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Döbeln André Streubel mit 15 Jahren schon in die Schiri-Prüfung
Region Döbeln André Streubel mit 15 Jahren schon in die Schiri-Prüfung
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21:14 15.02.2012
15 Jahre jung und ein großes Talent: André Streubel vom ESV Lok Döbeln ist seit drei Jahren Schiedsrichter und als solcher der jüngste in seinem Verein. So früh wie er entscheiden sich nur wenige für eine Laufbahn als Unparteiischer. Und nicht alle, die die Prüfung bestanden haben, sind dann den Anforderungen gewachsen. Quelle: Sven Bartsch

Steffen Hennig, Schiedsrichterobmann beim ESV Lok Döbeln, ist mit André Streubels Entwicklung sehr zufrieden. "Er ist sehr gut, die Qualität seiner Entscheidungen passt. André ist eines der größten Talente im Kreis Döbeln", schätzt Hennig ein. Diese Meinung teilt auch Heiko Ulrich, im Fußballverband für sämtliche Schiedsrichterangelegenheiten zuständig. Dass der 15-jährige Streubel seit zwei Jahren im Förderkader des Fußballverbandes Muldental/Leipziger Land einen Platz hat, spricht für diese Einschätzung. "Unser Präsident Harald Sather, dem der Förderkader untersteht, ist begeistert von ihm."

André Streubel war sehr jung, als er sich entschied, statt der Fußballschuhe die Schiedsrichterpfeife zu seinem Gerät zu machen. Elf Jahre - "das ist eher eine Ausnahmeerscheinung", weiß auch Steffen Hennig. Zwei Kumpels von André, die allerdings älter waren als er selbst, interessierten sich für das Schiedsrichteramt. Heute pfeifen Hans-Martin Behrisch (17) und Jonas Fischer (18) für den SV Medizin Hochweitzschen. André Streubel wurde damals mit Sondergenehmigung von den Eltern - normalerweise liegt das Mindestalter für das Ablegen der Prüfung bei zwölf Jahren - zugelassen. Einen Monat lang verbrachte er die Wochenenden extra auf der Schulbank und bereitete sich sonnabends und sonntags auf die Prüfung vor. Noch genau erinnert sich der Gymnasiast, der mit fünf Jahren als Fußballer beim Döbelner SC angefangen hatte, dann zwei Jahre pausierte und zum ESV Lok wechselte, an sein erstes Spiel als Unparteiischer. "Es lag viel Schnee", sagt er, "deshalb hat zwei Monate gedauert, bis ich das erste Mal zum Einsatz kam." Aufgeregt sei er gewesen, doch es sei ihm leicht gemacht worden. Die E-Junioren-Begegnung beim Döbelner SC war nicht schwer zu leiten.

Etwas anders sah das schon beim zweiten Spiel aus. Wieder war es eine E-Junioren-Begegnung, diesmal in Zschaitz. Für eine Portion Extra-Aufregung sorgte allerdings ein Beobachter. Doch André schlug sich wacker, erhielt eine gute Bewertung. Bis zur B-Jugend darf er Kreisligaspiele pfeifen, Kreisoberliga bis zur C-Jugend. Und bei den D- bis F-Junioren ist er bis in die Bezirksliga berechtigt. Als Linienrichter darf er auch höherklassig aktiv werden.

Jugendliche wie André Streubel sind ein Glücksfall für den Fußballverband und die Vereine. Es könnte ruhig mehr von ihnen geben. "Wir beim ESV haben zurzeit Glück - mit vier Unparteiischen erfüllen wir das Soll", so Steffen Hennig. "Aber wir sind froh über jeden, der sich meldet."

Im jüngsten Schiedsrichter-Lehrgang saßen 18 Anwärter auf der Schulbank - nur einer aus dem Raum Döbeln. "Elf von ihnen sind unter 18, acht zwölf Jahre alt", so Heiko Ulrich. Doch nicht immer zieht das Bestehen der Prüfung einen fest einplanbaren Schiedsrichter nach sich. "Es gibt einige, die den Lehrgang machen, dann die Lust verlieren oder einfach den Anforderungen nicht gewachsen sind", sagt Hennig aus Erfahrung. Zwar seien Spiele im Nachwuchsbereich meist an sich nicht problematisch, doch mit zuweilen für Unruhe sorgenden Eltern am Spielfeldrand komme nicht jeder zurecht. Gerade sehr junge Schiedsrichter seien dann oft überfordert.

