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Döbeln Anwohner beklagen Stillstand im Harthaer Stadtwäldchen
Region Döbeln Anwohner beklagen Stillstand im Harthaer Stadtwäldchen
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00:34 11.05.2018
Schild für’s Bild zurecht gerückt: Anwohner Bernd Grunewald musste das Warnschild am Eingang des Stadtwäldchen erst vom Boden aufheben. Quelle: Foto: Manuel Niemann
Hartha

Hund Chico ist aufgeregt, als sein Herrchen mit dem DAZ-Reporter aufbricht. Doch der über zehnjährige Rüde muss hinterm Gartentor zurückbleiben, als Bernd Grunewald wie so oft mit seiner Kamera loszieht: „Zu gefährlich.“

Stadtwäldchen wartet seit mehr als einem Vierteljahr auf Beräumung

Mit der Kamera hat der Hobbyfotograf dokumentiert, wie das Stadtwäldchen derzeit aussieht: Die Absperrbänder sind zerrissen, Betreten-verboten-Schilder liegen vereinzelt auf dem Boden, dahinter zu sehen sind noch immer die umgestürzten Bäume, die im Oktober 2017 erst Sturmtief Herwart und Januar 2018 dann Friederike umgepflügt hatte.

Eine Station des Trimm-dich-Pfads im Wäldchen wurde zerstört. Quelle: Bernd Grunewald

Auch Trimm-dich-Pfad beschädigt

„Eine ganze Masse ist nach dem ersten Sturm zersägt worden und liegt jetzt noch drin. Nach dem zweiten Unwetter ist noch gar nichts passiert“, berichtet der 66-Jährige, der gegenüber wohnt. Eine Station des Trimm-dich-Pfades hat es getroffen, eine weitere wurde beschmiert.

Menschen missachten Zugangsverbot

Ein Indiz, dass das Betretverbot nicht greift: „Ich treffe viele Leute, wenn ich mit dem Hund unterwegs bin. Es ist berechtigt, dass noch abgesperrt ist“, sieht Grunewald ein, „aber man hätte doch wenigstens die Wege beräumen können. Die Menschen haben sich mitunter selbst beholfen.“

Ordnungsamt warnt vor bestehender Gefahr

Dass Menschen trotzdem ins Wälchen gehen, weiß auch Ordnungsamtsleiter Ronald Fischer. „Wir haben gesperrt, weil noch abgebrochene Bäume in den Kronen hängen.“ Er sagt, er könne die Menschen nicht davon abhalten, so leichtsinnig zu sein und sich in Gefahr zu begeben – rund um die Uhr könne keiner vor Ort sein.

Auch mancher Bank hat der Sturm den „Todesstoß“ versetzt. Quelle: Bernd Grunewald

Spezialfirma kümmert sich um Aufräumarbeiten

Der Bauhof sei hier nicht tätig, weil es ohne entsprechende Technik auch für seine Mitarbeiter nicht sicher wäre, hier zu arbeiten. Stattdessen sei der Auftrag an eine Firma erteilt worden. Diese sei an anderen Stellen gefragt und es noch nicht einzuschätzen, wann genau die Arbeiten im Wäldchen beginnen. „Dem Sturm ist es geschuldet, dass sehr viel Arbeit noch zu erledigen ist“, sagt Fischer.

Jugendverein weicht auf Stadtpark aus

Weil das für Verzögerung sorgt, wich der Verein Jugend aktiv Harthe am Wochenende für seinen Frühjahrscrosslauf auf den Stadtpark aus. Um die 23 Kinder dort nicht durch die eine oder andere Bordsteinkante zu gefährden, wurde manchmal in Gruppen gelaufen und anschließend ein Gesamtsieger ermittelt.

Verein nimmt Pilotprojekt im Park sportlich

Der war im Falle der 1. Klasse weiblich: „Hanna Thierbach hat in diesem Jahr alle Jungs abgehängt. Das ist schon Wahnsinn, was die Kleinen weglaufen. Manch einer der Papas war bei der Eltern-Kind-Staffel kaputter“, berichtet Ronny Walter, der Vereinsvorsitzende. Mit dem ungewollten Pilotprojekt im Park seien sie rundum zufrieden gewesen. Viele Eltern bemerkten allerdings, im Wald sei es schöner.

Crosslauf auch im Stadtpark gefragt

Trotzdem wurden auch an diesem Tag die von den Apothekern und Ärzten gestifteten Pokale verteilt. Die heimsten oft Wiederholungstäter ein. Namen, die Walter schon von den Anmeldelisten der Vorjahre kennt: „Hanna Thierbach, Aurelio Feldmann oder Anthony Altenburger – es ist schön, wenn ich merke, dass die Kinder jedes Jahr wiederkommen.“

Outdoor-Fitnessgruppe trainiert derzeit in Wiesenstraße

Solange der Trimm-dich-Pfad im Wäldchen nicht wieder hergerichtet ist, kann jeder sich der Outdoor-Fitnessgruppe des Vereins anschließen. Sie trifft sich jeden Mittwoch auf dem Kleinfeld in der Wiesenstraße um 18.30 Uhr.

Von Manuel Niemann

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