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Amtsgericht Döbeln schickt Windrad-Einbrecher von Etzdorf hinter Gitter

Justiz Amtsgericht Döbeln schickt Windrad-Einbrecher von Etzdorf hinter Gitter

X-Mal vorbestraft und selbst in der Bewährungszeit kriminell: Um sich seine Crystal-Sucht zu finanzieren, klaute ein 28-jährier Geringswalder Kupferkabel aus Windrädern. Seit Dezember 2016 sitzt er im Gefängnis und soll dort nach dem Willen des Amtsgerichtes Döbeln noch eine ganze Weile bleiben.

Windräder sind auch für Einbrecher attraktiv. Hier gibt es jede Menge Kupfer zu stehlen. Einen 28-jährigen Geringswalder schickte das Amtsgericht Döbeln jetzt wegen des Einbruchs in eine Windkraftanlage hinter Gitter.

Quelle: picture alliance / dpa

Döbeln/Etzdorf,Hartha/Geringswalde. Wer in Windräder einbrechen will, scheint es nicht besonders schwer zu haben. Davon zeugte ein Prozess im Amtsgericht Döbeln. Auch was so eine Anlage in einem Monat einbringt, kam in der öffentlichen Hauptverhandlung bei Strafrichter Janko Ehrlich zur Sprache: Rund 30 000 Euro.

Soviel Stromgeld ging dem Betreiber eines Windparks in Etzdorf nämlich durch die Lappen, weil es Einbrecher lahmgelegt hatten, als sie Ende 2015 Kupferkabel aus der Anlage klauten. Wie sie da reingekommen sind, berichtete einer der beiden jetzt im Prozess. Es soll aber lieber nicht in der Zeitung stehen. „Wir sind dann noch mal hingefahren. Da habe mich beim Durchflexen eines Kabels verletzt“, sagte der 37-jährige Angeklagte, der laut eigenen Angaben zusammen mit seinem 28-Jährigen Mittäter eine halbe Tonne Kupfer aus dem Windrad gestohlen hatte. Und einen Industrierechner, mit dem man als Privatanwender nichts anfangen kann. Sie hatten der Anlage zwar zuvor den Saft abgedreht, aber der Mann flexte an der Hauptleitung rum. Die stand unter Strom. „Es schlug einen Lichtbogen und er verletzte sich schwer. Es ist ein großes Glück, dass er noch lebt. Das kann ich aus meinem früheren Beruf einschätzen“, sagte Rechtsanwalt Andreas Gumprich, der den Mann verteidigte und gelernter Elektriker ist. Sein Mandant war nach dem Vorfall zu Arzt gegangen, ließ seine Verbrennungen im Krankenhaus behandeln. Das brachte die Ermittler auch auf die Fährte des 28-Jährigen aus Geringswalde, dem noch zur Last lag, in einen Keller in seiner Heimatstadt eingestiegen zu sein. Zum Klauen kam er dort aber nicht, denn der Hausverwalter überraschte ihn. Bei dieser Tat soll er einen Komplizen (29) gehabt haben. So saß ein Trio auf der Anklagebank. Auch in die Post in Hartha soll der 28-Jährige eingebrochen sein, eine üble Verwüstung angerichtet haben und etwas über 300 Bargeld gestohlen haben.

Haft, Bewährung, Freispruch

Dieser Angeklagte gestand die Tatvorwürfe ebenfalls. Beide Männer stahlen, um sich vom Erlös der Beute Crystal zu kaufen. Der jüngere ist bereits ein alter Bekannter von Strafrichter Ehrlich. Vor allem 2014 hatte er mit ihm zu tun und ihn wegen Diebstahls verurteilt. Seit Dezember 2016 sitzt er in der JVA Zeithain. „Es ist zum ersten Mal, dass wir hier etwas zu seinen Taten hören, Bisher hat er immer geschwiegen. Man ist an ihn als Mensch nicht herangekommen“, sagte Rechtsanwalt Enrico Brand, der diesen Angeklagten verteidigte und bereits in einer Vielzahl anderer Verfahren verteidigt hat. Auch zu seiner Crystalabhängigkeit hatte er nie was gesagt. „Das ließ ihn komische Dinge tun, sehr komische Dinge, kriminelle Dinge“, sagte Rechtsanwalt Brand. Er stellte keinen konkreten Antrag, wie sein geständiger Mandat zu bestrafen sei.

Richter Ehrlich verurteilte ihn schließlich wegen dreimaligen Diebstahls im besonders schweren Fall (Einbrüche in die Windkraftanlagen und in die Harthaer Post) sowie versuchten Diebstahls im besonders schweren Fall (Kellereinbruch) zu einer Gesamtstrafe von zweieinhalb Jahren Haft. So hatte es Staatsanwältin Angelika Rickert beantragt. „Wenn man vielfach vorbestraft ist und unter Bewährung steht, führt das bei neuen Straftaten ins Gefängnis. Das habe ich kommen sehen und Ihnen in früheren Verfahren schon gesagt“, sagte Richter Ehrlich zu dem 28-Jährigen. Seinen 37-jährigen Mittäter verurteilte er wegen des Einbruchs in die Windräder in Etzdorf und Erlau zur 15 Monaten Haft mit Bewährung. Den Dritten im Bunde sprach er frei. Es reichte nicht, um ihn des Einbruchs in den Keller in Geringswalde zu überführen und der dafür verurteilte Täter hatte ihn auch nicht belastet. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

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