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Döbeln Anwohner und Ordnungsamt suchen nach Lösungen für die Ritterstraße
Region Döbeln Anwohner und Ordnungsamt suchen nach Lösungen für die Ritterstraße
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19:03 16.05.2018
Durch dieses Nadelöhr muss ab 25. Juni der gesamte Verkehr auf die Döbelner Muldeninsel. Wie das gelöst wird besprachen Anwohner und Ordnungsamt. Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln

Am 25. Juni geht es los: Ab dann wird die Brücke in der Straße des Friedens für ein Jahr und drei Monate nicht passierbar sein. Weil die Ritterstraße eine der Hauptumleitungstrecken sein wird, setzten sich am Dienstagabend Anwohner, Händler und Gewerbetreibende im Biergarten des Kleinstadtklubs KL 17 zusammen, um zu klären, ob man die Situation zumindest entschärfen kann.

„In Döbeln wird immer gebaut. Damit muss man umgehen. Da ist jeder Mal betroffen“, führte Sven Weißflog, Hausbesitzer und Gewerbetreibender der Ritterstraße, in die Gesprächsrunde ein. „Doch wenn die Brücke für 15 Monate wegfällt und wir hier zum Nadelöhr werden, wird es richtig straff.“

Die Anlieger hatten sich extra Döbelns Ordnungsamtsleiter Jürgen Müller eingeladen und der kam nicht mit leeren Händen in die Runde: „Klar wird das eine heikle Baustelle. Doch wir haben in den letzten zwei Jahrzehnten in Döbeln alle großen Brücken angepackt. Das schaffen wir jetzt auch“, verbreitete Müller zunächst Optimismus. Wegen dem Hochwasserschutz lässt die Landestalsperrenverwaltung die alte Brücke an der Straße des Friedens abreißen und über den verbreiterten Flutgraben dann eine breitere und etwas höher liegende neue Brücke bauen. Zudem wird unter der Straße des Friedens zwischen Brücke und Schillerstraße in einem parallelen Bauabschnitt ein unterirdisches Regenrückhaltebecken gebaut, welches das Oberflächenwasser der dortigen Straßen gedämpft in die Mulde ableitet. „Wir reden von einem Millionenbau“, so Müller. Der Fahrzeugverkehr in Ost-West-Richtung wird über die Oberbrücke durch die Ritterstraße zur Rosa-Luxemburgstraße rollen. Dort wird eine Ampel aufgestellt. Über Bahnhofstraße und Burgstraße rollen die Autos stadtauswärts.

In der anderen Richtung geht es vom Körnerplatz und der Franz-Mehring-Straße über die Niederbrücke auf die Muldeninsel und über Zwingerstraße, Kleine Kirchgasse und Oberbrücke wieder nach Ost oder Nord.

„Lkw werden an der Oberbrücke über die Leipziger Straße umgeleitet, so dass nur noch Lieferverkehr durch die Ritterstraße rollt“, versprach Jürgen Müller. Ebenso schafft die Stadt weitere Leuchttafeln an. Eine davon soll an der Ritterstraße an die 30- km/h-Begrenzung erinnern. Bei den Parkplätzen wollen wir trotz Umleitung so viele wie möglich für Kunden und Anwohner erhalten“, sagt der Ordnungsamtschef. So werden nur zwischen Kegelbrüdern und Sattelstraße die Querparkflächen in Stellplätze längs zur Fahrbahn verwandelt. Dadurch werden aus bisher 14 Stellplätzen nur noch acht. Beim zu erwartenden Verkehrsaufkommen käme dort ein Querparker kaum wieder aus der Parklücke. Alle anderen Parkflächen in der Ritterstraße sollen unverändert bleiben. „Wir probieren das“, so Müller. „Wir brauchen aber dazu auch die Rücksicht aller Verkehrsteilnehmer auf andere Autofahrer und vor allem auch auf Fußgänger“, appelliert Sven Weißflog an die Döbelner.

Harro Faßbinder hat noch eine andere Sorge: „Ich bin sehr froh, dass die LTV und die Firma Hundshausen so gut an unserem Flutschutz bauen. Jetzt habe ich aber Angst, dass durch den vielen Verkehr durch die Ritterstraße mein Haus Schaden nimmt. Denn unsere auf Muldensand im 18. Jahrhundert gegründeten Häuser vibrieren ziemlich“. Gemeinsam mit Hausbesitzer Sven Weißflog will er nun versuchen, mit einem Gutachter eine entsprechende Beweissicherung vorzunehmen, für den Fall, dass es Risse gibt.

Zur Verbesserung der Parksituation plant die Stadt die Geltungsbereiche der Anwohner-Parkkarten zu vereinfachen. Ritterstraßen-Anwohner dürften dann auch mal zum Obermarkt ausweichen. Die Gewerbetreibenden und Vermieter wollen sich zudem um Lösungen mit dem City-Parkhaus bemühen. Mit dem Ziel, dass die Parkplätze der Ritterstraße tagsüber für Kunden zur Verfügung stehen.

Von Thomas Sparrer

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