicht mehr in der Roßweiner Einrichtung sondern in anderen Asylheimen im Landkreis.

Von Dirk Wurzel

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