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Döbeln Anwalt des mutmaßlichen Döbeln-Mörders hat anderen Verdächtigen im Blick
Region Döbeln Anwalt des mutmaßlichen Döbeln-Mörders hat anderen Verdächtigen im Blick
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20:19 02.04.2012

Jamal Al Mortada, ein 41 Jahre alter Libanese, war am 1. November vergangenen Jahres in seiner Döbelner Pizzeria erschossen worden. Nach neuesten DAZ-Informationen hatte es im Vorfeld eine Morddrohung gegeben. Nach monatelangen und aufwendigen Ermittlungen hatten die Behörden am 13. März einen 32-jährigen Iraker festgenommen, der seitdem in der JVA Zwickau in Untersuchungshaft sitzt.

Vier Kisten mit 38 Leitz-Ordnern hat Brand in den vergangenen Tagen gesichtet. Er könne verstehen, dass die Strafverfolgungsbehörden unter einem gewissen Druck gestanden hätten. Für eine Haft sei die Beweislage aber weiterhin viel zu dürftig. Es gebe eine Mütze, die seinem Mandanten gehört, in die Guck- und Atemlöcher geschnitten worden seien. Schmauchspuren existierten nicht. Und, trotz der Schüsse aus nächster Distanz: Es gebe auch keine Blutspuren. Ein Motiv habe sein Mandant ohnehin nicht, sagt Brand.

Noch etwas anderes passt für den Verteidiger nicht: Den Mord hatte eine Zeugin aus nächster Nähe beobachtet. Diese hatte den Mörder als Mann beschrieben, der kleiner war als sie: etwa 1,70 Meter und schlank. Sein Mandant messe aber 1,80 Meter - sechs Zentimeter mehr als die Zeugin. Zudem sei er eher dicklich, keinesfalls schlank. Sein Mandant sei "offensichtlich nicht der Täter".

Für den Anwalt steht noch ein anderes belastendes Moment völlig in Frage: Angeblich soll sein Mandant zwei bis drei Wochen vor der Tat einen Zeugen nach einer Waffe gefragt haben. Laut Ermittlungsakte habe dieser Zeuge aber kurz danach geäußert, dass diese Aussage von ihm eher im Spaß gemeint gewesen sei. Insofern sei die Belastung hinfällig.

Für Verteidiger Brand müssten die Ermittlungen in eine andere Richtung laufen. Er bringt einen Verdächtigen erneut ins Spiel, den die Polizei schon einmal einen Monat lang observiert hatte. Dieser habe sich gegenüber anderen Zeugen vor und kurz nach der Tat hektisch und aufgelöst gezeigt. Jetzt ist die Staatsanwaltschaft Chemnitz an der Reihe. Am 12. April gibt es einen Haftprüfungstermin. Gegenüber der DAZ konnte die Staatsanwaltschaft gestern keine Angaben zum Ermittlungsstand machen. Björn Meine

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