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Döbeln Anneliese und Helmut Hauptmann: "Wir können beide gar nicht dickschen"
Region Döbeln Anneliese und Helmut Hauptmann: "Wir können beide gar nicht dickschen"
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00:36 22.08.2015
Anneliese und Helmut Hauptmann aus Hartha sind seit 65 Jahren verheiratet. Gestern kamen Familie, Nachbarn und Bürgermeister Ronald Kunze zum gratulieren. Quelle: Sven Bartsch
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Die beiden stießen stattdessen als erstes im Treppenhaus aufeinander.

"Dort war ihm eine Zigarette aus der Hand gefallen, und ich bin auch noch drauf getreten", schildert die heute 84-jährige Anneliese Hauptmann. "Eine Zigarette kostete damals fünf Mark auf dem Schwarzmarkt", erläutert Helmut Hauptmann den finanziellen Hintergrund des Missgeschicks. Der 89-Jährige ergänzt: "Bei einem Wochenlohn von 37,50 Mark als Dachdeckergeselle war das viel Geld. Ich bin ihr aber trotzdem nicht böse gewesen. Sie war doch ein nettes Mädel", begründet der Harthaer.

Weil er so eine verbrannte Haut hatte, stellte er sich seiner künftigen Frau erst einmal als Schornsteinfeger vor. Die kleine Flunkerei hat sie ihm aber nie übelgenommen. Vielleicht brachte das den beiden sogar Glück. Jedenfalls gefiel ihm die Waldheimerin, und so forderte er sie zum Tanz auf. Ein Jahr später heiratete er sie, daran gab es gar nichts mehr zu rütteln, denn: "Wenn man den richtigen Blick hat, braucht man doch nicht lange rum zu mehren."

Seinen Beruf hatte Helmut Hauptmann im Betrieb seines Vaters erlernt. Der war Dachdecker in Hartha. Das Unternehmen, heute geführt von Heiner Hauptmann, gibt es in dritter Generation immer noch. Nach der Lehrzeit hatte Hauptmann jedoch von 1948 bis 1963 beim VEB Bau Döbeln als Dachdecker gearbeitet. "Ich musste erst mal auswärts. Das war kein Fehler", sagt er. Nachdem er später die Firma vom Vater übernommen hatte, waren alle mit einem Dachschaden bei ihm richtig, wie er scherzhaft sagt. Überhaupt lachen die Eheleute viel miteinander. Dabei war durchaus nicht immer alles eitel Sonnenschein. So gehörten lange pflegebedürftige Angehörige zur Familie.

Vor ihrer Hochzeit pendelte Anneliese beruflich zwischen den Harthaer Hausschuhwerken und der Drahtlitzenfabrik Bellmann und Seifert am Waldheimer Eichberg. "Nach Hartha musste ich laufen. Das wurde mir irgendwann zu viel. Es fuhr ja kein Bus." Nach der Heirat arbeitete sie im Unternehmen mit, während ihr Mann auf den Dächern der Umgebung arbeitete. Auf den Textilwerken hat er gedeckt, auch die Hausschuhwerke, bei der AWG, auf dem Harthaer Rathausdach war er unterwegs oder deckte in Leipzig den Mormonentempel. Heruntergefallen sei er nie. Was bei der ersten Begegnung im GaWaRi das Paar zusammen hielt - man soll sich nicht böse sein, kann über alles reden, soll sich aber nicht streiten - ist der Leitspruch ihrer Ehe. Aus dieser gingen vier Kinder, neun Enkel und 14 Urenkel hervor, das Jüngste, Maximilian, ist gerade drei Wochen alt. Anneliese Hauptmann sagt: "Wir können beide gar nicht dickschen."

Steffi Robak

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