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Anhaltende Hitzewelle kostete 10 000 Forellen das Leben

Anhaltende Hitzewelle kostete 10 000 Forellen das Leben

Am ersten Oktober-Wochenende wird in Limmritz das 24. Limmritzer Fischerfest gefeiert. Für die Forellenproduktion von Jörg Schnek in Limmritz und im Töpelwinkel, die das Fest mit veranstaltet, hätte es fast nichts zu feiern gegeben.

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Auf das Gewicht dieses Prachtkerls muss Matthias Schnek im Töpelwinkel nach dem heißen, verlustreichen Sommer viele seiner Forellen jetzt erst noch füttern.

Quelle: Sven Bartsch

Denn der heiße Sommer in diesem Jahr war für das Unternehmen existenzbedrohend.

"Die Hitzewelle hätte nicht noch eine Woche länger andauern dürfen. Dann wäre es echt schlimm für uns geworden", sagt Matthias Schnek. Insgesamt drei rekordverdächtige Hitzeperioden machten dem Familienbetrieb im Sommer massiv zu schaffen. Vom 5. bis zum 17. August war es besonders ernst. Die Wassertemperatur in den Fischzuchtanlagen betrug selbst abends noch 26 Grad. "Die Forelle hält bis zu 24 Grad aus. Dann beginnt ein massives Sterben", sagt Matthias Schnek. Das Unternehmen versuchte mit Pumpen die Zuchtgewässer zu belüften, um die Fische zu unterstützen. Auch wurde das Füttern eingestellt. Denn das kostet die Fische Energie und verbraucht zusätzlich Sauerstoff. Die Zschopau, aus der die Fischteiche gespeist werden, führte nach der regenarmen Zeit kaum Wasser. An der Talsperre Kriebstein flossen am Zulauf nur zwei Kubikmeter pro Sekunde in den Fluss. Sonst sind es zehn bis 20 Kubikmeter Wasser pro Sekunde.

Etwa 10 000 Forellen starben aufgrund der Hitzewelle. Das sind zehn bis 15 Prozent der Jahresproduktion. Mit anderen normalen Produktionsverlusten kommt da fast ein Viertel der Jahresproduktion als Ausfall zusammen. Schon einmal vor zwölf Jahren hatte das Unternehmen enorme Hitzeverluste verkraften müssen. "Das schleppen wir jahrelang mit", so der Forellenzüchter. Denn das Geld, das durch die Ausfälle verloren geht, fehlt im nächsten Jahr für die neue Produktion. Im Frühjahr werden kleine Forellen gekauft, eingesetzt und gefüttert. Im zweiten Jahr sind sie dann so weit, dass sie frisch auf dem Teller landen. 400 bis 500 Gramm ist dabei die ideale Speisefischgröße, die an Gaststätten, Fischhändler und Räuchereien im Umkreis von 100 Kilometern ausgeliefert werden. 35 Tonnen Fisch produziert die Forellenproduktion von Jörg und Matthias Schnek im Durchschnitt pro Jahr.

Für die nächsten Wochen hoffen die beiden auf günstiges Wetter. "Da wir im Sommer sechs Wochen nicht füttern konnten, hinken die Forellen noch ein wenig im Gewicht hinterher. Das hoffen wir bis zum Weihnachtsgeschäft, als wichtigste Einnahmequelle eines Fischzuchtbetriebes, noch nachzuholen. Ein kalter November mit weniger als zehn Grad Wassertemperatur wäre dafür schlecht", sagt Matthias Schnek. Denn dann fressen die Fische wieder weniger und nehmen weniger zu.

Durch das unterschiedlich schnelle Wachstum der Fische gibt es aber für das Fischerfest am 3. und 4.Oktober in Limmritz keinen Mangel an ausreichend großen Forellen, ob lebend, küchenfertig, in der Fischsuppe oder auf dem Fischbrötchen. Los geht das Fest an beiden Tagen ab 10 Uhr mit entsprechendem Rahmenprogramm unterm Limmritzer Viadukt.

Aus der Döbelner Allgemeinen Zeitung vom 25.09.2015

Thomas Sparrer

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