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Amtsgericht verurteilt Geringswalder Dealerin zu bedingter Haft

Wegen Drogenverbrechen Amtsgericht verurteilt Geringswalder Dealerin zu bedingter Haft

Ihre eigene Sucht hat eine 23-Jährige mit Drogenhandel finanziert. Das ging solange gut, bis die Polizei ihre Wohnung durchsuchte und dabei nicht nur Marihuana und Crystal fand, sondern auch Hinweise, die auf ein schwunghaftes Geschäft mit illegalen Substanzen hindeuteten. Das brachte der jungen Frau eine Anklage wegen Drogenverbrechen ein.

Das Schöffengericht sprach eine 23-Jährige eines Drogenverbrechens schuldig, sah es als erweisen an, dass sie in Geringswalde einen schwunghaften Handel mit unerlaubten Substanzen betrieben hatte. Obschon das Urteil 19 Monate Haft als Rechtsfolge vorsieht, muss die Frau nicht ins Gefängnis und kam mit Bewährung davon.

Quelle: dpa

Geringswalde/Döbeln. Eine Drogendealerin hat das Amtsgericht Döbeln jetzt zu einem Jahr und sieben Monaten bedingter Haft verurteilt. Zwei Jahre dauert ihre Bewährungszeit. „Sie haben einen ganz erheblichen Handel betrieben. Wir haben hier nur die Spitze eines Eisberges angekratzt. Sie können froh sein, dass sich die Staatsanwaltschaft nur auf das eingeschossen hat, was hier angeklagt war“, sagte Richterin Karin Fahlberg, als sie das Urteil des Schöffengerichts begründete. Die 23-Jährige hatte wahrscheinlich halb Geringswalde mit Stoff versorgt. Bei der richterlich angeordneten Durchsuchung fanden die Beamten Marihuana mit einem Wirkstoffgehalt von etwa 15 Gramm und Crystal mit einem Wirkstoffgehalt von etwa zwei Gramm. Dazu stellten die Beamten Mobiltelefone und Computer sicher. Darauf fanden sie Hinweise, dass die Angeklagte auch mit Drogen handelte. Wie sie selbst sagte, um ihre eigene Sucht zu finanzieren.

Da der Wirkstoffgehalt des Marihuanas die geringe Menge um das Doppelte überschritt, gilt es als Verbrechen, soviel Gras zu besitzen. Verbrechen sind alle Straftaten, für die das Gesetz mindestens ein Jahr Haft als Strafe vorsieht. An den Amtsgerichten verhandeln Schöffengerichte Verbrechens-Anklagen, sofern die Straferwartung vier Jahre nicht übersteigt.

Als die Polizei die Geringswalder Wohnung der Angeklagten durchsuchte, nahm ihr Mitbewohner das Gras auf seine Kappe. Das führte auch Rechtsanwalt Frank Hirschkorn in seinem Schlussvortrag ins Feld, der die 23-Jährige verteidigte. Wäre das Gericht dem gefolgt, hätte es eine niedrigere Strafe verhängen können. „Das nehmen wir Ihnen nicht ab. Es gab Schließlich Bestellungen“, sagte Richterin Fahlberg, weshalb das Gericht dieser Behauptung nicht glaubte.

„Bei der Bewährung haben wir leise Bauchschmerzen“, sagte Richterin Fahlberg über die Entscheidung des Gerichtes, die Vollstreckung der Haftstrafe auszusetzen und der jungen Frau das Gefängnis zu ersparen. Die 23-Jährige ist mittlerweile aus Geringswalde weggezogen, hat den Kontakt zu ihrem alten Freundeskreis abgebrochen. Derzeit absolviert sie eine Langzeittherapie. Zu der hat sie sich entschlossen, als sie ihre Schwangerschaft bemerkte. Das tun nicht viele Crystal-Mütter. Zum Kindsvater – einem alten Bekannten der Richter am Amtsgericht – hat sie keinen Kontakt. Ich werde die Strafe akzeptieren. Sowas wird nicht wieder vorkommen“, sagte die Angeklagte in ihrem letzten Wort vor Gericht. Im Verfahren bekundete sie, sich zunächst um ihr Kind kümmern zu wollen, dann aber ihre abgebrochene Ausbildung wiederaufzunehmen und abzuschließen und sich um Arbeit zu bemühen.

Das Gericht unterstellte die junge Frau der Aufsicht eines Bewährungshelfers. „Wenn sie da nicht hingehen, kriege ich eine Nachricht. Und wenn Sie von mir eine Mitteilung bekommen, dass ich Sie hier sehen will, kann es unangenehm für Sie werden“, machte die Richterin die 23-Jährige auf einen möglichen Widerruf der Bewährung aufmerksam, was den unweigerlichen Gang ins Gefängnis bedeutet. Außerdem darf die junge Frau die Therapie nicht abbrechen und muss innerhalb eines knappen Jahres 60 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Obschon sich die junge Frau nicht mit ihrer Version durchsetzte, dass das Gras nicht ihr gehöre, nahm sie das Urteil an. Da auch die Staatsanwaltschaft auf Rechtsmittel verzichtete, ist es rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

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