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Döbeln Anwalt streikt: Kein Urteil im Raub-Prozess
Region Döbeln Anwalt streikt: Kein Urteil im Raub-Prozess
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09:38 26.11.2018
Hinter dieser Pforte will die 5. Kleine Strafkammer im Berufungsprozess zwei mutmaßliche Räuber aus Döbeln aburteilen. Was am letzten Verhandlungstag an der Verteidigung scheiterte. Quelle: dpa
Chemnitz/Döbeln

Auch Justizwachtmeister wollen mal Feierabend haben. Doch danach sah es jüngst im Landgericht Chemnitz zunächst nicht aus. Um 15.30 Uhr hatte die 5. Kleine Strafkammer des Landgerichtes die Berufungsverhandlung wegen einer Raubstraftat in Döbeln fortgesetzt. Um 18 Uhr verlangte Richterin Petra Kürschner, die Kammervorsitzende, nach einstündiger Beratung über die Beweisanträge der Verteidigung, dass die Verteidiger ihre Schlussvorträge halten.

Stimme weg

Aber da spielte Rechtsanwalt Thomas H. Fischer nicht mit. „Ich bin seit 5 Uhr auf den Beinen und sehe mich außerstande, zu plädieren. Meine Stimme ist so gut wie weg“, sagte der Jurist. Und verhinderte so, dass der Prozess vollends zur Mondscheinveranstaltung wurde, sich der Feierabend am Gericht noch länger verzögert. Thomas Fischer verteidigt einen 40-Jährigen aus Döbeln. Ihn hatte das Amtsgericht Chemnitz wegen schwerer räuberischer Erpressung zu vier Jahren Haft verurteilt. Gemeinsam mit einem 25-Jährigen soll der Ältere einen Mann in Döbeln mit Schlägen dazu gezwungen haben, 90 Euro von seinem Konto abzuheben. Weil die Geld-Karte kaputt war, hob ein Bekannter des Geschädigten das Geld ab und gab es dem 40-jährigen. Das Tatgeschehen bestreitet die Verteidigung nicht, stuft es aber rechtlich anders ein. Als Nötigung für den Älteren und Beihilfe dazu für den Jüngeren. Da wären mildere Strafen möglich. Nötigung ist es aus Sicht von Thomas H. Fischer deshalb, weil sein Mandant einen Anspruch auf das Geld habe. Es sei der Preis für Modellautos gewesen, die der 40-Jährige dem Geschädigten mal verkauft hat. Den 25-Jährigen hatte das Schöffengericht ebenfalls wegen schwerer räuberischer Erpressung zu drei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. Dessen Anwalt Martin Göddenhenrich fragt sich aber, wo die Tatherrschaft seines Mandanten lag. Dieser sei zudem davon ausgegangen, dass der Geschädigte tatsächlich Geld schuldet.

Zeugen stützen Version der Verteidigung

Zwei Zeugen aus der Döbelner Drogenszene sagten nun im Sinne der Verteidigung aus. „Es ging um die 90 Euro, die der Z. noch zu kriegen hatte“, sagte ein 22-Jähriger. „Wir waren in der Spielo. Da kam der Vorschlag, zum L. zu gehen. Z hatte noch Geld zu kriegen“, sagte die Freundin des 22-Jährigen. Z. ist der ältere Angeklagte, L. der Geschädigte. Übereinstimmend schilderten die Beiden, wie der jüngere Angeklagte bei L. geklingelt habe und als dieser nicht öffnete, Z. Krach an der Tür gemacht habe, bis L. erschien. „Der ist dem Z. blöd gekommen, da ist der ausgerastet“, sagte die junge Frau. Der jüngere Angeklagte selbst hatte bei der Haftrichterin einen ähnlichen Ablauf geschildert, das aber widerrufen. Vor Gericht schweigt er. Um diese Angaben als Beweis in die aktuelle Hauptverhandlung zu bekommen, beantragte Rechtsanwalt Göddenhenrich, die Haftrichterin als Zeugin zu hören, dazu den Oberstaatsanwalt, der bei diesem Termin zur Prüfung der Untersuchungshaft dabei war. Aber die Kammer lehnte diesen Beweisantrag des Anwalts ab, wie die beiden weiteren auch, die er gestellt hatte.. Am Dienstag soll der Prozess in die finale Runde gehen. Zum Feierabend-Killer wird das diesmal nicht, da die Verhandlung morgens beginnt.

Von Dirk Wurzel

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