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Angriff auf die nächsten Tausend: Sachsen-Dreier erzielt neuen Rekord

32. Sachsendreier Angriff auf die nächsten Tausend: Sachsen-Dreier erzielt neuen Rekord

Neuer Rekord beim Sachsen-Dreier: Am Sonnabend wurden 3830 Wanderer gezählt – so viele wie in 31 Jahren nicht. Damit haben die Organisatoren nicht nur die bisher höchste Teilnehmerzahl – bei 3737 lag sie im Vorjahr – geknackt; so langsam rückt auch die 4000 in Reichweite.

Anstehen nach den Teilnehmerurkunden auf dem Leisniger Marktplatz.

Quelle: Antje Krieger

Leisnig/Döbeln. Neuer Rekord beim Sachsen-Dreier: Am Sonnabend wurden 3830 Wanderer gezählt – so viele wie in 31 Jahren nicht. Damit haben die Organisatoren nicht nur die bisher höchste Teilnehmerzahl – bei 3737 lag sie im Vorjahr – geknackt; so langsam rückt auch die 4000 in Reichweite.

Auf dem Leisniger Marktplatz herrscht am Sonnabend Aufbruchstimmung. Nur die Gruppe um Michael und Ralf scheint es nicht eilig zu haben. Die Döbelner sind Zwillinge; bevor sie auf die zwölf Kilometer lange Wanderung rund um Leisnig aufbrechen, stoßen sie mit ihren Lieben auf ihren Geburtstag an.

Die Uhr geht auf elf zu, am Marktplatz spuckt einer der letzten Sonderbusse aus Döbeln die nächsten Wanderer aus. Marc und Sohnemann Hugo Lechterbeck eilen zu den geöffneten Fenstern des Leisniger Bürgerbüros, um sich für die 22 Kilometer lange Tour nach Döbeln anzumelden. Der Dialekt verrät: Marc Lechterbeck ist kein gebürtiger Sachse. Er stammt aus Darmstadt, seine Ehefrau kommt von hier. Die Familie wandere auch; Vater und Sohn laufen jedoch meist die längste Strecke – „im sportlichen Tempo. Jedenfalls werden wir nicht überholt.“

Leisnig, die Stadt auf dem Berg, war schon oft Teil des Sachsen-Dreiers. Dass es in diesem Jahr eine Kurzstrecke mit Start und Ziel in der Bergstadt gibt, lässt die Zahlen nach oben schnellen. Tausend Wanderer gehen von Leisnig aus auf die Strecke – „so viele wie noch nie“, sagt Mitarbeiterin Petra Müller.

Jens-Uwe Gries tritt ans Fenster, bittet um einen Stempel. 7:02 Uhr ist er im Lok-Stadion in Döbeln gestartet, um 39 Kilometer zurückzulegen. Mehr als 25 Mal sei der Leipziger schon beim Sachsen-Dreier dabei gewesen, manchmal auch in Familie und mit Freunden. Den langen Kanten absolviert er diesmal allein. Gries lobt die Organisation, auch wenn er auf dem Hof der Burg Mildenstein für seinen Stempel anstehen musste.

Auf der zwölf Kilometer langen Rund-Strecke wird das Anstehen hingegen zur Geduldsprobe. Bis zu zwei Stunden warten Wanderer zur Stoßzeit am Nachmittag auf ihre Teilnehmerurkunde. Das Wetter ist schön, der nächste Eismann nicht weit. Doch nicht alle Wanderer haben Geduld, Missmut macht sich breit.

Von all dem ahnt Jan Benkert nichts. Schon als er den Riedelsteig mit seinem Mountainbike absolviert hatte, war die Schar der Läufer bereits durch. Das Auf und Ab über die aufgeweichten Waldwege haben Spuren an Rad und Fahrer hinterlassen. Ein kurzer Stopp in Fischendorf, ehe der Rest des 50-Kilometer-Kanten unter Benkerts Räder kommt.

Zur selben Zeit kehrt Ulrich Lange mit Familie in Fischendorf ein. 1968 hat der passionierte Wanderer seine Heimat verlassen, lebt nun in Potsdam. „Wir sind dort am Freitag bei 15 Grad losgefahren und haben dann hier Schnee gesehen.“ Doch pünktlich zum Sachsen-Dreier kann Langes Sonnenbrille ihren Dienst tun.

Vier Stunden später: Im Lok-Stadion in Döbeln kehren die letzten Wanderer ein. Unter ihnen Oberleutnant Tom Poßecker, seit seinem sechsten Lebensjahr Sachsen-Dreier-Fan. In den letzten 7:45 Stunden hat er 50 Kilometer zurückgelegt. Und jetzt? „Jetzt gibt’s Kuchen“, freut sich der 24-Jährige auf seine Belohnung.

Von Antje Krieger

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