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Döbeln An Leisnigs Johannistal kreiste die Säge: Entlang der Straße müssen die Bäume weg
Region Döbeln An Leisnigs Johannistal kreiste die Säge: Entlang der Straße müssen die Bäume weg
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10:55 08.03.2016
Die erste Baumreihe entlang der Leisniger Johannistalstraße ist Geschichte: Der Revierförster ließ die Bäume fällen. Quelle: Sven Bartsch
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Leisnig

In der zweite Reihe steht man besser – das hat sich jetzt für die Buchen entlang der Straße vom Leisniger Johannistal bewahrheitet, denn die erste Baumreihe entlang der Straße wurde zu einem großen Teil entfernt. Etwa zehn Bäume sind abgeholzt. „Der Stadtwald sieht aus wie ein Park, es handelt sich jedoch im Wald und muss deshalb auch so behandelt werden“, sagt Revierförster Dirk Tenzler. Die Stadt lässt das Johannistal vom Forstbetrieb Leipzig des Staatsbetriebs Sachsenforst bewirtschaften. Und Tenzler fällte die Entscheidung: Die Buchen entlang der Straße müssen weg.

Mit der Waldpflege übernimmt der Sachsenforst auch die Verkehrssicherungspflicht. Diese liegt demnach nicht mehr in den Händen der Stadt. Damit gilt auch nicht mehr die für Leisnig aufgestellte Baumschutzsatzung. Dennoch war die Baumschutzkommission gefragt beziehungsweise in Kenntnis gesetzt worden über die Notwendigkeit, die Buchen zu fällen. Bürgermeister Tobias Goth (CDU) weist darauf hin, dass das Augenmerk der Leisniger für den Stadtwald im Johannistal generell hoch ist. Die Arbeitsgruppe Baumfreunde des Geschichts- und Heimatvereins hat zuletzt sogar einen Bepflanzungsplan erstellt. Tenzler ist es wichtig, dass über den Eingriff in den Stadtwald bei den Leisniger, die sich für den Baumschutz einsetzen, auch die Informationen über nötige Pflegemaßnahmen vorliegen.

Einmal im Jahr nimmt Tenzler in seinem Revierbereich alle Waldstücke unter die Lupe, begutachtet die Bäume bezüglich der Baumgesundheit und in dem Zusammenhang auch den Schädlingsbefall. Er tut das im Auftrag der Stadt, denn auch wenn mit dem Pflegevertrag die Verkehrssicherungspflicht an den Revierförster übergeht – passiert etwas im Stadt, dann haftet die Stadt. „das Johannistal ist in dieser Hinsicht ein neuralgischer Punkt“, sagt Tenzler, zum einen, weil der Wald eben als Stadtpark fungiert. Den jüngsten Anlass, die Buchen entlang der Straße besonders in Augenschein zu nehmen, gab ein Hinweis eines Anwohners von der gegenüberlegenen Straßenseite: Einige Äste der Buchen aus der ersten Baumreihe würden schon nahezu bis hinüber die den Häusern reichen. Es wurde befürchtet, dass über kurz oder lang daraus Schaden erwachsen kann.

Tenzler erläutert, warum dies gar nicht von der Hand zu weisen ist: „Im Johannistal stehen Rotbuchen. Diese bilden erfahrungsgemäß sehr lange Äste aus. Gleichzeitig sind sie sehr anfällig für den so genannten Sommerbruch. Dieser detnsteht zum einen Durch Pilzbefall, anderer seits auch dadurch ,dass das Holz im Sommer durch die Sonneneinstrahlung von oben stark austrocknet. Gefährdete Bäume hatte Tenzler schon markiert, sie tragen beziehungsweise trugen einen roten Punkt. Die Hauptfällarbeiten wurden im Februar schon abgeschlossen. Am Johannistal liegt das Augenmerk auch deshalb auf den Bäumen, weil es sie eine Stark befahrene Straße begleiten.

So weit möglich, soll das Holz verwertet, also verkauft werden. Die Preise für Buche seien jedoch derzeit sehr niedrig, sagt Tenzler. Für Buchenstammholz werden derzeit bei sehr dickem Holz bis 110 Euro je Erntefestmeter gezahlt. Für die gleiche Qualitä beziehungsweise Stärke einer Eiche fließen bis zu 350 Euro. Für Kiefer, in Sachsen vorrangig als Brennholz verwendet, ist ein bei starken Stämmen bis zu 90 Euro pro Erntefestmeter erzielbar.


http://waldholz.de/9-startseiten-beitr%C3%A4ge/waldpflege/20-aktuelle-holzpreise.html

Aus finanziellen Gründen lohnt sich die Buchen-Abholzung im Leisniger Stadtwald demnach nicht. Weitere Bäume im Johannistal deshalb erst in folgenden Jahren abgeholzt werden – wenn die Preise für Buche gestiegen sind und damit für die Stadtkasse ein höherer Erlös zu erwarten ist.

Von Steffi Robak

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