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Angebliches Opfer soll Feuerteufel sein: Döbelner Brand-Serie aufgeklärt

U-Haft Angebliches Opfer soll Feuerteufel sein: Döbelner Brand-Serie aufgeklärt

Die Serie von Kellerbränden an der Albert-Schweitzer-Straße 23 in Döbeln-Nord ist aufgeklärt. Polizei und Staatsanwaltschaft Chemnitz gaben am Freitag bekannt, dass eine 69-jähriger Hausbewohnerin als Tatverdächtige in Haft sitzt. Nach dem letzten Brand im Keller des Hauses, am 1. März, war eine 85-jähriger Mieterin an den Folgen einer Rauchgasvergiftung gestorben.

Hier brannte es am 1. März schon wieder im frisch renovierten Keller. An den Folgen des Qualmes starb sechs Wochen später eine 85-jährige Haubewohnerin.

Quelle: Thomas Sparrer

Döbeln. Die Serie von Kellerbränden im Wohnhaus in der Albert-Schweitzer-Straße 23 in Döbeln-Nord ist aufgeklärt. Polizei und Staatsanwaltschaft Chemnitz stellten am Freitagnachmittag ein überraschendes Ermittlungsergebnis vor. Eine 69-jährige Hausbewohnerin wurde am Donnerstag festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt. Sie hatte sich in ihren Aussagen zum Brand immer wieder in Widersprüche verstrickt und das Misstrauen der Ermittler geweckt. Die Frau sitz nun in der Justizvollzugsanstalt Chemnitz in Untersuchungshaft . Ihr werden vier Brandstiftungen im Keller ihres Wohnhauses Anfang März und Mitte Oktober 2016 sowie am 1. März 2017 zur Last gelegt. Das teilten die Staatsanwalt und die Polizeidirektion Chemnitz am Freitag mit. Sollten sich die Vorwürfe bestätigten, hat die Frau auch noch ein Menschenleben auf dem Gewissen. Denn das zuständige Amtsgericht erließ Haftbefehl unter anderem wegen Brandstiftung mit Todesfolge. Bei dem Brand am 1. März dieses Jahres hatten Feuerwehrleute im verqualmten Treppenhaus eine 85-jährige Mieterin leblos vorgefunden. Sie hatte es durch den Rauch nicht mehr nach draußen geschafft und wurde mit einer schweren Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. „Aufgrund von Komplikationen infolge dieser Rauchgasvergiftung verstarb die 85-Jährige am 22. April“, sagt Staatsanwältin Dagmar Riedel, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz. Schnellstmöglich sollen nun die Ermittlungen abgeschlossen und der mutmaßlichen Brandstifterin der Prozess gemacht werden. Sollte das Gericht sie für schuldig befinden, droht ihr eine Haftstrafe nicht unter zehn Jahren bis lebensländlich.

Die Brandserie im Keller des Plattenbaus in Döbeln-Nord begann am späten Abend des 9. März 2016. Gegen 21.15 Uhr musste Döbelns Freiwillige Feuerwehr und vor allem für der Rettungsdienst zum Großeinsatz in Döbeln-Nord anrücken. Die Schnelle Einsatzgruppe (SEG) des DRK sowie sechs Rettungswagen verschiedener Organisationen aus dem Raum Döbeln, Mittweida und Meißen wurden vom Organisationsleiter des DRK nach Döbeln beordert, um alle Bewohner zweier Häuser in der Albert-Schweitzer-Straße 23 und 24 auf Rauchgasvergiftung zu untersuchen. Zwölf Bewohner der von dem ersten Kellerbrand betroffenen Aufgänge wurden vorsorglich in die Krankenhäuser Döbeln, Leisnig, Grimma und Mittweida eingeliefert.

Beim dritten Brand im Keller des Hauses am Sonnabend, dem 15. Oktober vergangenen Jahres, wurden sechs Mieter verletzt. Eine 69-jährige Bewohnerin wollte dabei im verqualmten Keller des Hauses gegen 15 Uhr einen Unbekannten überrascht haben. Der habe sie zu Boden gestoßen und sei geflohen, berichtete die Frau und präsentierte ein blaues Auge. Elf weitere Mieter im Haus habe sie noch warnen können und die Polizei alarmiert. Sie beschrieb den angeblichen Täter sogar. Es sei ein Ausländer gewesen. Nun stellte sich genau diese Frau als die mutmaßliche Brandstifterin heraus und sitzt in Untersuchungshaft. Auch bei diesem Brand im Oktober mussten die Hausbewohner über die Balkone per Drehleiter gerettet werden. Ein 53-Jähriger kam mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus, vier weitere Bewohner im Alter von 66 bis 73 Jahren wurden ambulant behandelt. Zudem wurden zwei Feuerwehrleute bei der Brandbekämpfung leicht verletzt. Bereits eine Woche zuvor gab es einen kleineren Kellerbrand.

Im betroffenen Wohnhaus in Döbeln-Nord zeigen sich die Mieter erleichtert und entsetzt zugleich. „Ich bin froh, dass die Brandserie jetzt aufgeklärt ist“, sagt eine ältere Dame, die mit ihrer betagten Mutter im Nachbareingang lebt. Dass sich jetzt eine Hausbewohnerin als mutmaßliche Täterin herausstellt, schockiert sie auch. Das Gerücht machte im Wohnblock bereits ein paar Wochen die Runde, weil die Polizei die ältere Dame immer wieder zu Befragungen abholte.

Von Thomas Sparrer

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