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Anwohner lehnen Baugebiet Ochsengrund ab

Kritik an Baugebiet Anwohner lehnen Baugebiet Ochsengrund ab

Die Stadt Leisnig will den Ochsengrund zum Eigenheimbaugebiet machen. Ein Bebauungsplan ist in Arbeit. Die Anwohner von der Chemnitzer und der Karl-Liebknecht-Straße sind dagegen: Mit ihrem idyllischen Ausblick ins Grüne wäre dann Schluss. Widerstand baut sich auf.

Blick ins Grüne im Leisniger Ochsengrund, wie ihn die Anwohner vor sich haben und auch behalten wollen.

Quelle: Steffi Robak

Leisnig. Der Leisniger Ochsengrund ist ein malerisches Fleckchen Erde: Von der Chemnitzer Straße und Karl- Liebknecht-Straße aus können die Anwohner ihre Blicke über weitläufiges Grün schweifen lassen. Tiere fühlen sich dort wohl, hin und wieder sind Rehe dabei zu beobachten, wie sie über die Wiese springen - Idylle pur. Durchaus nachvollziehbar also, wenn sich Bauwillige dort ihren künftigen Wohnsitz wünschen. Die Leisniger, die dort bereits wohnen, wollen sich aber ihren schönen Blick ins Grüne nicht verbauen lassen. Es regt sich Widerstand und vor allem Argwohn: Einen Bebauungsplan gibt es für die Fläche noch nicht. Dennoch entstehen in der Nähe, an der Chemnitzer Straße, bereits zwei Eigenheime. Die Befürchtung der Anwohner: Im Windschatten dieser beiden Bauvorhaben könnte das Areal schließlich doch zum großen Baugebiet ausgewiesen werden. Dann wäre Schluss mit dem idyllischen Blick ins Grüne.

Einer der Anwohner ist Bernd Richter. Er erklärt, warum das Bauvorhaben Ochsengrund bei den in der Nähe wohnenden Leisnigern bisher nicht bekannt war: „Im Volksmund ist das Areal nicht als Ochsengrund bekannt. Es wird Geierschlucht genannt.“ Erst die Aktivitäten für die jetzigen Bauvorhaben, zuletzt für die neue Straße, machten die Anwohner hellhörig. So brachten sie in Erfahrung, dass das Bauvorhaben Ochsengrund bereits in einer Sitzung vom Technischen Ausschuss im Juli 2015 eine Rolle spielte – im nicht öffentlichen Teil.

Die Anwohner lehnen das Bauvorhaben prinzipiell ab. Schriftlich haben sie das bei der Stadtverwaltung kund getan, inklusive Unterschriftenliste. Sie argumentieren unter anderem, als Ansiedlungsperspektive für junge Leute seien noch vor Eigenheimsiedlungen vorrangig Gewerbeansiedlungen und damit Arbeitsplätze nötig. Zudem werde Landschaft und damit vorhandene Wohnkultur zerstört. Die Anliegergrundstücke würden durch eine weitere Straße begrenzt, eine Wertminderung sei dadurch zu befürchten. Sie empfehlen, den Baulandbeschluss vom 2006 zu revidieren. Zudem solle sich die Stadt bemühen, den Ochsengrund von der zuständigen Naturschutzbehörde als Landschaftsschutzgebiet ausweisen zu lassen. Dem würden die Anwohner auf jeden Fall zustimmen.

In einer Stadtratssitzung wurden einige der Anwohner auch schon vorstellig, fragten an, ob es denn in Leisnig nicht auch andere Stellen gebe, wo gebaut werden könne. Ein ebenfalls stadtnah gelegener Eigenheimstandort befindet sich am Breiten Rain, nahe dem dortigen Wasserturm. Die Bauinteressenten halten sich jedoch zurück. Gemessen an den marktüblichen Quadratmeterpreisen liegt der Breite Rain mit einem Quadratmeterpreis von zuletzt rund 65 Euro höher als anderswo. Für die Vermarktung vom Breiten Rain hat sich der private Grundstückseigentümer ein privates Unternehmen genommen – die Stadt ist außen vor. Beim Ochsengrund verhält es sich ähnlich. Eigentümer ist die Obstland AG. Sie vermarktete auch selbstständig das Bauland an der Chemnitzer Straße. Beide Vorhaben sind bei der Stadt ordnungsgemäß als Einzelvorhaben beantragt und bewilligt worden, sagt Bürgermeister Tobias Goth (CDU). Gebaut wurde dort, nachdem die Obstland AG die früheren Erntehelfer-Baracken hatte abreißen lassen, somit das Baufeld frei wurde. Spätestens, als parallel zur Karl-Liebknecht-Straße auf dem Ostlandgrundstück eine neue Straße entstand, wurden die Anwohner misstrauisch: Für zwei Häuser einer zusätzliche Straße direkt an ihren Grundstücken entlang? Der Widerstand formierte sich.

Die Anwohner erwarten, dass sie in einer Bürgeranhörung zu Wort kommen. Mit dem Bürgermeister war bereits ein Termin für ein Treffen anberaumt. Er hat es kurzfristig aus Termingründen abgesagt.

Tobias Goth kann den Widerstand nicht verstehen. Der Ochsengrund sei seit vielen Jahren im Flächennutzungsplan der Stadt als Baufläche vorgesehen, das Projekt demnach nicht so neu, dass die Anwohner Grund hätten, aus allen Wolken zu fallen. Unabhängig von den zwei genehmigten Bauvorhaben an der Chemnitzer Straße könne im Ochsengrund tatsächlich nur gebaut werden, wenn dort ein Bebauungsplan aufgestellt wird. Und daran lässt Goth auch keinen Zweifel: „Perspektivisch wird für das Areal ein solcher Plan aufgestellt, das ist erklärte Ziel der Stadtverwaltung.“ Die bereits neu gebaute Straße sei nötig, da die vorhandene Zufahrt zu den aktuell entstehenden Wohngrundstücken den gesetzlichen Anforderungen beispielsweise an die Zufahrtsbreite nicht genügt. Des Weiteren stellt Goth noch immer ein Treffen für ein Gespräch mit den protestierenden Anwohnern in Aussicht – ein Versprechen, welches die Anwohner nicht unbedingt beruhigt.

Von Steffi Robak

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