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Döbeln Amtstierarzt lässt 80 Katzen befreien
Region Döbeln Amtstierarzt lässt 80 Katzen befreien
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20:07 27.04.2018
Verschreckt, unterernährt, von Parasiten befallen – Amtstierarzt muss 80 Katzen befreien lassen.   Quelle: Steffi Robak
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Schweikershain

 In einem schweren Fall krankhaften Tiere-Sammelns ist der Landkreis Mittelsachsen im Interesse der Tiere eingeschritten. In Schweikershain hielt eine Frau insgesamt 80 Katzen auf engem Raum, unter Bedingungen, die für Tier und Mensch unwürdig sind.

Dr. Andreas Poike vom Referat Tierschutz und Tierarzneimittelüberwachung beim Landratsamt Mittelsachsen ordnete die Wegnahme der Tiere an. Mitarbeiter des Tierschutzvereins Mittweida hatten die Aufgabe, die Katzen unterzubringen.

Unterernährt, von Parasiten befallen

Das gelang in Tierasylen in Sachsen, von Chemnitz bis Meißen, zudem kamen acht Katzen nach Leisnig. Zusammen mit der Mitweidaer Tierschutzvereinsvorsitzenden Anja Oehlmann brachten weitere Vereinsmitglieder die Katzen am Donnerstag in die Einrichtung am Leisniger Eichberg. Dort wurden die Tiere noch in ihren Transportboxen in einen gesonderten Raum gebracht, wo sie sich akklimatisieren können. Offensichtlich stehen die unterernährten und von Parasiten befallenen Tiere unter großem sozialen Stress.

Sozialer Stress durch Verwahrlosung

In ihrem vorherigen Aufenthaltsort muss auf viel zu engem Raum unter Futtermangel das gnadenlose Recht des Stärkeren geherrscht haben, ohne eine menschliche Hand, die für die Schwächeren eingegriffen hätte. Einer der stärkeren Kater okkupierte sofort und fortwährend bedrohlich knurrend den Nassfutterfressnapf, ließ keine andere Katze gewähren. Kaum ein Tier ließ ein anderes in seine Nähe, ohne dass bösartig gefaucht wurde. Besonders die jungen Katzen scheinen nur aus Fell und Knochen zu bestehen.

Halterin in Behandlung, Betreuerin informiert Behörde

Dass alle schon lange leiden, ist unübersehbar. Wie eine Tierschutz-Mitarbeiterin schildert, hätte sie lediglich Wassernäpfe im Haus wahrgenommen für die Tiere, ansonsten viel Unrat, Müll sowie Tierexkremente. Die gesetzlich bestellte Betreuerin der Katzhalterin habe sich an das Gesundheitsamt gewendet wegen dieser Zustände. Ihre Mandantin musste sich in ärztliche Behandlung begeben – es musste gehandelt werden, damit die Tiere nicht völlig sich selbst überlassen bleiben. Zum anderen habe sich die Frau, die Anzeichen des krankhaften Tiersammelns zeigt, bisher für eine Lösung der Situation nicht kooperativ gezeigt.

Gesundheit kostet rund 100 Euro pro Tier

Die Tiere, allesamt Rassekatzen beziehungsweise Mischungen aus etwa British Kurzhaar und Karthäuser, werden jetzt tierärztlich behandelt. Dafür benötigt die Tiernothilfe Leisnig dringend finanzielle Mittel, denn um die 80 bis 100 Euro pro Tier kämen schnell auf die Rechnung. Von der Weitervermittlung könne gegenwärtig keine Rede ein, so Rosi Pfumpfel von der Tiernothilfe Leisnig. Das lasse der gesundheitliche Zustand keinesfalls zu. Wie bedrohlich dieser ist, verdeutlicht der Umstand, dass eine der Katzen kurz nach der Abholaktion verendete. Für sie kam die Rettung zu spät.

Von Steffi Robak

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