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Ansturm bei Autoliv in Döbeln – erste Flüchtlinge im November erwartet

Erstaufnahmeeinrichtung Ansturm bei Autoliv in Döbeln – erste Flüchtlinge im November erwartet

Erst ab Anfang November sollen die 400 Asylbewerber in die Hallen des Autozulieferers Autoliv einziehen. Diese hat der Freistaat Sachsen gekauft, um sie als Erstaufnahmeeinrichtung zu nutzen. Eigentlich sollten die ersten Flüchtlinge schon am Montagabend eintreffen.

Am Montag zeigten Landesdirektion und Rotes die neue Erstaufnahmeeinrichtung in Döbeln – die Besucher kamen in Scharen.

Quelle: Uwe Reinwardt

Döbeln. "Die Beprobung des Wassers der Sanitäranlagen ist noch nicht abgeschlossen", erläutert Ingolf Ulrich, stellvertretender Pressesprecher der Landesdirektion Sachsen (LDS), den Grund für die Verzögerung. Das Gesundheitsamt des Landkreises und die Landesuntersuchungsanstalt untersuchen das Wasser auf Legionellen. Erste Tests hatten negative Ergebnisse.

Derzeit hat die Einrichtung 24 Sitztoiletten und 14 Duschen. "Das ist unsere Startkapazität, die wird noch hochgefahren", sagt LDS-Sprecher Ulrich. Für zwölf Bewohner einer solchen Einrichtung hat es ein WC zu geben, auf 16 Menschen eine Dusche. So sehen es die gesetzlichen Bestimmungen vor.

Am Montag ließ die LDS den Sicherheitsdienst die Schranke des Autoliv-Geländes hochziehen und zeigte zunächst der Presse und dann den Döbelnern die Einrichtung. Diese strömten in Scharen in die ehemaligen Produktionshallen. Konnten erfahren, wie die sich Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) um die künftigen Bewohner kümmern werden. So haben die Asylbewerber zum Beispiel eine Anlaufstelle, wenn es ihnen mal nicht gut geht, ein Sanitätszimmer sozusagen. "Das ist rund um die Uhr im Schichtdienst mit zwei Sanitätern besetzt", sagt Bettina Belkner, Vorstand des DRK-Kreisverbandes Muldental, der die Döbelner Einrichtung betreibt. Bei größeren Wehwehchen holen die Sanitäter einen Arzt, der dann über die weitere Behandlung entscheidet. "Das ist ein erster Anlaufpunkt, kein medizinisches Zentrum", sagt Peter Darmstadt, Abteilungsleiter Asyl bei der LDS. Er betont, dass die Döbelner Erstaufnahme keine Einrichtung auf Dauer sein soll. "Für uns sind solche leerstehenden Industriebauten nicht die ideale Lösung", sagt er. Die in Döbeln unterkommenden Flüchtlinge sind bereits medizinisch untersucht. Das haben Ärzte in den großen Erstaufnahmelagern in Chemnitz, Leipzig und Dresden erledigt. Somit ist auch sicher, dass keine Asylbewerber mit gefährlichen Infektionskrankheiten nach Döbeln kommen. Auch das stellt Peter Darmstadt klar.

Die Mitarbeiter des DRK - in Döbeln sollen dann knapp 50 arbeiten - werden sich später auch um die sozialen Belang ihrer Schützlinge kümmern. Außerdem registrieren sie die Menschen. Jeder Bewohner der Einrichtung bekommt eine Karte. Diese speichert Daten, etwa wann jemand zum Essen gegangen ist, wann jemand das Objekt verlassen hat. Die Kontrolle ist aber nur ein Aspekt, weshalb das DRK die Heimbewohner genau erfasst. "Wir erheben humanitäre Daten", sagt Reiko Pöschl, DRK-Koordinator für die Erstaufnahmeeinrichtungen in Sachsen. Viele Flüchtlinge erfassen die DRK-Leute zum ersten Mal namentlich. Das kann helfen, durch Flucht auseinandergerissene Familien wieder zusammenzuführen.

Bis jetzt steht noch Liege an Liege in einer der großen Autoliv-Hallen. "Wenn die Menschen hier einziehen, bleibt das nur eine halbe Stunde so", sagt Bettina Belkner, vom Vorstand des DRK-Kreisverbandes Muldental. Die Leute richten sich dann eben ein, so gut es geht, sorgen dafür, dass Gruppen oder Familien zusammenbleiben. Damit die künftigen Autoliv-Bewohner auch ein wenig Privatsphäre haben, sollen bis zu deren Einzug noch mobile Trennwände aufgebaut werden.

Dirk Wurzel

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