André Streubel weiß mit solchen Situationen ganz gut umzugehen. Sehr ruhig und zurückhaltend wirkt der zierliche junge Mann, doch ist es nötig, "rede ich auch mal etwas lauter mit den Spielern." Im Kreisgebiet, sagt er, habe er kein Problem damit, sich Respekt zu verschaffen, "die meisten kennen mich." Und auch vor Einsätzen bei den Männern hat der 15-Jährige, der nebenbei seit acht Jahren noch zweimal pro Woche zum Tennis-Training nach Waldheim fährt, keine Furcht. Im Gegenteil - gern würde er Spielleitungen im Herrenbereich übernehmen. "Es kann ruhig weiter nach oben gehen", sagt er und lächelt. Ein großes Ziel allerdings hat er sich noch nicht gesteckt. "Mal schauen, wie es weitergeht", sagt er. Momentan sei die Belastung mit Schule, Tennis und ein bis zwei Einsätzen pro Wochenende als Schiedsrichter okay. "Wenn es mit der Schule nicht mehr funktioniert, müsste ich das Schiri-Wesen reduzieren." 32 Spielaufträge hatte er in der vergangenen Saison, bereits 28 sind es in der laufenden.

Mittlerweile ist André Streubel nicht mehr der jüngste Mann in Schwarz im Fußballverband Muldental/Leipziger Land. Insgesamt sieben sind momentan 14 Jahre jung. Von derzeit 281 Schiedsrichtern sind im gesamten Gebiet 41 unter 18 Jahre. "Neun davon sind aus dem ehemaligen Döbelner Fußballverband", so Heiko Ulrich. Drei der jungen Herren pfeifen bei Medizin Hochweitzschen, zwei beim Döbelner SC, einer in Leisnig, Hartha und Gleisberg und einer bei Lok Döbeln - André Streubel, der am Wochenende schon wieder bei den Hallenturnieren seines Vereins im Einsatz ist und dort auch den Fußballerinnen sagt, wo es lang geht. "Auch das ist okay", sagt er und lächelt verschmitzt.

Manuela Engelmann

❏ Voraussetzungen: Mindestalter zwölfJahre, zudem Mitglied in einem Verein, Interesse am Fußball, Einsatzbereitschaft für jährlich mindestens 20 Spielleitungen und Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen an acht bis zwölf Tagen pro Jahr.

❏ Ausbildung: Je nach Landesverband 20 bis 50 Unterrichtsstunden im Zeitraum von drei bis zwölf Ausbildungstagen innerhalb von einer Woche bis sechs Wochen. Dabei Einführung in die Grundzüge der Fußballregeln.

❏ Prüfung: Schriftliche (Beantwortung von Regelfragen) und auch körperliche Prüfung (zum Beispiel 1300-Meter-Lauf in sechs Minuten).

❏ Einsätze: Nach Prüfung, je nach Alter im Junioren- und auch schon im Senioren-Bereich, beginnend in den Basisklassen. Hierbei erfolgt möglichst Betreuung durch erfahrene Kollegen ("Paten").

❏ Aufstieg: Bei Eignung können gegebenenfalls auf Kreis- und Bezirksebene zwei Klassen in einem Jahr übersprungen werden. Ab Landesliga benötigt jeder Kandidat pro Spielklasse grundsätzlich ein Jahr. Bis in die Bundesliga sollen mindestens sechs bis acht Jahre veranschlagt werden. Die Eignung für die höhere Spielklasse wird durch Schiedsrichter-Beobachter festgestellt.

❏ Finanzen: Die Sportkleidung wird normalerweise vom Verein gestellt. Die Fahrtkosten zu den Spielleitungen werden ersetzt, daneben gibt es abhängig von der Spielklasse Aufwandsentschädigungen zwischen vier Euro (Schülerspiele), 150 Euro (Regionalliga) und 3068 Euro (Bundesliga).

❏ Anmeldungen: Über den Verein, bei der örtlichen Schiedsrichter-Gruppe, direkt bei den zuständigen DFB-Landesverbänden vor Ort oder schriftlich beim Deutschen Fußball-Bund, Abteilung Spielbetrieb Schiedsrichter, Otto-Fleck-Schneise 6, 60528 Frankfurt/Main.

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