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Döbeln Archäologen vermuten jungsteinzeitliches Denkmal in Ostrau
Region Döbeln Archäologen vermuten jungsteinzeitliches Denkmal in Ostrau
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22:00 03.02.2016
Ausgrabungen wie hier in Klosterbuch stehen auch in ostrau an. Zunächst sollen fünf Probeschächte mit 65 Metern Länge gegraben werden. Quelle: Peter Enig (dpa/Archiv)
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Ostrau

Schritt für Schritt bewegt sich die Gemeinde auf den lang ersehnten neuen Supermarkt an der Kirchstraße zu. Den Weihnachtseinkauf 2016 sollen die Anwohner dort schon tätigen können. „Das hoffe ich stark“, sagt Projektentwickler Wolfgang Jeschke aus Rossau. Der Bebauungsplan befindet sich derzeit in der Offenlegungsphase. Träger öffentlicher Belange wie die Gemeinde Großweitzschen haben bereits zugestimmt.

Allerdings könnte die Hoffnung schon bald etwas getrübt werden. „Das Landesamt für Archäologie hat sich vorige Woche gemeldet. Man trifft dort bereits Vorbereitungen für Probegrabungen. Im Laufe der kommenden Woche soll es losgehen“, sagt Jeschke. Er müsse noch auf die Schachtgenehmigungen von Telefon- und Gasversorger warten, daher konnte nicht schon am Mittwoch begonnen werden, wie eigentlich gewollt. Stattdessen sollen nächste Woche dann an zwei Tagen per Bagger fünf je 65 Meter lange, vier Meter breite und rund 40 Zentimeter tiefe Streifen gegraben werden.

„Das ist ein repräsentatives Raster, um die gesamte Fläche abzudecken“, erklärt Dr. Michael Strobel vom Landesamt für Archäologie in Dresden (LfA). „Die Fläche gegenüber dem Sportplatz ist uns als Kulturdenkmal bekannt. Dort könnten sich jungsteinzeitliche Überreste befinden, die aus der Zeit 4000 bis 3000 v. Chr. stammen“, erklärt der Archäologe. Schon länger sei das Vorhaben in Planung. Da nun der Bau näher rücke, wolle man rechtzeitig mit der Suche nach Zeitzeugen im Boden beginnen. Oberflächenfunde habe es bereits gegeben. Diese deuten auf weitere Funde im Erdreich hin.

Für Planer Wolfgang Jeschke ist dies weniger Anlass zur Freude, befürchtet er doch neue, unerwartete Verzögerungen im Falle von größeren Funden. „Das würde den Bau mit Sicherheit verzögern. Ich will nicht hoffen, dass da eine alte Tasse oder so etwas auftaucht“, sagt er augenzwinkernd. Hoffnung macht ihm das Beispiel der Firma Pietsch Haustechnik in Ostrau. Auch als diese sich ansiedelte, gab es großflächige Grabungen im Vorfeld, die jedoch zu keinem nennenswerten Ergebnis geführt hätten.

Bewahrheiten sich die Vermutungen der Archäologen nicht, bleibt alles wie geplant: Noch bis 5. Februar können Einwände gegen den Bebauungsplan vorgebracht werden. In der nächsten Gemeinderatssitzung am 1. März soll der dann per Beschluss festgezurrt werden. Wolfgang Jeschke ist stolz auf den geplanten Bau, denn Ostrau wird einen der modernsten Penny-Märkte Deutschlands bekommen – vielleicht sogar den modernsten bisher überhaupt. Das hängt nun davon ab, ob mit dem Bau planmäßig begonnen werden kann. Die Archäologen werden es nächste Woche wissen.

Von Sebastian Fink

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