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Amtsgericht verurteilt 34-jährigen Schläger zu 20 Monaten Haft

Gewaltorgie in Döbeln Amtsgericht verurteilt 34-jährigen Schläger zu 20 Monaten Haft

Wegen absoluter Nichtigkeiten rastete ein 34-Jähriger in Döbeln mehrfach aus, schlug und trat seine Bekannten. Die waren ihm allesamt körperlich unterlegen. Einer der Geschädigten lag 14 Tage auf der Intensivstation, nachdem ihn der Schläger mit Faustschlägen und Fußtritten gegen den Kopf traktiert hatte.

Das Gericht hat einen 34-Jährigen unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung zu einem Jahr und acht Monaten Haft verurteilt. Der Mann ist in Döbeln auf seine Bekannten losgegangen. Ein Geschädigter landete auf der Intensivstation.

Quelle: dpa

Döbeln. Mit einer wahren Gewaltorgie hatte es das Schöffengericht am Amtsgericht Döbeln jüngst zu tun. Der Geschädigte, ein kleiner, schmächtiger und gebrechlich wirkender Mann Mitte der 50, lag zwei Wochen auf der Intensivstation. Hatte durch die Schläge und Fußtritte ein Schädeltrauma und mehrere Kiefernbrüche erlitten. Ohne medizinische Behandlung wäre er vermutlich gestorben.

Überleben war Glückssache

Der Schläger ist ein junger Mann, etwa 1,80 Meter groß. Ihn verurteilte das Gericht unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von einem Jahr und acht Monaten – ohne Bewährung. Das Gericht bildete eine Gesamtstrafe, weil der Mann auch seine Ex-Freundin sowie einen Bekannten in dessen Wohnung geschlagen hatte, was einen Schuldspruch wegen einfacher Körperverletzungen zur Folge hatte. Die Geschädigten waren nicht so schlimm verletzt. Allerdings waren auch sie dem Angeklagten körperlich weit unterlegen. Und die Anlässe für die Gewaltausbrüche waren nichtig „Warum in drei Teufels Namen rasten Sie aus? Diese Tritte ins Gesicht stellen eine lebensgefährliche Behandlung dar. Es ist eine Glückssache, dass der Geschädigte dies überlebt hat“, sagte Richterin Karin Fahlberg, Vorsitzende des Schöffengerichtes, als sie dessen Urteil begründete. Mit dem Strafmaß übertraf das Gericht den Antrag der Staatsanwaltschaft um sieben Monate. Verteidigeranwalt Ulrich Eppinger hatte acht Monate mit Bewährung und einen Schuldspruch wegen dreimaliger einfacher Körperverletzung gefordert. Er sah bei der Tat gegen den gebrechlichen Mittfünziger keine lebensgefährliche Behandlung, die eine einfache Körperverletzung zu einer „gefährlichen“ macht und den Strafrahmen erhöht.

Wegen Müll ausgerastet?

Vorm Schöffengericht war die Sache gelandet, weil die Staatsanwaltschaft wohl mit einer Straferwartung angetreten war, die zwischen zwei und vier Jahren Haft liegt. Dann muss laut Gerichtsverfassungsgesetz ein Schöffengericht solche Anklagen verhandeln, auch wenn diese kein Verbrechen (Mindeststrafe: Ein Jahr Haft) zum Gegenstand haben.

Der 34-Jährige räumte alle drei Taten ein. Schilderte emotionslos, wie er am 26. November 2015 in einer Wohnung an der Döbelner Burgstraße auf den Mittfünfziger losgegangen war, wie der verspätete Frühschoppen ausgeartet war. „Ich habe kurz rot gesehen, wo ich eigentlich hätte zurückstecken müssen“, sagte der Angeklagte. Er schilderte, wie er den Geschädigten mit Fäusten traktierte, sich dann sein T-Shirt auszog, ihn von der Couch zog und auf ihn eintrat. Als Grund gab er an, sich über den Spruch seines Opfers aufgeregt zu haben, er solle seinen Müll rausbringen. Zeugen sagten, dass es um irgendwelche Schulden gegangen sei.

Betrunken in Hessen ausgerastet

Bei der anderen Tat am 1. Oktober 2015 war der Schläger laut eigenem Bekunden auf seine damalige Freundin und seinen Bekannten losgegangen, weil er sich beleidigt gefühlt habe. Bei beiden Taten spielte Alkohol eine Rolle. Davon versuchte der 34-Jährige loszukommen. Mit zweifelhaftem Erfolg: Bei einem Therapieaufenthalt 2013 in Hessen hatte er betrunken in einem Dönerimbiss eine Frau attackiert, hatte unter anderem ihren Kopf gegen eine Scheibe geschlagen. Das Amtsgericht Eschwege hatte den 34-Jährigen im Strafbefehlsverfahren deshalb 2015 wegen Körperverletzung zu einem Jahr Haft mit Bewährung verurteilt.

Von Dirk Wurzel

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