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Döbeln Angst in Geringswalde
Region Döbeln Angst in Geringswalde
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19:11 14.08.2012

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Anja Hentschel sieht abgekämpft aus, als sie gestern gegen Mittag vor ihrer Haustür steht. Sie war die ganze Nacht auf den Beinen. Nicht weit dahinter hat es lichterloh gebrannt, an der Mittweidaer Straße, direkt am Ortsausgang Geringswalde in Richtung Hoyersdorf. Ein Haufen Strohballen: rund 100 Meter lang und mehrere Meter hoch. Die ganze Nacht hindurch. "Es war Brandstiftung. Alle Indizien weisen darauf hin", sagt die Frau von Daniel Hentschel, dem Geschäftsführer der betroffenen Schäferei. "Dabei haben wir mit niemanden Krach und auch keine Vermutung", wer es gewesen sein könnte.

Allerdings brannte es in Geringswalde auch schon in der Nacht davor. Am anderen Ende des Ortes, beim Aussichtsturm. "Ein kleiner Flächenbrand auf dem Stoppelfeld", sagt Dietrich Haas, Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Geringswalde. Die Brandursache steht in beiden Fällen offiziell noch nicht fest. Die Kriminalpolizei "ermittelt und war vor Ort", teilt Jana Kindt mit, Pressesprecherin der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge. Ob beide Fälle zusammenhängen und auf Brandstiftung zurückzuführen sind, konnte sie aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht sagen.

"Wir wurden nachts um ein Uhr gerufen", berichtet Wehrleiter Dietrich Haas. Mit fünf Löschfahrzeugen und 40 Mann waren die Kameraden im Einsatz. Die Mittweidaer Straße (S 200) wurde bis zehn Uhr am Vormittag komplett gesperrt. "Der Wind stand günstig, sonst hätten die Gebäude auch noch Feuer gefangen. Auch eine Scheune mit Schafen steht ganz in der Nähe. Und das Stroh dort drin ist trocken", sagt Daniel Klinger, Mitarbeiter der Schäferei. Im Gegensatz zum Stroh, dass draußen Wind und Wetter ausgesetzt war. "Es hätte richtig böse enden können." Vor allem dann, wenn der Brand nicht entdeckt worden wäre. Auf der Mittweidaer Straße ist schon tagsüber kaum ein Auto unterwegs, geschweige denn in der Nacht. "Ein Arbeiter kam aus Hartha und wollte nach Geringswalde." Dieser Mann habe dicke Rauchschwaden gesehen und die Feuerwehr verständigt.

"Die Feuerwehr klingelte den Opa aus dem Bett und der dann uns", erzählt Anja Hentschel. Der Opa ist der frühere Chef der Schäferei. Familie Hentschel führt den Betrieb bereits in der dritten Generation. Für dieses Jahr ist das Futter und Einstreu für die Schafe hinüber. "Vielleicht sind noch ein paar Ballen übrig, aber die stinken nach Rauch." Alles müsse nun neu eingekauft werden. Den Schaden schätzt Hentschel auf etwa 9000 Euro. Eigentlich wollte die junge Frau eine Mittagspause einlegen und endlich schlafen. Aber der Brand lässt ihr keine Ruhe. "Wer weiß, vielleicht brennt es hier kommende Nacht schon wieder." Ihr Mann stand zu diesem Zeitpunkt auf dem Feld. "Die Arbeit muss weitergehen." Eine Pause - undenkbar.

Auch die Feuerwehr ist zur Mittagszeit noch immer im Einsatz - elf Stunden nach dem Alarm. Der Brand ist zwar gelöscht, aber drei Mann suchen noch Glutnester und löschen auch den letzten Funken. "Das Stroh ist gut gepresst, aber wenn ein Ballen aufplatzt und Luft rankommt, schlagen die Flammen wieder richtig hoch", sagt Wehrleiter Dietrich Haas. So wie in der vergangenen Nacht und in der davor.

Matthias Pöls

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