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Angeklagter sieht Totschlag als Unfall

Angeklagter sieht Totschlag als Unfall

Im März erschütterte eine Bluttat das mittelsächsische Frankenberg - gestern begann am Landgericht Chemnitz der Prozess wegen Totschlags.

Chemnitz/Frankenberg . (diw). Im März erschütterte eine Bluttat das mittelsächsische Frankenberg - gestern begann am Landgericht Chemnitz der Prozess wegen Totschlags. Vor der Schwurgerichtskammer unter Vorsitz von Simone Herberger hat der 35-jährige Angeklagte Hendrik N. eingeräumt, seine 32-jährige Frau am 7. März, gegen 8 Uhr, gefesselt, entkleidet und erstochen zu haben. In der Folge verblutete die Studentin an den Stichwunden.

 

Das Opfer hatte sich zuvor vom Angeklagten getrennt und war in das gemeinsame Haus am Rosenweg gegangen, um einige ihrer Sachen zu holen. "Es gab Streit um die Kinder. Dann bin ich ausgerastet, habe sie gefesselt, ihr die Sachen runter gerissen und sie geschlagen", sagte N., der als Ladendetektiv und Fachmann für Sicherheitstechnik arbeitete. Seine Frau habe ihn trotz Fessel und Schläge weiter ausgelacht und gesagt, ihr Plan würde glänzend funktionieren, er würde seine Kinder nie wieder sehen. "Was dann passiert ist, weiß ich nicht mehr genau. Aber es kam zu dem schrecklichen Unfall, der mich mein ganzes Leben beschäftigen wird." Die Staatsanwaltschaft Chemnitz klagte wegen Totschlags an.

Seine Frau habe ihn bei der Polizei schon früher angezeigt, weil er die Kinder schlage und die Frau zu vergewaltigen versuchte. Die 32-Jährige war ins Frauenhaus gezogen. Hendrik N. bekam wegen der Anschuldigungen Post von der Polizei - wurde zur Beschuldigtenvernehmung geladen. Für ihn ist "an der Sache nichts dran. Das ist ihr Weg, sich die Kinder anzueignen." Er beschrieb das Zusammenleben in der Familie bis zu Beginn der Zerwürfnisse sechs Monate vor der Tat als harmonisch. Zu den Kindern habe er ein gutes Verhältnis gehabt, sei für diese "der beste Papa der Welt."

Die Getötete hatte ihren Mann anders in Erinnerung. Das geht aus einem Brief hervor, den Herberger vorlas. "Ich habe Angst vor Dir und vor deiner Wut und Gewalt", steht darin. Zudem könne sie nach dem Vergewaltigungsversuch keine intime Nähe zu Hendrik N. mehr ertragen. Der Prozess geht am 12. September weiter, die Kammer hat zwei weitere Verhandlungstage anberaumt. Sollte N. wegen Totschlags verurteilt werden, droht im eine Haftstrafe zwischen fünf und 15 Jahren.

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