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Döbeln Archäologische Funde von Mügeln sind bedeutend
Region Döbeln Archäologische Funde von Mügeln sind bedeutend
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18:29 25.11.2011
Johannes Ecke und Andreas Lobe im Gespräch mit den Experten des Landesamtes für Archäologie Matthias Conrad und Michael Strobel (v.l). Quelle: Sven Bartsch

Über 30 Interessierte sind im Ratssaal Mügeln zur Eröffnung der Ausstellung "Archäologie und Landwirtschaft in der Lommatzscher Pflege" erschienen. Bis zum 14. Januar wird sie im Ratssaal gezeigt. Die Schau beschäftigt sich mit dem Schutz archäologischer Kulturdenkmäler. Zugleich erfahren die Zuhörer in einem Vortrag Interessantes über die archäologischen Schätze, die bei den Grabungen in Mügeln ans Tageslicht kamen.

"Von der Bandkeramik in die Frühgeschichte" lautet der Vortrag von Matthias Conrad, einem der Grabungsleiter in Mügeln. Anschaulich erläutert er, welche Schätze sich im Zuge der Vorarbeiten für die Ortsumgehung offenbarten. "Wir haben es hier mit einer der besten Adressen Sachsens zu tun", kommentiert Michael Strobel, Gebietsreferent für die Regionen um Meißen und Döbeln im Landesamt für Archäologie, die Ergebnisse der seit Frühjahr andauernden Grabungen. Besonders hob er hervor, dass sich in dieser 4,5 Hektar großen Ausgrabungsstätte mit 14 Fundstellen seit 8000 vor Christi keine Unterbrechungen der Besiedlung zeigten. Die drei Grabungsteams mit 40 Mitarbeitern legten rund 2500 Funde offen. "Die Mügelner Funde sind von großer Bedeutung" so Strobel. Ein Teil werde deshalb künftig in dem für Ende 2012 in Chemnitz geplanten Landesmuseum für Archäologie einen Platz einnehmen.

Vieles, was frei gelegt und geborgen wurde, bedarf noch einer genaueren Untersuchung, beispielsweise Getreide, das sich in einem Keramikgefäß befand. In mehrtägiger Arbeit und mit viel Aufwand sei in Mügeln ein Ofen im Bereich der Ausgrabungen am Stadtbad geborgen und abtransportiert worden.

Im Vortrag zur Ausstellung berichtete Michael Strobel von der engen Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft im Bereich der Lommatzscher Pflege. Immerhin, so die Dokumentation in der Ausstellung, fördere die Erosion immer wieder historische Zeitzeugen zu Tage und zum anderen könne auch die Landwirtschaft auf den Schutz von archäologischen Kulturdenkmälern beispielsweise durch eine entsprechende Tiefe der Pflugschare Einfluss nehmen.

"Ich bin begeistert und hätte nie gedacht, dass Mügeln historisch so wertvoll ist", erklärte Uta Schmidt aus Oschatz nach dem Vortrag. Für Günter Schwertner ist das Ergebnis der Grabungen mit dem Aufwand gerechtfertigt. Er selbst habe an Führungen über das Grabungsfeld teilgenommen und sei fasziniert von den Ergebnissen.

Die Ausstellung im Ratssaal kann zu den Öffnungszeiten des Rathauses und nach telefonischer Vereinbarung von Interessenten besucht werden.

Bärbel Schumann

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