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Anklage gegen Leisniger Messerstecher

Totschlag und Waffenbesitz Anklage gegen Leisniger Messerstecher

Wegen Totschlags und des Verstoßes gegen das Waffengesetz muss sich der Leisniger verantworten, der auf dem Markt der Stadt am 16. September einen 53-Jährigen erstach. Die Staatsanwaltschaft beendete ihre Ermittlungen, schickte die Anklageschrift ans Landgericht Chemnitz. Der 25-Jährige wurde kurz nach der Tat festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft.

Nach dem Tötungsverbrechen: Kerzen und Blumen am Tatort. Die Anklageschrift ist nun fertig.

Quelle: Sven Bartsch

Leisnig. Die Ermittlungen zum Tötungsdelikt auf dem Leisniger Markt am 16. September sind abgeschlossen. Der zur Tatzeit 25-jährige Verdächtige wird angeklagt wegen Totschlags in Tateinheit mit einem Verstoß gegen das Waffengesetz.

Die Staatsanwaltschaft schickte die Anklageschrift dieser Tage an das Landgericht Chemnitz. Nun muss noch ein Verhandlungstermin gefunden werden. „Für Totschlag kann eine Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bis hin zu lebenslang verhängt werden“, erläutert Oberstaatsanwältin Ingrid Burkhard. Sollte das Gericht nicht das Höchststrafmaß für Totschlag aussprechen, könne der Verstoß gegen das Waffengesetz dennoch strafschärfend wirken. „Das liegt jetzt im Ermessen des Gerichts“, so Burkhard. Die Tat schockte im September die Stadt. Am Freitagabend vorm Weinfest, das die Leisniger mit dem Gewerbe- und Verkehrsverein feiern, hatte der 25-Jährige einen 53-jährigen Mann erstochen. Das Fest wurde daraufhin verschoben.

Fremder Hund schon länger Auslöser für Streit

Dem Tötungsdelikt ging ein Streit zwischen den Männern voraus - gemessen am Ausgang der Auseinandersetzung eine Lappalie. Zudem bekommt der Vorfall eine tragische Note, da die unmittelbar Beteiligten, der Tatverdächtige und sein späteres Opfer, sich persönlich länger kannten (DAZ berichtete). Auch waren sie in der Stadt durchaus bekannt. Um so mehr sorgte der Vorfall für Stadtgespräche.

Diese lassen sich auf Folgendes reduzieren: Beide Männer wohnten in der Altstadt, der Ältere am Marktplatz, im gleichen Haus wie eine Familie, deren Hund der Jüngere aus Gefälligkeit regelmäßig ausführte. In der Familie waren alle berufstätig, der Hund blieb häufig sich selbst überlassen, konnte jedoch nicht allein sein. Schon lange sollte das Tier woanders hin vermittelt werden. Es war im Umgang schwierig, zeitweise sehr laut. Mittlerweile gelang die Vermittlung an neue Halter. Diese Wendung konnte zur Entschärfung des Konfliktes in dem Wohnhaus am Markt nicht mehr beitragen.

Vorwürfe des Älteren eskalieren im Angriff des Jüngeren

Dort hatte es wegen des Hundes mehrfach Ärger gegeben, unter anderem, weil er an der Wohnungstür randalierte. Der Streit am 16. September entzündete sich nicht allein an der Ruhestörung. Der 53-Jährige kritisierte den Jüngeren, der den Hund lediglich ausführte, unter anderem deshalb, weil dieser nach seiner Auffassung zu rabiat mit dem Tier umgehe, um ihm Herr zu werden. Weder der Hund noch dessen Halter waren am 16. September mit auf dem Markt, als die Auseinandersetzung eskalierte.

Der 53-Jährige traf den Jüngeren zufällig auf dem Markt, wo alles für das bevorstehende Weinfest aufgebaut war. Er machte ihm wegen des Hundes Vorhaltungen. Dort hielten sich zu dem Zeitpunkt weitere Personen auf. Unklar ist, ob oder was diese vom Streit und später der Straftat mitbekamen und ob sie die Chance gehabt hätten, den Konflikt zu entschärfen. Nach der Tat verprügelten andere Anwesende den 25-Jährigen, setzten ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest. Für den Älteren, mit Stichen in Bauch und Brust, kam unterdessen jede ärztliche Hilfe zu spät, obwohl noch jemand versucht hatte, Erste Hilfe zu leisten. Der Tatverdächtige sitzt seit dem Vorfall in Untersuchungshaft.

Von Steffi Robak

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